Takin
TTierart – Säugetiere > Huftiere – Rinder
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Budorcas taxicolor
- Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
- Familie: Hornträger (Bovidae)
- Unterfamilie: Ziegenartige (Caprinae)
- Gattung: Budorcas
- Lebensraum: Bergwälder und subalpine Matten Ost- und Südostasiens
- Körperlänge: 150–220 cm
- Schulterhöhe: 100–130 cm
- Gewicht: 150–350 kg (Bullen bis über 400 kg)
- Lebenserwartung: 15–18 Jahre in freier Wildbahn, bis 22 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Der Takin ist ein massiger, stämmig gebauter Paarhufer, der auf den ersten Blick an eine Kreuzung aus Rind und Moschusochse erinnert. Der Körperbau ist gedrungen, mit kräftigen, verhältnismäßig kurzen Beinen und breiten, spreizbaren Hufen, die dem Tier auf steilem, felsigem Untergrund sicheren Halt geben. Der Kopf wirkt durch die gewölbte Schnauze und die breite Stirnpartie ungewöhnlich groß. Beide Geschlechter tragen nach außen und hinten gebogene Hörner, die an der Basis gerillt sind und eine Länge von 25 bis 35 cm erreichen können. Die Hörner der Bullen sind deutlich massiver als die der Kühe.
Das Fell ist dicht, lang und ölig. Eine spezielle Hautdrüsensekretion überzieht die Haare mit einer fettigen Substanz, die wie ein natürlicher Regenschutz wirkt – eine Anpassung an das feuchte, neblige Klima seines Lebensraums. Die Fellfarbe variiert je nach Unterart von dunkelbraun über graubraun bis hin zu einem auffälligen Goldgelb beim Goldtakin (Budorcas taxicolor bedfordi). Ein dunkler Rückenstreifen ist bei den meisten Unterarten vorhanden. Die Beine sind häufig dunkler gefärbt als der übrige Körper.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Takins erstreckt sich über den östlichen Himalaya und die angrenzenden Gebirgsregionen. Die Art kommt in Bhutan, dem nordöstlichen Indien (Arunachal Pradesh, Assam), Myanmar, dem südlichen und zentralen China (vor allem Sichuan, Shaanxi, Gansu und Tibet) vor. Der Takin besiedelt als Habitat dichte Bergwälder aus Rhododendren, Bambus und Nadelbäumen in Höhenlagen zwischen 1.000 und 4.500 Metern. Im Sommer wandern die Tiere in höher gelegene subalpine und alpine Matten oberhalb der Baumgrenze, im Winter ziehen sie in tiefer gelegene, geschützte Täler hinab. Diese saisonalen Wanderungen sind typisch für das Biotop des Takins.
Es werden vier Unterarten unterschieden: der Mishmi-Takin (B. t. taxicolor), der Bhutan-Takin (B. t. whitei), der Sichuan-Takin (B. t. tibetana) und der Goldtakin (B. t. bedfordi). Die Abgrenzung der Unterarten basiert vor allem auf Unterschieden in der Fellfärbung und im Verbreitungsgebiet.
Ernährung
Takine sind reine Pflanzenfresser. Ihr Nahrungsspektrum umfasst über hundert verschiedene Pflanzenarten. Sie fressen Blätter, Kräuter, Gräser, Baumrinde, Bambussprossen und -blätter sowie Triebe von Rhododendren und Weiden. Im Frühling und Sommer überwiegen frische Gräser und Kräuter, während im Winter vermehrt auf verholzte Pflanzenteile, immergrüne Blätter und Rinde zurückgegriffen wird. Takine suchen regelmäßig Salzlecken auf, um ihren Mineralienbedarf zu decken. Dabei legen sie mitunter weite Strecken zurück und nutzen feste Wechsel, die als ausgetretene Pfade durch die dichte Vegetation erkennbar sind.
Verhalten & Lebensweise
Takine sind überwiegend tagaktiv, mit Aktivitätsschwerpunkten in den frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden. Bei starker Sonneneinstrahlung oder hohen Temperaturen ruhen die Tiere im Schatten dichter Vegetation. Sie leben in Gruppen unterschiedlicher Größe. Außerhalb der Paarungszeit bestehen die Herden vor allem aus Kühen, Jungtieren und Halbwüchsigen, während ältere Bullen häufig als Einzelgänger oder in kleinen Junggesellengruppen umherziehen. Im Sommer können sich an ergiebigen Weideplätzen oder Salzlecken größere Ansammlungen von bis zu 100 und mehr Tieren bilden.
Takine verfügen über kein festes Revier im engeren Sinn. Stattdessen nutzen sie ausgedehnte, sich überlappende Streifgebiete und bewegen sich entlang traditioneller Routen durch ihr Habitat. Bei Gefahr fliehen Takine nicht in offenes Gelände, sondern verbergen sich in dichtem Unterholz, wobei sie sich flach auf den Boden pressen – ein Verhalten, das für ein Tier dieser Größe ungewöhnlich ist. Bei direkter Konfrontation können Takine jedoch aggressiv reagieren und gelten als wehrhaft.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit fällt in die Monate Juli und August. In dieser Phase schließen sich die sonst einzelgängerischen Bullen den Kuhherden an. Rivalisierende Männchen tragen Rangkämpfe aus, bei denen sie sich seitlich aneinanderstellen und die Hörner gegeneinanderschlagen. Schwere Verletzungen sind dabei selten, da die verdickten Stirnknochen als Stoßdämpfer wirken. Nach einer Tragzeit von etwa 200 bis 220 Tagen bringt die Kuh in der Regel ein einzelnes Kalb zur Welt, Zwillingsgeburten sind sehr selten. Die Geburten fallen meist in den März oder April, wenn das Nahrungsangebot in den Bergwäldern wieder zunimmt.
Die Kälber sind Nestflüchter und können bereits wenige Tage nach der Geburt der Mutter über unwegsames Gelände folgen. Sie werden etwa neun Monate lang gesäugt und schließen