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Tigerpython

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Riesenschlangen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Python bivittatus (Dunkler Tigerpython) / Python molurus (Heller Tigerpython)
  • Ordnung: Squamata (Schuppenkriechtiere)
  • Unterordnung: Serpentes (Schlangen)
  • Familie: Pythonidae (Pythons)
  • Gattung: Python
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder, Feuchtgebiete, Grasland und Mangroven Süd- und Südostasiens
  • Größe: 3–6 Meter, in Ausnahmefällen bis 7 Meter (P. bivittatus)
  • Gewicht: 30–90 kg, Einzeltiere über 100 kg dokumentiert
  • Lebenserwartung: 20–30 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis 35 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Tigerpython gehört zu den größten Schlangenarten der Welt. Sein massiger, muskulöser Körper ist mit glatten, glänzenden Schuppen bedeckt, die ein charakteristisches Muster aus großen, unregelmäßig geformten Flecken auf hellerem Grund bilden. Dieses Muster erinnert entfernt an die Zeichnung eines Tigers – daher der deutsche Trivialname.

Zwischen den beiden Arten bestehen deutliche Unterschiede: Der Dunkle Tigerpython (Python bivittatus) erreicht größere Körperlängen und zeigt kräftigere, dunkler abgesetzte Flecken auf olivbraunem bis dunkelbraunem Grund. Der Helle Tigerpython (Python molurus) bleibt etwas kleiner und trägt ein insgesamt helleres, kontrastärmeres Zeichnungsmuster mit gelblich-braunen bis rötlichen Tönen. Beide Arten wurden bis 2009 als Unterarten einer einzigen Spezies geführt, gelten heute jedoch als eigenständige Arten innerhalb der Gattung Python.

Am Kopf fällt ein dunkler, pfeilförmiger Fleck auf, der sich von der Stirn bis zum Nacken erstreckt. Die Augen besitzen senkrecht geschlitzte Pupillen, typisch für dämmerungs- und nachtaktive Schlangen. Entlang der Oberlippe befinden sich thermorezeptive Grubenorgane (Labialgruben), mit denen der Tigerpython die Infrarotstrahlung warmblütiger Beutetiere wahrnehmen kann. Der Kopf ist deutlich vom Hals abgesetzt und wirkt im Verhältnis zum massigen Körper relativ klein.

Als Riesenschlange besitzt der Tigerpython noch rudimentäre Beckenknochen und Aftersporne – Überreste der Hinterextremitäten, die bei den Vorfahren der Schlangen noch voll ausgebildet waren. Bei Männchen sind diese Sporne in der Regel stärker ausgeprägt als bei Weibchen.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Tigerpythons erstreckt sich über weite Teile Süd- und Südostasiens. Python molurus besiedelt den indischen Subkontinent von Pakistan über Indien und Sri Lanka bis nach Nepal und Bangladesch. Python bivittatus kommt von Myanmar über Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam bis nach Südchina und auf einigen indonesischen Inseln vor.

Beide Arten bewohnen eine Vielzahl von Habitaten: tropische Regenwälder, Monsunwälder, sumpfige Niederungen, Mangrovengebiete, Flussufer und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Der Tigerpython hält sich bevorzugt in der Nähe von Gewässern auf, da er ein ausgezeichneter Schwimmer ist. Gelegentlich dringt er in menschliche Siedlungen und auf Reisfelder vor, wo er sich von Nagetieren ernährt.

Eine ökologisch problematische Population von Python bivittatus hat sich seit den 1980er-Jahren in den Everglades im US-Bundesstaat Florida etabliert. Aus der Privathaltung entwichene oder freigelassene Tiere haben sich dort stark vermehrt und stellen als invasive Art eine erhebliche Bedrohung für die einheimische Fauna dar.

Ernährung

Der Tigerpython ist ein Lauerjäger, der seine Beute durch Umschlingen und Erdrosseln tötet – ein Vorgang, bei dem die Schlange ihre Muskelschlingen bei jedem Ausatmen des Beutetieres enger zusammenzieht, bis der Kreislauf zum Erliegen kommt. Anschließend wird die Beute im Ganzen verschlungen. Dank beweglicher Kiefergelenke und hochelastischer Bänder zwischen den Unterkieferhälften kann der Python Beutetiere aufnehmen, deren Durchmesser den eigenen Kopfumfang deutlich übersteigt.

Das Nahrungsspektrum umfasst Säugetiere wie Ratten, Kaninchen, Zibetkatzen, kleine Hirsche und Wildschweine. Auch Vögel und Reptilien stehen auf dem Speiseplan. Junge Tigerpythons ernähren sich vorwiegend von kleinen Nagern, Fröschen und Eidechsen. Nach einer großen Mahlzeit kann ein Tigerpython wochenlang ohne weitere Nahrungsaufnahme auskommen.

Verhalten & Lebensweise

Tigerpythons sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie in Erdlöchern, hohlen Baumstämmen, dichtem Unterholz oder verlassenen Tierbauten. Sie leben einzelgängerisch und beanspruchen kein festes Revier im engeren Sinne, nutzen aber Aktionsräume, die sich mit denen anderer Individuen überlappen können.

Trotz ihres massigen Körperbaus sind Tigerpythons gute Kletterer, besonders als Jungtiere. Im Wasser bewegen sie sich mit schlängelnden Bewegungen fort und können lange Strecken schwimmend zurücklegen. Während kühlerer Monate – etwa im nördlichen Teil des Verbreitungsgebiets – fallen Tigerpythons in eine Kältestarre (Brumation), die funktionell dem Winterschlaf bei Säugetieren ähnelt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in die kühleren Monate zwischen November und März. Männchen lokalisieren paarungsbereite Weibchen anhand von Pheromonen und setzen bei der Balz ihre Aftersporne ein, um das Weibchen taktil zu stimulieren. Mehrere Männchen können um ein einzelnes Weibchen konkurrieren.

Das Weibchen legt zwei bis drei Monate nach