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Tonröhre

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Definition und Überblick

Eine Tonröhre ist ein zylindrisches Hohlkörper-Zubehör aus gebranntem Ton, das in der Aquaristik und Terraristik als Versteck, Rückzugsort und Laichplatz für verschiedene Tierarten eingesetzt wird. Die Röhren sind in unterschiedlichen Durchmessern, Längen und Formen erhältlich – von geraden Zylindern über gebogene Varianten bis hin zu verzweigten Modellen. Als Naturmaterial fügt sich Ton harmonisch in die Beckengestaltung ein und gilt als chemisch weitgehend neutral, sofern er unglasiert und frei von Schadstoffen ist.

Tonröhren gehören zu den meistgenutzten Einrichtungsgegenständen in der Süßwasseraquaristik, finden aber ebenso in Meerwasserbecken und Terrarien Verwendung. Sie dienen nicht nur der Dekoration, sondern erfüllen zentrale Funktionen für das Wohlbefinden und das natürliche Verhalten der gehaltenen Tiere.

Material und Beschaffenheit

Tonröhren bestehen aus natürlichem Ton, der bei hohen Temperaturen gebrannt wird. Durch den Brennvorgang erhält das Material seine Festigkeit und Beständigkeit unter Wasser. Für den Einsatz in Aquarien und Terrarien sollten ausschließlich unglasierte Tonröhren ohne Farbzusätze oder chemische Beschichtungen verwendet werden. Glasuren können Schwermetalle wie Blei oder Kupfer enthalten, die ins Wasser abgegeben werden und für Fische, Garnelen und andere Wirbellose giftig sind.

Unglasierter Ton ist porös und besitzt eine raue Oberflächenstruktur. Diese Eigenschaft bietet nützlichen Bakterien eine große Besiedlungsfläche, was sich positiv auf die biologische Filterung im Aquarium auswirken kann. Gleichzeitig sorgt die raue Oberfläche dafür, dass Tiere guten Halt finden und die Röhre als Territorium annehmen.

Hinsichtlich der Wasserwerte verhält sich gebrannter Ton in der Regel neutral. Er verändert weder den pH-Wert noch die Wasserhärte in nennenswertem Umfang. Vor dem Einsetzen empfiehlt es sich dennoch, neue Tonröhren gründlich mit klarem Wasser abzuspülen, um Tonstaub und eventuelle Rückstände zu entfernen. Die Verwendung von Seife oder Reinigungsmitteln ist zu vermeiden.

Einsatz in der Aquaristik

In Süßwasseraquarien zählen Tonröhren zu den bewährtesten Versteckmöglichkeiten. Besonders Welse – darunter Antennenwelse (Ancistrus), L-Welse und Panzerwelse – nutzen Röhren als Ruheplatz, Versteck und Brutröhre. Viele Welsarten sind höhlenbewohnend und benötigen enge Röhren, in die sie sich passgenau zurückziehen können. Der Durchmesser der Röhre sollte dabei so gewählt werden, dass das Tier gerade hineinpasst und sich mit dem Körper an den Innenwänden abstützen kann.

Für die Zucht von Höhlenbrütern sind Tonröhren nahezu unverzichtbar. Männliche Antennenwelse etwa besetzen eine geeignete Höhle, locken ein Weibchen zur Eiablage und betreiben anschließend intensive Brutpflege. Ohne passende Laichhöhlen findet eine Vermehrung in Gefangenschaft häufig nicht statt. Spezielle Welsröhren mit einem geschlossenen Ende simulieren natürliche Höhlen besonders gut und werden von den Tieren bevorzugt angenommen.

Auch Buntbarsche (Cichliden) profitieren von Tonröhren. Kleinere Arten wie Schmetterlingsbuntbarsche oder Apistogramma-Arten nutzen sie als Laichsubstrat und Rückzugsort. In Malawi- und Tanganjikabecken lassen sich Tonröhren zusammen mit Steinaufbauten zu komplexen Höhlenstrukturen kombinieren.

Garnelen und Krebse schätzen Tonröhren ebenfalls als Versteck, besonders während der Häutungsphase, in der die Tiere schutzlos und verletzlich sind. Kleine Tonröhren mit geringem Durchmesser eignen sich für Zwerggarnelen, während größere Exemplare für Flusskrebse und Großarmgarnelen infrage kommen.

Einsatz in der Terraristik

Im Terrarium dienen Tonröhren vorwiegend als Unterschlupf für bodenlebende Reptilien, Amphibien und Wirbellose. Geckos, Skinke und Frösche nutzen die Röhren als Tagesversteck, Häutungsplatz oder Eiablageplatz. Durch die Wärmespeicherfähigkeit von Ton können die Röhren in der Nähe einer Wärmequelle platziert werden und bieten den Tieren ein angenehm temperiertes Mikroklima.

Für Vogelspinnen und andere grabende Wirbellose lassen sich Tonröhren senkrecht oder schräg im Substrat vergraben, um künstliche Wohnröhren zu schaffen. Dies erleichtert die Beobachtung der Tiere und verhindert, dass selbst gegrabene Gänge einstürzen.

Formen, Größen und Varianten

Der Handel bietet Tonröhren in zahlreichen Ausführungen an:

  • Gerade Röhren – beidseitig offen, klassisch für Welse und Garnelen
  • Einseitig geschlossene Röhren – als Bruthöhle für höhlenbrütende Fische
  • Gebogene Röhren – bieten zusätzlichen Sichtschutz und wirken natürlicher
  • Verzweigte Röhren (Y- oder T-Form) – für komplexere Höhlensysteme
  • Stapelbare Röhren – lassen sich zu Röhrenbündeln kombinieren und sparen Platz

Die Durchmesser reichen von etwa 1,5 cm für kleine Garnelen bis über 10 cm für große Welsarten oder Krebse. Die Länge variiert je nach Modell zwischen 5 und 20 cm. Bei der Auswahl sollte die Körpergröße des Tieres berücksichtigt werden: Die Röhre darf weder so eng sein, dass das Tier stecken bleibt, noch so weit, dass es keinen Halt findet und sich nicht sicher fühlt.

Pflege und Reinigung

Tonröhren sind pf