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Traber

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Steckbrief

  • Herkunft: USA (Standardbred/Amerikanischer Traber), Frankreich (Französischer Traber), Russland (Orlow-Traber) – je nach Zuchtlinie
  • Rassestandard: Zuchtbuchführung durch nationale Traberzuchtverbände, in Deutschland durch den Hauptverband für Traberzucht e.V. (HVT)
  • Stockmaß: 145–170 cm, je nach Zuchtlinie
  • Gewicht: 400–550 kg
  • Lebenserwartung: 25–30 Jahre
  • Fell/Farben: Überwiegend Braune, Dunkelbraune, Füchse und Rappen; Schimmel vor allem beim Orlow-Traber verbreitet. Kurzes, dichtes Fell mit moderatem Langhaar.

Herkunft & Geschichte

Der Begriff „Traber" bezeichnet keine einzelne Rasse, sondern eine Gruppe von Pferderassen, die gezielt auf Schnelligkeit in der Gangart Trab gezüchtet wurden. Die drei bedeutendsten Zuchtlinien sind der Amerikanische Traber (Standardbred), der Französische Traber und der Orlow-Traber aus Russland. Jede dieser Linien hat eine eigenständige Zuchtgeschichte, doch alle verbindet das gemeinsame Zuchtziel: maximale Leistung im Trabrennsport.

Der Orlow-Traber ist die älteste der drei Linien und geht auf das späte 18. Jahrhundert zurück. Graf Alexei Orlow kreuzte an seinem Gestüt Chrenowoje arabische Hengste mit dänischen, niederländischen und mecklenburgischen Stuten, um ein schnelles, ausdauerndes Trabpferd zu erhalten. Der Stammvater der Rasse, der Araberhengst Smetanka, begründete über seinen Enkel Bars I die gesamte Zuchtlinie.

Der Amerikanische Traber entstand Anfang des 19. Jahrhunderts in Nordamerika. Als Stammvater gilt der 1849 geborene Hengst Hambletonian 10, ein Nachkomme des englischen Vollblüters Messenger. Diese Zuchtlinie wurde konsequent auf Rennleistung selektiert und dominiert heute den internationalen Trabrennsport. Der Name „Standardbred" leitet sich vom sogenannten „Standard" ab – einer Zeitvorgabe, die ein Pferd unterbieten musste, um ins Zuchtbuch eingetragen zu werden.

Der Französische Traber entwickelte sich parallel aus normannischen Pferden, die mit Vollblütern und Norfolk-Trabern gekreuzt wurden. Diese Linie zeichnet sich durch besondere Robustheit und Vielseitigkeit aus und ist im europäischen Trabrennsport stark vertreten.

In Deutschland wird die Traberzucht vom Hauptverband für Traberzucht e.V. (HVT) koordiniert, der das Zuchtbuch führt und die Abstammung jedes eingetragenen Pferdes dokumentiert. Die deutsche Traberzucht basiert heute überwiegend auf amerikanischen und französischen Blutlinien.

Aussehen & Rassemerkmale

Traber sind mittelgroße bis große Pferde mit einem athletischen, eher länglichen Körperbau. Der Kopf ist trocken und ausdrucksvoll, oft mit geradem oder leicht konvexem Profil. Der Hals ist mittellang und gut bemuskelt, der Widerrist ausgeprägt. Die Schulter ist lang und schräg gelagert – ein entscheidendes Merkmal für den raumgreifenden, mechanisch effizienten Trab.

Der Rumpf ist tief und geräumig, die Kruppe leicht abfallend und kräftig bemuskelt. Die Gliedmaßen sind trocken, sehnig und mit stabilen Gelenken ausgestattet. Die Hufe sind hart und von guter Qualität. Insgesamt wirkt der Traber weniger elegant als ein Vollblüter, dafür aber kompakter und funktionaler gebaut.

Ein wesentliches Rassemerkmal ist die überdurchschnittliche Frequenz und Schrittlänge im Trab. Traber erreichen in dieser Gangart Geschwindigkeiten von über 50 km/h – eine Leistung, die kein anderes Pferd in dieser Gangart erbringen kann.

Charakter & Wesen

Traber gelten als nervenstark, leistungsbereit und intelligent. Ihr Temperament ist lebhaft, aber gut kontrollierbar. Durch die jahrelange Selektion auf Zusammenarbeit mit dem Menschen – insbesondere dem Fahrer im Sulky – haben Traber ein ausgeprägtes Arbeitsverhalten und eine hohe Kooperationsbereitschaft entwickelt.

Ehemalige Rennpferde können anfangs etwas unruhig und reizempfindlich sein, da sie an das Tempo und die Atmosphäre der Rennbahn gewöhnt sind. Mit konsequenter, geduldiger Umschulung entwickeln sie sich jedoch häufig zu treuen und zuverlässigen Freizeitpartnern. Viele Traber zeigen sich nach der Rennkarriere überraschend ausgeglichen, menschenbezogen und lernwillig.

Ihr Ehrgeiz und ihre Ausdauer machen sie zu Pferden, die gefordert werden wollen. Unterforderung kann zu Unruhe oder unerwünschtem Verhalten führen. Wer ihnen eine sinnvolle Beschäftigung bietet, wird mit einem verlässlichen, ehrlichen Partner belohnt.

Haltung & Pflege

Traber sind robuste, anspruchslose Pferde, die sich sowohl in Boxenhaltung mit täglichem Auslauf als auch in Offenstall- oder Aktivstallhaltung wohlfühlen. Artgerechte Haltung mit ausreichend Bewegungsmöglichkeiten und Sozialkontakt zu anderen Pferden ist essenziell für ihr Wohlbefinden.

Die Fellpflege ist unkompliziert. Regelmäßiges Striegeln und Bürsten reicht aus, um das kurze, dichte Fell in gutem Zustand zu halten. Besonderes Augenmerk verdienen die Hufe: Aufgrund der hohen Belastung im Rennsport sind regelmäßige Hufpflege und Schmiedetermine alle sechs bis acht Wochen unverzichtbar.

Als Sportpferde mit hohem Bewegungsdrang benötigen Traber täglichen Auslauf und strukturierte Beschäftigung. Neben dem klassischen Fahrsport eignen sie sich hervorragend für Distanzritte, Wanderreiterei und – nach entsprechender Ausbildung – auch für die Dressur- und Springreiterei auf Freizeitniveau.

Ernährung

Die Fütterung orientiert sich am Leistungsniveau des Pferdes. Grundlage ist qualitativ hochwertiges Raufutter in Form von Heu oder