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Trauerschnäpper

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Tierart – Vögel > Singvögel – Drosseln & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ficedula hypoleuca
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Fliegenschnäpper (Muscicapidae)
  • Gattung: Ficedula
  • Größe: 12–13,5 cm
  • Gewicht: 10–16 g
  • Flügelspannweite: 21–24 cm
  • Lebensraum: Laubwälder, Mischwälder, Parks und Gärten mit altem Baumbestand
  • Lebenserwartung: ca. 5–8 Jahre
  • Nahrung: Insekten, Spinnen, gelegentlich Beeren
  • Zugverhalten: Langstreckenzieher, Überwinterung in West- und Zentralafrika

Aussehen & Merkmale

Der Trauerschnäpper ist ein kleiner, kompakt gebauter Singvogel, der im Prachtkleid des Männchens kaum zu verwechseln ist. Männchen im Brutkleid zeigen eine kontrastreiche schwarzweiße Gefiederfärbung: Oberseite, Kopf und Schwanz sind tiefschwarz, die Unterseite rein weiß. Auffällig ist ein weißer Stirnfleck, der je nach Individuum unterschiedlich groß ausfällt. Ebenso tragen die Männchen einen deutlichen weißen Flügelfleck, der im Flug besonders gut sichtbar wird. Im Schlichtkleid nach der Brutzeit ähneln sie stärker den Weibchen.

Weibchen und Jungvögel sind unauffälliger gefärbt. Ihre Oberseite ist graubraun bis olivbraun, die Unterseite schmutzig weiß bis beige. Der Flügelfleck ist kleiner und weniger kontrastreich. Der kurze, gerade Schnabel ist typisch für Insektenfresser – er ist schwarz und an der Basis leicht verbreitert. Die Beine sind dunkelgrau bis schwarz. Die großen, dunklen Augen sind charakteristisch für die Familie der Fliegenschnäpper und dienen dem genauen Fixieren fliegender Beute.

Von der verwandten Art, dem Halsbandschnäpper (Ficedula albicollis), unterscheidet sich das Männchen durch das Fehlen des namensgebenden weißen Halsbands. Weibchen beider Arten sind im Feld allerdings nur schwer voneinander zu trennen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Trauerschnäppers erstreckt sich über weite Teile der westlichen Paläarktis. Er brütet von Westeuropa – einschließlich der Britischen Inseln und der Iberischen Halbinsel – über Mittel- und Nordeuropa bis nach Westsibirien. In Deutschland ist er ein verbreiteter Brutvogel, der vor allem in alten Laub- und Mischwäldern mit reichlich Totholz und natürlichen Baumhöhlen vorkommt.

Sein bevorzugtes Habitat sind lichte, strukturreiche Laubwälder, insbesondere Eichen- und Buchenwälder. Daneben besiedelt er auch Parks, Friedhöfe, Streuobstwiesen und Gärten, sofern geeignete Nisthöhlen vorhanden sind. Das Angebot an Nistkästen kann die Siedlungsdichte lokal erheblich steigern. In reinen Nadelwäldern fehlt er weitgehend.

Als ausgeprägter Langstreckenzieher verlässt der Trauerschnäpper sein Brutgebiet im August und September und zieht über die Iberische Halbinsel und Nordwestafrika in seine Überwinterungsgebiete südlich der Sahara. Dort hält er sich in den Savannen- und Waldgebieten Westafrikas auf, von Senegal bis Nigeria. Die Rückkehr in die europäischen Brutgebiete erfolgt ab Mitte April.

Ernährung

Der Trauerschnäpper ernährt sich überwiegend von Insekten und deren Larven. Zu seinen Beutetieren zählen Fliegen, Mücken, Raupen, Käfer, Blattläuse und Spinnen. Die Jagdstrategie ist typisch für die Familie der Fliegenschnäpper: Von einer erhöhten Sitzwarte aus beobachtet der Vogel seine Umgebung und startet bei Sichtung eines Beutetiers einen kurzen, wendigen Flug, um das Insekt im Flug zu ergreifen. Dieses Verhalten wird als „Ansitzjagd" oder „Flycatching" bezeichnet.

Neben der Luftjagd liest der Trauerschnäpper Insekten auch von Blättern, Zweigen und Baumstämmen ab. Im Spätsommer und Herbst, besonders vor dem Abzug in die Winterquartiere, ergänzt er seine Nahrung gelegentlich durch Beeren und andere kleine Früchte, um Fettreserven für den Zug aufzubauen.

Verhalten & Lebensweise

Der Trauerschnäpper ist tagaktiv und während der Brutzeit territorial. Männchen besetzen nach ihrer Ankunft im Brutgebiet ein Revier, das sie durch intensiven Gesang markieren und gegen Rivalen verteidigen. Der Gesang besteht aus einer kurzen, etwas melancholischen Strophe mit abfallenden Tonfolgen – was dem Vogel seinen volkstümlichen Namen eingebracht haben dürfte.

Außerhalb der Brutzeit lebt die Art einzelgängerisch und unauffällig. Während des Zuges können sich Trauerschnäpper an nahrungsreichen Rastplätzen zu lockeren Trupps zusammenfinden. Im Winterquartier verteidigen sie ebenfalls kleine Nahrungsterritorien.

Die Balz umfasst neben dem Reviergesang eine charakteristische Höhlenzeigegeste: Das Männchen fliegt wiederholt zur Nisthöhle, setzt sich vor den Eingang und schlägt dabei mit den Flügeln, um vorbeifliegende Weibchen aufmerksam zu machen. Hat ein Weibchen Interesse, nähert es sich der Höhle und inspiziert sie. Gelegentlich besetzt ein Männchen mehrere Höhlen und balzt zeitversetzt mit verschiedenen Weibchen – eine Strategie, die zu fakultativer Bigynie führen kann.

Fortpflanzung & Aufzucht

Trauerschnäpper sind Höhlenbrüter. Sie nutzen natürliche Baumhöhlen, alte Spechthöhlen und bereitwillig auch Nistkästen mit einem Einflugloch von etwa 32 mm Durchmesser. Das Nest wird vorwiegend vom Weibchen aus