Triel
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Burhinus oedicnemus
- Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
- Familie: Triele (Burhinidae)
- Gattung: Burhinus
- Lebensraum: Trockene, offene Landschaften mit spärlicher Vegetation – Steppen, Halbwüsten, Brachflächen, Kiesfelder
- Größe: 38–45 cm Körperlänge, Flügelspannweite 76–88 cm
- Gewicht: 370–535 g
- Lebenserwartung: Bis zu 16 Jahre in freier Wildbahn, in Einzelfällen über 20 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Triel ist ein mittelgroßer, hochbeiniger Watvogel mit auffallend großen, gelben Augen. Das Gefieder ist überwiegend sandbraun bis graubraun gefärbt und mit dunklen Schaftstrichen durchsetzt, was eine hervorragende Tarnung auf steinigem oder sandigem Untergrund ergibt. Oberseite und Flügeldecken zeigen ein streifiges Muster, die Unterseite ist heller mit feiner Strichelung an Brust und Flanken. Im Flug fallen ein weißes und ein dunkles Flügelband auf, die als Erkennungsmerkmal dienen.
Die namensgebenden kräftigen, gelblich gefärbten Beine wirken für einen Vogel dieser Größe ungewöhnlich lang. Das verdickte Intertarsalgelenk – im Volksmund oft fälschlich als „Knie" bezeichnet – ist ein typisches Merkmal der Familie Burhinidae. Der Schnabel ist relativ kurz, an der Basis gelb und zur Spitze hin schwarz. Die großen Augen sind eine Anpassung an die überwiegend dämmerungs- und nachtaktive Lebensweise und verleihen dem Triel einen durchdringenden, fast reptilienhaften Blick.
Ein Geschlechtsdimorphismus ist beim Triel kaum ausgeprägt. Männchen und Weibchen unterscheiden sich weder in der Gefiederfärbung noch wesentlich in der Körpergröße. Jungvögel ähneln den Altvögeln, wirken jedoch insgesamt etwas blasser und weniger kontrastreich gezeichnet.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Triels erstreckt sich von Westeuropa und Nordafrika über den Mittelmeerraum und Zentralasien bis nach Myanmar. In Europa liegen die Schwerpunkte der Brutpopulation in Spanien, Frankreich, Südengland sowie in Teilen Südost- und Osteuropas. In Deutschland war der Triel einst ein verbreiteter Brutvogel der Heide- und Trockenlandschaften, galt aber seit den 1990er-Jahren als nahezu ausgestorben. Einzelne Brutversuche und Beobachtungen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz deuten auf gelegentliche Wiederbesiedlungen hin.
Als Habitat bevorzugt der Triel offene, trockene Biotope mit niedriger oder lückiger Vegetation: Steppen, Halbwüsten, extensive Weideflächen, Kies- und Schotterbänke sowie militärische Übungsplätze oder Flughafengelände, die strukturell ähnliche Bedingungen bieten. Entscheidend ist eine gute Rundumsicht, da der Triel Feinde frühzeitig optisch erkennen muss. Trotz seiner systematischen Einordnung bei den Watvögeln ist der Triel kein eigentlicher Wasservogel – er meidet feuchte Habitate weitgehend und ist ein Bewohner ausgesprochen trockener Standorte.
Die nördlichen Populationen sind Zugvögel und überwintern im Mittelmeerraum sowie in der Sahelzone Afrikas. Südeuropäische und nordafrikanische Populationen sind dagegen überwiegend Standvögel oder Kurzstreckenzieher.
Ernährung
Der Triel ernährt sich vorwiegend von Wirbellosen. Zu seinem Nahrungsspektrum gehören Käfer, Heuschrecken, Grillen, Schnecken, Regenwürmer und andere Bodentiere. Gelegentlich erbeutet er auch kleine Wirbeltiere wie Eidechsen, Frösche und Mäuse. Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend in der Dämmerung und nachts: Der Triel läuft in kurzen, schnellen Schritten über offenes Gelände, verharrt abrupt und pickt gezielt nach Beutetieren. Die großen Augen ermöglichen eine effektive Jagd auch bei geringen Lichtverhältnissen.
Verhalten & Lebensweise
Der Triel ist ein überwiegend dämmerungs- und nachtaktiver Vogel. Tagsüber ruht er regungslos am Boden und verlässt sich auf seine Tarnfärbung. Bei Annäherung eines Feindes drückt er sich flach auf den Untergrund und ist dann selbst auf wenige Meter Entfernung kaum zu entdecken. Erst bei unmittelbarer Gefahr fliegt er auf, meist mit flachem, raschem Flügelschlag.
Besonders auffällig sind die Lautäußerungen: Nachts lässt der Triel laute, klagende Rufreihen hören, die an ein „kür-lii" oder „trii-lii" erinnern und namengebend für die Art waren. Diese Rufe dienen der Reviermarkierung und der Kommunikation zwischen Partnern. Während der Brutzeit verteidigt das Paar sein Revier energisch gegen Artgenossen.
Außerhalb der Brutzeit ist der Triel geselliger. Auf dem Zug und in den Winterquartieren bilden sich Trupps von mehreren Dutzend, gelegentlich auch über hundert Individuen, die gemeinsam rasten und Nahrung suchen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutzeit beginnt in Mitteleuropa im April und kann sich bis Juli erstrecken. Die Balz umfasst ritualisierte Verhaltensweisen: Beide Partner laufen mit gesträubtem Gefieder nebeneinander her, vollführen Verbeugungen und präsentieren sich gegenseitig mit ausgebreiteten Flügeln. Der Triel ist grundsätzlich monogam und bildet Saisonpaare, wobei es Hinweise auf Partnertreue über mehrere Jahre gibt.
Das Nest ist eine schlichte Mulde am Boden, oft ohne jegliches Nistmaterial oder nur mit einigen Steinchen und Erdklümpchen ausgelegt. Das Gelege besteht aus zwei, selten drei Eiern, die sandfarben mit dunklen Flecken ge