Trimmen
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Definition & Überblick
Unter Trimmen versteht man das fachgerechte Auszupfen abgestorbener Haare aus dem Fell bestimmter Hunderassen. Im Gegensatz zum Scheren, bei dem das Haar mit einer Maschine gekürzt wird, werden beim Trimmen die losen Haare des Deckhaars mitsamt der Wurzel aus der Haut gezogen. Dieser Vorgang klingt zunächst schmerzhaft, ist bei korrekter Durchführung für den Hund jedoch nahezu schmerzfrei – vorausgesetzt, das Haar befindet sich bereits in der sogenannten telogenen Phase, also in der Ruhephase des Haarwachstums, in der es sich ohnehin vom Haarfollikel gelöst hat.
Trimmen ist keine rein kosmetische Maßnahme, sondern ein wesentlicher Bestandteil der artgerechten Fellpflege bei rauhaarigen Hunderassen. Dazu zählen unter anderem der Foxterrier, der Airedale Terrier, der Rauhaardackel, der Schnauzer, der Irish Terrier sowie der West Highland White Terrier. Diese Rassen verfügen über ein doppeltes Haarkleid aus derbem Deckhaar und weicher Unterwolle. Ihr Fell vollzieht keinen natürlichen Haarwechsel wie bei anderen Rassen – die abgestorbenen Haare verbleiben im Haarkanal und müssen manuell entfernt werden, damit gesundes, strukturgerechtes Haar nachwachsen kann.
Grundlagen & Voraussetzungen
Bevor man mit dem Trimmen beginnt, sollte man die Fellstruktur der jeweiligen Rasse genau kennen. Nicht jeder Hund muss getrimmt werden. Das Verfahren ist ausschließlich für Rassen mit sogenanntem drahthaarigem oder rauhaarigem Fell vorgesehen. Bei Hunden mit Seidenhaar, Langhaar oder Stockhaar wäre Trimmen kontraproduktiv und schmerzhaft, da deren Haare nicht in der gleichen Weise absterben und sich lösen.
Folgende Voraussetzungen sollten erfüllt sein:
- Richtiger Zeitpunkt: Das Fell muss „reif" sein, also die abgestorbenen Haare müssen sich leicht lösen lassen. Man erkennt dies daran, dass einzelne Haare beim leichten Zupfen zwischen Daumen und Zeigefinger ohne Widerstand aus der Haut gleiten. Je nach Rasse und individuellem Wachstumszyklus ist ein Trimm-Intervall von 8 bis 14 Wochen üblich.
- Geeignetes Werkzeug: Zum Einsatz kommen ein Trimmmesser (auch Stripping Knife genannt), ein Trimmstein, Fingerlinge aus Gummi für besseren Grip sowie Kamm und Bürste zum Vorbereiten des Fells.
- Ruhige Umgebung: Der Hund sollte auf einem rutschfesten, erhöhten Tisch stehen. Eine stressfreie Atmosphäre ist wichtig, damit das Tier die Prozedur entspannt toleriert.
- Gesunde Haut: Bei Hauterkrankungen, offenen Wunden, Ekzemen oder starkem Parasitenbefall sollte nicht getrimmt werden. Im Zweifelsfall ist eine tierärztliche Abklärung ratsam.
Praktische Umsetzung
Das Trimmen erfolgt systematisch in einzelnen Körperpartien. In der Regel beginnt man am Nacken und arbeitet sich über Rücken, Flanken und Brust bis zu den Läufen vor. Kopf, Ohren und Bauch werden oft zum Schluss bearbeitet, da diese Bereiche empfindlicher sind.
Die Technik funktioniert folgendermaßen: Man greift mit dem Trimmmesser oder den Fingern eine kleine Strähne Deckhaar, hält die Haut mit der freien Hand straff und zieht die Haare mit einer gleichmäßigen, ruckfreien Bewegung in Wuchsrichtung heraus. Dabei ist es entscheidend, immer nur wenige Haare gleichzeitig zu fassen, um die Haut nicht zu reizen. Das Trimmmesser dient dabei nicht zum Schneiden, sondern lediglich als Greifhilfe.
Nach dem Trimmen des Deckhaars wird die Unterwolle mit einem engzinkigen Kamm oder einem speziellen Unterwollrechen ausgedünnt. Anschließend empfiehlt sich ein kurzes Abbürsten des gesamten Fells, um verbliebene lose Haare zu entfernen. Ein Bad unmittelbar nach dem Trimmen sollte man vermeiden, da die Haut leicht gereizt sein kann. Besser ist ein Abstand von mindestens 24 Stunden.
Die gesamte Prozedur dauert je nach Rasse, Fellzustand und Erfahrung des Trimmers zwischen 60 und 180 Minuten.
Häufige Fehler
- Scheren statt Trimmen: Der häufigste und gravierendste Fehler. Wird ein rauhaariger Hund geschoren, wächst nur die weiche Unterwolle unkontrolliert nach, während das schützende Deckhaar seine Struktur verliert. Das Fell wird mit der Zeit weich, filzig und verliert seine wetterfeste sowie schmutzabweisende Funktion. Dieser Prozess ist oft nur schwer reversibel und kann mehrere Trimmzyklen benötigen, um die ursprüngliche Fellqualität wiederherzustellen.
- Zu viel Haar auf einmal zupfen: Wer zu große Büschel greift, riskiert Hautreizungen, Rötungen und Schmerzen beim Hund.
- Gegen die Wuchsrichtung arbeiten: Dies kann zu Hautverletzungen führen und ist für den Hund unangenehm.
- Zu seltenes Trimmen: Überfälliges Fell verfilzt und lässt sich deutlich schwerer bearbeiten. Der Hund empfindet den Vorgang dann als unangenehm, was zu einer negativen Verknüpfung führen kann.
- Mangelnde Gewöhnung: Hunde, die erst im Erwachsenenalter erstmals getrimmt werden, reagieren häufig mit Stress und Abwehr.
Tipps für Anfänger
Wer seinen Hund selbst trimmen möchte, sollte sich zunächst bei einem erfahrenen Hundefriseur (Groomer) oder im Zuchtverein die korrekte Technik zeigen lassen. Viele Grooming-Salons bieten Einführungskurse an. Es empfiehlt sich, beim ersten Mal nur kleine Partien selbst zu bearbeiten und den Rest dem Profi