Trogon
TTierart – Vögel > Sonstige Vögel
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Trogonidae (Familie); Gattung Trogon (Brisson, 1760)
- Ordnung: Trogoniformes (Trogone)
- Familie: Trogonidae
- Gattungen: ca. 7, darunter Trogon, Pharomachrus, Apaloderma, Harpactes
- Artenzahl: etwa 46 Arten weltweit
- Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder in Amerika, Afrika und Südostasien
- Größe: 23–40 cm (je nach Art), Quetzal bis 36 cm Körperlänge plus bis zu 65 cm lange Schwanzfedern
- Gewicht: 35–210 g
- Lebenserwartung: ca. 7–12 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Trogone gehören zu den farbenprächtigsten Vögeln der Tropen. Das Gefieder zeigt einen auffälligen Geschlechtsdimorphismus: Männchen tragen an Brust und Bauch leuchtend rote, orange oder gelbe Farben, während die Oberseite metallisch grün, blau oder violett schimmert. Weibchen sind in der Regel deutlich unauffälliger gefärbt – meist in gedeckten Braun- und Grautönen, bisweilen mit schwächerem Rot an der Unterseite.
Der Körperbau der Trogone ist kompakt mit kurzem Hals und relativ großem, rundlichem Kopf. Der Schnabel ist kurz, breit und leicht nach unten gebogen, bei den amerikanischen Arten mit feiner Zähnelung an den Schnabelkanten. Die Augen sind groß und von einem auffällig gefärbten Orbitalring umgeben, der je nach Art nackte Haut in Gelb, Rot oder Blau zeigt.
Eine anatomische Besonderheit betrifft die Fußstruktur: Trogone besitzen heterodactyle Füße, bei denen die erste und zweite Zehe nach hinten gerichtet sind, während die dritte und vierte nach vorne weisen. Diese Zehenstellung unterscheidet sie von den zygodactylen Füßen der Spechte und Papageien und ist innerhalb der Vogelwelt einzigartig. Die Beine sind kurz und relativ schwach, weshalb Trogone selten laufen. Das Gefieder ist weich und sitzt vergleichsweise locker in der Haut, was dazu führt, dass die Federn beim Präparieren leicht ausfallen.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Trogoniformes erstreckt sich über drei Kontinente. Die größte Artenvielfalt findet sich in der Neotropis: Von Mexiko bis nach Nordargentinien besiedeln rund 25 Arten der Gattungen Trogon und Pharomachrus verschiedene Waldtypen. In Afrika südlich der Sahara leben drei Arten der Gattung Apaloderma, in Süd- und Südostasien etwa 14 Arten der Gattung Harpactes sowie die monotypische Gattung Apalharpactes auf Java und Sumatra.
Das bevorzugte Habitat sind geschlossene tropische Tiefland- und Bergregenwälder. Einige Arten kommen auch in trockenen Laubwäldern, Nebelwäldern oder Kiefern-Eichen-Mischwäldern vor. Der Violett-Trogon (Trogon violaceus) etwa toleriert lichte Sekundärwälder und Waldränder, während der Quetzal (Pharomachrus mocinno) auf ungestörte Bergnebelwälder zwischen 1.200 und 3.000 Metern Höhe angewiesen ist. Allen Arten gemeinsam ist die Bindung an Baumbestand mit ausreichendem Angebot an Höhlen oder morschem Holz.
Ernährung
Trogone sind Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf Insekten und Früchten. Die genaue Zusammensetzung der Nahrung variiert je nach Art, Region und Jahreszeit. Kleinere Arten wie der Schwarzschwanz-Trogon (Trogon melanurus) ernähren sich überwiegend von Insekten, Raupen, Käfern und Gespinstmotten, die sie im Flug von Blättern und Ästen ablesen. Größere Arten wie der Quetzal nehmen bevorzugt Früchte zu sich, insbesondere Lorbeergewächse der Gattung Ocotea, und spielen dadurch eine Rolle bei der Samenverbreitung in Bergwäldern.
Die Jagdtechnik der Trogone folgt einem charakteristischen Muster: Der Vogel sitzt regungslos auf einem Ast, beobachtet die Umgebung und fliegt dann in einem kurzen, wendigen Bogen zum Beutetier oder zur Frucht, um beides im Rüttelflug oder im Vorbeiflug zu greifen. Dieses Verhalten wird als „sally-gleaning" oder „sally-striking" bezeichnet. Gelegentlich werden auch kleine Eidechsen oder Frösche erbeutet.
Verhalten & Lebensweise
Trogone sind tagaktive Vögel, die sich überwiegend im mittleren und oberen Stockwerk des Waldes aufhalten. Sie leben einzeln oder paarweise und verteidigen während der Brutzeit ein Revier, das sie mit arttypischen Rufen markieren. Der Gesang besteht meist aus monoton wiederholten, hohlen oder klagenden Tönen, die über weite Distanzen hörbar sind. Der Ruf des Quetzals etwa ist ein tiefes, weiches „wac-wac-wac".
Trotz ihrer leuchtenden Farben sind Trogone im Wald schwer zu entdecken. Sie sitzen oft über längere Zeiträume still auf einem Ast und zeigen den grün gefärbten Rücken zur Umgebung – eine effektive Tarnung im lichtdurchfluteten Blätterdach. Außerhalb der Brutzeit sind Trogone wenig territorial und zeigen kaum aggressive Interaktionen mit Artgenossen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz der Trogone umfasst Rufreihen der Männchen, bei einigen Arten ergänzt durch Schwanzpendeln und kurze Schauflüge. Die Paare sind zumindest saisonal monogam. Als Nistplatz dienen Höhlen, die beide Partner gemeinsam in morsche Baumstämme, Termitenbauten oder verlassene Wespennester graben. Der kur