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Tumor

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Tiermedizin & Gesundheit > Krankheiten – allgemein

Definition & Überblick

Der Begriff Tumor (lateinisch: Schwellung) bezeichnet in der Tiermedizin jede Form einer abnormalen Gewebezubildung, bei der sich körpereigene Zellen unkontrolliert vermehren. Diese Zellvermehrung – fachsprachlich als Neoplasie bezeichnet – entsteht, wenn die normalen Regulationsmechanismen des Zellwachstums versagen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen benignen (gutartigen) und malignen (bösartigen) Tumoren. Gutartige Tumoren wachsen langsam, verdrängen umliegendes Gewebe, bilden jedoch keine Tochtergeschwülste (Metastasen). Maligne Tumoren – umgangssprachlich als Krebs bezeichnet – wachsen invasiv in benachbartes Gewebe ein und können über Blut- und Lymphwege Metastasen in entfernte Organe streuen.

Tumorerkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen bei Haustieren, insbesondere bei Hunden und Katzen im fortgeschrittenen Alter. Nahezu jeder vierte Hund entwickelt im Laufe seines Lebens eine Tumorerkrankung. Doch auch Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten sowie Vögel, Reptilien und Pferde können betroffen sein. Die Veterinäronkologie – das tiermedizinische Fachgebiet für Tumorerkrankungen – hat in den letzten Jahrzehnten erhebliche Fortschritte gemacht, sodass viele Tumoren heute erfolgreich behandelt werden können.

Ursachen & Risikofaktoren

Die Entstehung eines Tumors ist in den meisten Fällen ein multifaktorielles Geschehen. Mehrere Ursachen wirken zusammen, bis eine Zelle entartet und sich unkontrolliert teilt. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:

  • Genetische Prädisposition: Bestimmte Rassen sind für spezifische Tumorarten anfälliger. So entwickeln Boxer, Golden Retriever und Berner Sennenhunde überdurchschnittlich häufig bösartige Tumoren. Bei Katzen sind weiße Tiere besonders anfällig für Plattenepithelkarzinome an Ohren und Nase.
  • Alter: Mit zunehmendem Alter steigt das Tumorrisiko erheblich, da sich genetische Schäden in den Zellen über die Jahre ansammeln.
  • Hormonelle Einflüsse: Unkastrierte Hündinnen haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Mammatumoren (Gesäugetumoren). Eine Kastration vor der ersten Läufigkeit senkt dieses Risiko auf unter ein Prozent.
  • Virale Infektionen: Das Feline Leukämievirus (FeLV) kann bei Katzen Lymphome auslösen. Das Bovine Papillomavirus verursacht bei Rindern und Pferden bestimmte Hauttumoren.
  • Umweltfaktoren: UV-Strahlung, Passivrauchen, chemische Substanzen wie Pestizide oder Herbizide sowie chronische Entzündungen können die Tumorentstehung (Karzinogenese) begünstigen.
  • Impfassoziierte Tumoren: Bei Katzen können in seltenen Fällen an Injektionsstellen sogenannte Fibrosarkome entstehen – ein Phänomen, das bei der Wahl des Impfortes berücksichtigt wird.

Symptome & Erkennung

Die Symptome einer Tumorerkrankung variieren enorm je nach Lokalisation, Größe und Art des Tumors. Manche Tumoren bleiben lange Zeit unbemerkt, während andere rasch auffällige Veränderungen verursachen. Folgende Warnsignale sollten Tierbesitzer ernst nehmen:

  • Tastbare Umfangsvermehrungen oder Knoten unter der Haut oder am Gesäuge, die an Größe zunehmen
  • Wunden, die nicht abheilen, oder Schwellungen, die nicht zurückgehen
  • Unerklärlicher Gewichtsverlust trotz normalem Appetit oder plötzliche Appetitlosigkeit
  • Blutungen aus Körperöffnungen (Nase, Maul, After) ohne erkennbare Verletzung
  • Zunehmende Lethargie, Bewegungsunlust oder Lahmheit
  • Schluckbeschwerden, Atemnot oder anhaltender Husten
  • Veränderungen im Kot- oder Urinabsatz, etwa Durchfall, Verstopfung oder Blutbeimengungen
  • Unangenehmer Geruch aus dem Maul, der auf orale Tumoren hindeuten kann

Besonders tückisch sind innere Tumoren – etwa an Milz, Leber oder Lunge –, die häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium durch allgemeine Schwäche, Bauchumfangsvermehrung oder einen akuten Zusammenbruch auffallen.

Diagnose

Die tierärztliche Diagnostik folgt einem strukturierten Stufenplan. Am Anfang stehen die klinische Untersuchung und die gründliche Abtastung (Palpation) des gesamten Körpers einschließlich der Lymphknoten. Besteht ein Tumorverdacht, kommen weiterführende Verfahren zum Einsatz:

  • Feinnadelaspiration (FNA): Mit einer dünnen Nadel werden Zellen aus der Zubildung entnommen und unter dem Mikroskop zytologisch beurteilt. Dieses Verfahren ist wenig invasiv und liefert häufig bereits eine erste Einschätzung, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Prozess handelt.
  • Biopsie und Histopathologie: Eine Gewebeprobe wird entnommen und von einem Pathologen histologisch untersucht. Dies ermöglicht eine exakte Bestimmung des Tumortyps und des Malignitätsgrades (Grading).
  • Bildgebende Verfahren: Röntgenaufnahmen des Brustkorbs dienen dem Ausschluss von Lungenmetastasen. Ultraschall eignet sich hervorragend zur Beurteilung von Bauchhöhlenorganen. In spezialisierten Kliniken stehen zudem Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) zur Verfügung, die eine präzise Darstellung der Tumorausdehnung ermöglichen.
  • Blutuntersuchungen: