Turako
TTierart – Vögel > Sonstige Vögel
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Musophagidae (Familie)
- Ordnung: Musophagiformes (Turakos)
- Familie: Musophagidae
- Gattungen: u. a. Tauraco, Musophaga, Corythaeola, Crinifer, Corythaixoides
- Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder, Savannen und Galeriewälder Afrikas südlich der Sahara
- Größe: 35–75 cm (je nach Art)
- Gewicht: 200–950 g
- Lebenserwartung: 8–12 Jahre in freier Wildbahn, bis 30 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Turakos gehören zu den farbenprächtigsten Vögeln des afrikanischen Kontinents. Ihr Gefieder zeigt – je nach Art – leuchtend grüne, blaue, violette oder graue Farbtöne. Eine taxonomische und biochemische Besonderheit unterscheidet sie von nahezu allen anderen Vogelgruppen: Die grüne Farbe ihres Gefieders beruht nicht auf Lichtbrechung (Strukturfarben), sondern auf dem kupferhaltigen Pigment Turacoverdin. Die roten Partien an Schwungfedern und Hauben entstehen durch ein verwandtes Pigment namens Turacin. Beide Pigmente sind in der gesamten Vogelwelt einzigartig und kommen ausschließlich bei Vertretern der Musophagidae vor.
Typisch für die meisten Turakoarten ist eine auffällige Federhaube oder ein Schopf auf dem Kopf, der je nach Stimmung aufgerichtet oder angelegt werden kann. Der Schnabel ist kurz, kräftig und leicht gebogen – angepasst an die überwiegend fruchtbasierte Ernährung. Die Füße weisen eine halbzygodaktyle Zehenanordnung auf: Die äußere vierte Zehe kann sowohl nach vorn als auch nach hinten gedreht werden, was den Turakos ein geschicktes Klettern im Geäst ermöglicht. Der Schwanz ist lang und dient als Balancierhilfe beim Laufen über Äste.
Die größte Art ist der Riesenturako (Corythaeola cristata) mit bis zu 75 cm Körperlänge und knapp einem Kilogramm Gewicht. Am anderen Ende des Spektrums stehen die kleineren Lärmvögel (Gattung Crinifer und Corythaixoides), deren überwiegend graues oder braunes Gefieder deutlich schlichter ausfällt.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Turakos beschränkt sich auf Afrika südlich der Sahara. Sie besiedeln ein breites Spektrum an Habitaten: Die bunt gefiederten Arten der Gattungen Tauraco und Musophaga bevorzugen dichte tropische Regenwälder, Bergwälder und Galeriewälder entlang von Flussläufen. Einige Arten kommen in Höhenlagen bis über 3.000 Meter vor, etwa der Hartlaubturako (Tauraco hartlaubi) in den Bergwäldern Ostafrikas.
Die Lärmvögel hingegen besiedeln offenere Biotope wie Trockensavannen, Buschland und lichte Waldränder. Der Grauturako (Crinifer zonurus) etwa ist in den Savannengebieten West- und Zentralafrikas weit verbreitet. Insgesamt umfasst die Familie rund 23 Arten, deren Verbreitungsgebiete sich teilweise überlappen, wobei die einzelnen Arten oft unterschiedliche Höhenstufen oder Waldtypen bewohnen und so ökologische Nischen besetzen.
Ernährung
Turakos sind überwiegend Fruchtfresser (frugivor). Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten, Beeren und Samen verschiedener tropischer Bäume und Sträucher. Dabei spielen sie eine wichtige ökologische Rolle als Samenverbreiter, da viele Samen die Darmpassage unbeschadet überstehen und an anderer Stelle ausgeschieden werden.
Ergänzend nehmen Turakos Blüten, Knospen, junge Blätter und gelegentlich Insekten sowie andere Wirbellose zu sich. Besonders während der Brutzeit steigt der Anteil tierischer Nahrung, da der erhöhte Proteinbedarf der heranwachsenden Küken gedeckt werden muss. Die Lärmvögel der offenen Savannen fressen tendenziell mehr Blätter und pflanzliches Material als ihre waldbewohnenden Verwandten.
Verhalten & Lebensweise
Turakos sind tagaktive Vögel, die den Großteil ihres Lebens in den Baumkronen verbringen. Sie bewegen sich dort geschickt laufend und kletternd fort, wobei sie ihre halbzygodaktylen Füße und den langen Schwanz geschickt einsetzen. Ihr Flug wirkt dagegen eher schwerfällig: kurze Gleitflüge von Baum zu Baum wechseln sich mit schnellen Flügelschlägen ab. Weite Strecken legen Turakos selten fliegend zurück.
Die meisten Arten leben paarweise oder in kleinen Gruppen von bis zu zehn Individuen. Sie sind territorial und verteidigen ihr Revier mit lauten Rufen. Die Rufe der Turakos sind durchdringend und weithin hörbar – die Lärmvögel tragen ihren deutschen Namen nicht ohne Grund. Besonders in den Morgen- und Abendstunden sind die bellenden, klagenden oder kakophonischen Rufreihen zu hören, die häufig von mehreren Gruppenmitgliedern im Chor vorgetragen werden.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz der Turakos umfasst gegenseitiges Füttern, gemeinsames Aufplustern der Haubenfedern und ritualisierten Verfolgungsflüge durch das Geäst. Beide Partner beteiligen sich am Nestbau. Das Nest ist eine einfache, flache Plattform aus Zweigen und Reisig, die in dichtem Laubwerk in mittlerer bis großer Höhe angelegt wird – ein Bautyp, der an die Nester von Tauben erinnert.
Das Gelege besteht aus zwei bis drei weißen oder blass bläulichen Eiern. Beide Altvögel bebrüten die