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Uferschnepfe

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Tierart – Vögel > Wasservögel – Watvögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Limosa limosa
  • Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
  • Familie: Schnepfenvögel (Scolopacidae)
  • Gattung: Limosa
  • Lebensraum: Feuchtwiesen, Marschen, Überschwemmungsgebiete, Flussniederungen
  • Größe: 36–44 cm Körperlänge, Flügelspannweite 62–70 cm
  • Gewicht: 190–500 g, Weibchen in der Regel schwerer als Männchen
  • Lebenserwartung: Bis zu 18 Jahre in freier Wildbahn, durchschnittlich 6–10 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Uferschnepfe ist ein großer, langbeiniger Watvogel mit schlankem Körperbau und einem auffallend langen, geraden bis leicht aufwärts gebogenen Schnabel. Dieser misst zwischen 7,5 und 12 cm und ist an der Basis rosafarben bis orange, zur Spitze hin dunkel gefärbt. Die langen Beine sind grauschwarz und ragen im Flug deutlich über die Schwanzfedern hinaus – ein gutes Unterscheidungsmerkmal gegenüber ähnlichen Arten.

Im Prachtkleid zeigt das Männchen eine kräftig rostbraune Färbung an Kopf, Hals und Brust, die am Bauch in ein weißes Gefieder mit dunkler Bänderung übergeht. Die Oberseite ist dunkelbraun mit hellen Federsäumen. Das Weibchen ist insgesamt blasser gefärbt. Im Schlichtkleid wirken beide Geschlechter gleichmäßig graubraun mit heller Unterseite. Im Flug fällt ein breiter, weißer Flügelstreif auf, der zusammen mit dem schwarzen Schwanzband und dem weißen Bürzel ein unverwechselbares Flugbild ergibt.

Von der nah verwandten Pfuhlschnepfe (Limosa lapponica) unterscheidet sich die Uferschnepfe durch den geraden Schnabel (bei der Pfuhlschnepfe leicht aufwärts gebogen), die längeren Beine und den weißen Flügelstreif. Die Bekassine (Gallinago gallinago), ein weiterer Schnepfenvogel ähnlicher Habitate, ist deutlich kleiner und kompakter gebaut.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Uferschnepfe erstreckt sich von Westeuropa über die gemäßigten Zonen Mittelasiens bis in den Osten Sibiriens. Es werden drei Unterarten unterschieden: Die Nominatform Limosa limosa limosa brütet in West- und Mitteleuropa, L. l. islandica auf Island und den Lofoten, und L. l. melanuroides im östlichen Asien.

Als Biotop bevorzugt die Uferschnepfe offene, feuchte Grünlandflächen mit niedrigem Bewuchs. In Mitteleuropa sind extensiv bewirtschaftete Feuchtwiesen, Polder, Marschen und die Niederungen großer Flusstäler die wichtigsten Bruthabitate. In den Niederlanden, dem europäischen Verbreitungsschwerpunkt, brütet ein großer Teil der westeuropäischen Population auf landwirtschaftlich genutzten Wiesenflächen. In Deutschland liegen die verbliebenen Brutvorkommen vor allem in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Die Art ist ein Langstreckenzieher. Die westeuropäischen Populationen überwintern südlich der Sahara in den Feuchtgebieten Westafrikas, insbesondere im Inneren Nigerdeltas in Mali und im Senegal. Einzelne Vögel überwintern auch auf der Iberischen Halbinsel und in Nordafrika. Die Zugrouten führen über traditionelle Rastplätze in Frankreich, Spanien und Portugal.

Ernährung

Die Uferschnepfe ernährt sich von Wirbellosen, die sie mit ihrem langen Schnabel im weichen Boden ertastet. Die Nahrungssuche erfolgt durch rhythmisches Stochern im Schlamm und in feuchten Böden – eine als „Sondieren" bezeichnete Technik, bei der die empfindliche Schnabelspitze Beutetiere durch Druckveränderungen im Substrat wahrnimmt. Zu den Hauptnahrungsquellen zählen Regenwürmer, Insektenlarven (vor allem Schnaken- und Käferlarven), Schnecken und kleine Krebstiere.

Während der Brutzeit überwiegen Regenwürmer und Bodeninsekten. In den afrikanischen Winterquartieren stellen Reisfelder ein wichtiges Nahrungshabitat dar, wo die Vögel neben Wirbellosen auch Reiskörner und Sämereien aufnehmen. An Rastplätzen während des Zuges nutzen Uferschnepfen Schlickflächen, Flachwasserzonen und überschwemmte Äcker zur Nahrungsaufnahme.

Verhalten & Lebensweise

Uferschnepfen sind tagaktive Vögel, die außerhalb der Brutzeit gesellig in kleineren bis mittelgroßen Trupps auftreten. Zur Zugzeit versammeln sie sich an geeigneten Rastplätzen in teils großen Schwärmen von mehreren hundert Individuen. Im Brutgebiet verteidigen die Paare ein Revier, das je nach Habitatqualität und Populationsdichte zwischen 0,5 und mehreren Hektar umfassen kann.

Gegenüber Nesträubern wie Krähen, Greifvögeln und Füchsen zeigen Uferschnepfen ein ausgeprägtes Abwehrverhalten. Sie fliegen Eindringlinge laut rufend an und führen Scheinangriffe durch. Häufig beteiligen sich benachbarte Brutpaare an der gemeinsamen Feindabwehr – eine Form kooperativen Verhaltens, die in lockeren Brutkolonien besonders effektiv ist.

Der Ruf der Uferschnepfe ist ein nasales, wiederholtes „wik-a wik-a wik-a", das im Flug vorgetragen wird. Im Balzflug steigt das Männchen steil auf, vollführt taumelnde Flugmanöver und lässt dabei einen auffälligen, weithin hörbaren Gesang hören.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt kurz nach der Ankunft im Brutgebiet ab Ende März bis April. Das Männchen führt auffällige Balzflüge über dem Revier durch und zeigt dem Weib