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Wasserpython

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Riesenschlangen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Liasis fuscus
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Pythons (Pythonidae)
  • Gattung: Liasis
  • Verbreitungsgebiet: Nordaustralien, Südneuguinea
  • Lebensraum: Gewässernahe Habitate – Flussauen, Sümpfe, Überschwemmungsgebiete, Mangrovenwälder
  • Größe: 150–300 cm, selten bis 350 cm
  • Gewicht: 3–10 kg, je nach Körperlänge und Ernährungszustand
  • Lebenserwartung: ca. 20–25 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 30 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Wasserpython ist eine mittelgroße bis große Riesenschlange mit einem kräftigen, leicht seitlich abgeflachten Körper, der an die semiaquatische Lebensweise angepasst ist. Die Grundfärbung der glatten, glänzenden Schuppen variiert von einheitlich dunkelbraun über olivbraun bis nahezu schwarz. Die Bauchseite ist deutlich heller und reicht von cremeweiß bis gelblich. Jungtiere zeigen häufig ein schwaches, dunkleres Bandmuster auf der Oberseite, das mit zunehmendem Alter verblasst und bei adulten Exemplaren meist vollständig verschwunden ist.

Der Kopf ist deutlich vom Hals abgesetzt, relativ breit und flach. Die Augen sind klein mit vertikal geschlitzter Pupille, was auf die vorwiegend dämmerungs- und nachtaktive Lebensweise hindeutet. Wie alle Pythons besitzt Liasis fuscus Labialgruben – wärmeempfindliche Sinnesorgane an den Ober- und Unterlippenschilden, die es der Schlange ermöglichen, die Infrarotstrahlung warmblütiger Beutetiere wahrzunehmen. Die Zähne sind nach hinten gekrümmt und dienen dem Festhalten der Beute; Giftzähne fehlen, da Pythons zu den ungiftigen Würgeschlangen zählen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Wasserpythons erstreckt sich über das tropische Nordaustralien – von der Kimberley-Region in Westaustralien über das Northern Territory bis nach Queensland – sowie über Teile des südlichen Neuguinea. Innerhalb dieses Areals besiedelt die Art bevorzugt gewässernahe Biotope. Flussläufe, Billabongs (australische Altarme), Überschwemmungsebenen, Süßwassersümpfe und Mangrovenzonen bilden das typische Habitat.

Die enge Bindung an Wasser unterscheidet den Wasserpython von den meisten anderen australischen Pythonarten. Er ist ein ausdauernder Schwimmer und nutzt Gewässer sowohl zur Jagd als auch zur Thermoregulation und als Fluchtweg. In der Trockenzeit, wenn viele Gewässer schrumpfen, konzentrieren sich Wasserpythons oft in großer Zahl an den verbliebenen Wasserstellen – ein Phänomen, das zu lokal hohen Populationsdichten führen kann.

Ernährung

Der Wasserpython ernährt sich als opportunistischer Jäger von einem breiten Beutespektrum. Hauptnahrungsquelle sind Wasservögel – insbesondere Enten, Reiher und Pfeifgänse –, die an den Ufern oder auf dem Wasser erbeutet werden. Daneben gehören kleine Säugetiere wie Nagetiere, Fledermäuse und Beuteltiere sowie Reptilien und Frösche zur Nahrung. In Gebieten nahe menschlicher Siedlungen werden gelegentlich auch Haushühner genommen.

Die Jagd erfolgt überwiegend in der Dämmerung und nachts. Der Wasserpython lauert oft am Uferrand oder im seichten Wasser, wo er sich mit einem schnellen Vorstoß auf vorbeikommende Beute stürzt. Die Beute wird durch Umschlingen mit den Körperwindungen getötet – ein Vorgang, der als Konstriktion bezeichnet wird. Dabei übt die Schlange bei jedem Ausatmen des Beutetiers zunehmenden Druck aus, bis der Kreislauf zum Stillstand kommt. Anschließend wird die Beute im Ganzen, stets mit dem Kopf voran, verschlungen.

Verhalten & Lebensweise

Wasserpythons sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, verbringen den Tag aber häufig an sonnenexponierten Stellen, um ihre Körpertemperatur zu regulieren. Als ektotherme (wechselwarme) Tiere sind sie auf externe Wärmequellen angewiesen. Tagsüber ruhen sie in Baumhöhlen, unter Uferunterspülungen, in Felsspalten oder zwischen dichter Ufervegetation.

Die Art lebt solitär und beansprucht kein klar abgegrenztes Revier, zeigt aber eine ausgeprägte Ortstreue. Telemetrie-Studien im Northern Territory haben gezeigt, dass einzelne Individuen über Jahre hinweg immer wieder dieselben Ruheplätze und Jagdgebiete nutzen. Während der Trockenzeit können sich an schrumpfenden Gewässern dutzende bis hunderte Wasserpythons auf engem Raum zusammenfinden, ohne dass aggressive Interaktionen zwischen den Tieren die Regel wären – von der Paarungszeit abgesehen.

Eine gut dokumentierte ökologische Wechselwirkung besteht mit der invasiven Aga-Kröte (Rhinella marina). Seit deren Ausbreitung in Nordaustralien ab den 1930er-Jahren sind die Bestände des Wasserpythons in einigen Regionen drastisch eingebrochen, da die Schlangen die hochgiftigen Kröten fressen und daran verenden.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in den australischen Winter (Juni bis August), also in die kühlere Trockenzeit. Männchen suchen paarungsbereite Weibchen vermutlich über Pheromonspuren auf. Bei der Balz umwindet das Männchen das Weibchen mit dem hinteren Körperabschnitt; gelegentlich kommt es zu Rivalenkämpfen zwischen Männchen, bei denen sich die Kontrahenten umeinander winden und versuchen, den Gegner zu Boden zu drücken.

Das Weibchen legt etwa 7 bis 20 Eier, die in feuchten, geschützten