Wasserschale
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Definition und Überblick
Eine Wasserschale ist ein offenes Behältnis, das in Terrarien, Paludarien und gelegentlich in der Aquaristik eingesetzt wird, um Reptilien, Amphibien, Wirbellosen und anderen Terrarientieren Zugang zu frischem Trinkwasser zu bieten. Darüber hinaus dient sie vielen Arten als Bademöglichkeit, trägt zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit im Terrarium bei und kann das Mikroklima im Lebensraum der Tiere positiv beeinflussen. Wasserschalen gehören zur Grundausstattung nahezu jeder Terrarieneinrichtung und sind in unterschiedlichsten Materialien, Formen und Größen erhältlich.
Materialien und Bauformen
Wasserschalen werden aus verschiedenen Werkstoffen hergestellt, die jeweils spezifische Vor- und Nachteile mit sich bringen:
- Kunstharz und Polyresin: Die am weitesten verbreiteten Wasserschalen im Terrarienbereich bestehen aus Kunstharz. Sie lassen sich in naturnahe Formen gießen, die Felsstrukturen, Baumstümpfe oder Erdmulden imitieren. Das Material ist leicht, bruchsicher und einfach zu reinigen.
- Keramik: Glasierte Keramikschalen sind schwer genug, um nicht von kräftigen Tieren wie Bartagamen oder Waranen umgestoßen zu werden. Die glatte Oberfläche verhindert, dass sich Bakterien in Poren festsetzen, was die Hygiene erleichtert.
- Naturstein: Schalen aus Granit, Schiefer oder Sandstein wirken besonders natürlich und fügen sich optisch nahtlos in ein biotopgerechtes Terrarium ein. Ihr hohes Eigengewicht sorgt für Standfestigkeit, allerdings sind sie schwieriger zu reinigen als glatte Materialien.
- Kunststoff: Einfache Kunststoffschalen sind preisgünstig und leicht, eignen sich jedoch eher für funktionale Zwecke in Zucht- oder Quarantänebecken, da sie optisch weniger ansprechend sind.
- Edelstahl und Glas: Diese Materialien kommen seltener zum Einsatz, bieten aber eine hygienische und chemisch inerte Oberfläche.
Die Bauformen reichen von flachen Trinknäpfen mit niedrigem Rand für kleine Echsen und Landschildkröten bis hin zu tiefen Badebecken, die großen Schlangen oder semiaquatischen Arten genügend Platz bieten, um vollständig ins Wasser einzutauchen. Einige Modelle verfügen über integrierte Stufen oder abgeflachte Ränder, damit kleine Tiere und Futterinsekten wieder problemlos herausklettern können – ein Detail, das das Ertrinken von Futtertieren und Jungtieren verhindert.
Funktionen im Terrarium
Die Wasserschale erfüllt im Terrarium mehrere Aufgaben gleichzeitig. Ihre primäre Funktion ist die Wasserversorgung: Viele Reptilien und Amphibien nehmen Wasser direkt aus stehenden Wasseransammlungen auf. Arten wie Königspythons, Kornnattern oder Leopardgeckos trinken regelmäßig aus Wasserschalen, sofern das Wasser frisch und sauber ist.
Gleichzeitig dient die Schale als Bade- und Einweichbecken. Schlangen suchen insbesondere vor der Häutung häufig die Wasserschale auf, da das Einweichen die alte Haut aufweicht und den Häutungsprozess erleichtert. Semiaquatische Schildkröten, Wasseragamen und bestimmte Froscharten verbringen große Teile des Tages im oder am Wasser.
Ein weiterer Aspekt ist die Luftfeuchtigkeitsregulierung. In tropischen Terrarien für Arten wie Grüne Baumpythons, Taggeckos oder Pfeilgiftfrösche verdunstet das Wasser aus der Schale kontinuierlich und erhöht so die relative Luftfeuchtigkeit im Becken. Die Verdunstungsrate lässt sich über die Größe der Wasseroberfläche und die Nähe zu Wärmequellen steuern.
Größe und Platzierung
Die richtige Dimensionierung der Wasserschale hängt von der gehaltenen Tierart ab. Als Faustregel gilt: Das Tier sollte vollständig in die Schale passen, wenn es sich um eine badende Art handelt. Für reine Trinknäpfe reicht eine deutlich kleinere Schale aus. Die Wassertiefe muss an die Körpergröße angepasst werden – bei kleinen Geckos oder juvenilen Tieren sollte das Wasser nur wenige Millimeter hoch stehen, um ein Ertrinken auszuschließen.
Die Platzierung erfolgt idealerweise auf der kühleren Seite des Terrariums, also abseits von Spotstrahlern und Heizmatten. Dadurch wird übermäßig schnelle Verdunstung vermieden und das Wasser bleibt länger frisch. In Wüstenterrarien sollte die Schale zudem nicht direkt unter UV-Lampen stehen, da starke Bestrahlung Algenwachstum fördert. Bei grabenden Arten wie Sandboas empfiehlt es sich, die Schale leicht einzugraben oder auf einem stabilen Untergrund zu platzieren, damit sie nicht unterwühlt und umgekippt wird.
Hygiene und Pflege
Sauberes Wasser ist eine Grundvoraussetzung für die Gesundheit der Terrarientiere. Das Wasser in der Schale sollte täglich gewechselt werden, da Reptilien und Amphibien häufig in ihr Trinkwasser koten. Stehendes, verunreinigtes Wasser begünstigt die Vermehrung von Bakterien, Parasiten und Pilzen, die zu Hautinfektionen, Atemwegserkrankungen und Magen-Darm-Problemen führen können.
Die Schale selbst wird mindestens einmal wöchentlich gründlich gereinigt. Dazu eignen sich heiße Wasserspülung und eine Bürste. Auf chemische Reinigungsmittel sollte verzichtet werden, da Rückstände die empfindliche Haut von Amphibien schädigen oder von Reptilien beim Trinken aufgenommen werden können. Für eine Desinfektion bieten sich verdünnte Essiglösung oder spezielle terrariengeeignete Desinfektionsmittel an, die nach gründlichem Nachspülen rückstandsfrei sind.
Als Trinkwasser eignet sich in der Regel abgestandenes Leitungswasser, aus dem das Chlor bereits entwichen ist. Bei empfindlichen Amphibienarten wie Pfeilgiftfröschen oder Axolotln kann die Verwendung eines Wasseraufbereiters sinnvoll sein, um