Weißer-schweizer-schäferhund
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Steckbrief
- Herkunft: Schweiz (Ursprung: USA/Kanada, Abstammung vom Deutschen Schäferhund)
- FCI-Gruppe: Gruppe 1 – Hüte- und Treibhunde, Sektion 1 – Schäferhunde (mit Arbeitsprüfung)
- FCI-Standard Nr.: 347
- Größe: Rüden 60–66 cm, Hündinnen 55–61 cm Widerristhöhe
- Gewicht: Rüden 30–40 kg, Hündinnen 25–35 kg
- Lebenserwartung: 11–13 Jahre
- Fell: Stockhaar oder Langstockhaar mit dichter Unterwolle; ausschließlich reinweiß
Herkunft & Geschichte
Die Geschichte des Weißen Schweizer Schäferhundes ist eng mit der des Deutschen Schäferhundes verknüpft. Bereits in den frühen Zuchtlinien des Deutschen Schäferhundes Ende des 19. Jahrhunderts traten immer wieder weiße Welpen auf. Der berühmte Stammvater Hektor Linksrhein, der 1899 unter dem Namen „Horand von Grafrath" als erster Deutscher Schäferhund ins Zuchtbuch eingetragen wurde, trug das Gen für weiße Fellfarbe. Sein Großvater „Greif" war ein weißer Schäferhund.
In Deutschland wurden weiße Schäferhunde im Laufe des 20. Jahrhunderts zunehmend aus der Zucht ausgeschlossen, da man die weiße Farbe fälschlicherweise mit Albinismus und gesundheitlichen Mängeln in Verbindung brachte. In den USA und Kanada hingegen wurden weiße Deutsche Schäferhunde gezielt weitergezüchtet und erfreuten sich großer Beliebtheit. Ab den 1970er-Jahren gelangten diese Hunde zurück nach Europa, insbesondere in die Schweiz, wo engagierte Züchter die Rasse systematisch aufbauten.
Die Schweiz übernahm schließlich die Patronanz und reichte den Rassestandard bei der Fédération Cynologique Internationale (FCI) ein. Im Jahr 2003 erfolgte die vorläufige, 2011 die endgültige Anerkennung als eigenständige Rasse unter dem Namen „Berger Blanc Suisse" – Weißer Schweizer Schäferhund. Der zuständige Zuchtverband in Deutschland ist der Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) nicht zuständig; die Zucht wird über den VDH und spezialisierte Rassezuchtvereine betreut.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Weiße Schweizer Schäferhund ist ein mittelgroßer bis großer, kräftig gebauter und dennoch elegant wirkender Hund. Sein Körperbau ist etwas gestreckter als der des Deutschen Schäferhundes, wobei die abfallende Rückenlinie bewusst nicht im Rassestandard verlangt wird. Der Rücken ist gerade und fest, was dem Hund ein harmonisches Erscheinungsbild verleiht.
Das auffälligste Merkmal ist das reinweiße Fell, das in zwei Varianten vorkommt: als Stockhaar (mittellang, dicht anliegend) oder als Langstockhaar (lang, leicht gewellt, mit deutlicher Mähne und Befederung). Beide Varianten besitzen eine dichte Unterwolle. Die Augen sind mandelförmig, dunkelbraun und verleihen dem Hund einen aufmerksamen, freundlichen Ausdruck. Die Ohren sind mittelgroß, dreieckig und stehend. Die buschige Rute wird in Ruhe säbelförmig getragen und reicht mindestens bis zum Sprunggelenk.
Charakter & Wesen
Der Weiße Schweizer Schäferhund gilt als ausgesprochen menschenbezogen, treu und sensibel. Im Vergleich zum Deutschen Schäferhund wird er oft als etwas weicher und feinfühliger beschrieben, ohne dabei an Arbeitsfreude oder Intelligenz einzubüßen. Er ist wachsam, ohne zu übertriebener Schärfe zu neigen, und zeigt sich Fremden gegenüber zunächst reserviert, aber niemals aggressiv.
Innerhalb der Familie ist er verspielt, anhänglich und geduldig – auch mit Kindern. Seine hohe Lernbereitschaft und sein ausgeprägter Wille, seinem Menschen zu gefallen, machen ihn zu einem hervorragenden Begleithund. Er reagiert empfindlich auf harte Erziehungsmethoden; eine konsequente, aber liebevolle Führung mit positiver Verstärkung bringt die besten Ergebnisse.
Seiner Abstammung als Hütehund entsprechend verfügt er über einen natürlichen Arbeitstrieb. Er eignet sich für zahlreiche Hundesportarten wie Obedience, Agility, Fährtenarbeit und Rettungshundeausbildung. Auch als Therapie- und Assistenzhund wird er erfolgreich eingesetzt.
Haltung & Pflege
Der Weiße Schweizer Schäferhund ist kein Hund für bequeme Couchliebhaber. Er braucht täglich ausreichend Auslauf und geistige Beschäftigung, um ausgeglichen zu bleiben. Mindestens zwei Stunden Bewegung pro Tag sollten eingeplant werden – idealerweise kombiniert mit Suchspielen, Trainingseinheiten oder sportlichen Aktivitäten. Ein Haus mit Garten ist von Vorteil, jedoch keine zwingende Voraussetzung, solange die Auslastung stimmt.
Die Fellpflege ist beim Weißen Schweizer Schäferhund regelmäßig, aber unkompliziert. Zwei- bis dreimal wöchentliches Bürsten hält das Fell in gutem Zustand und reduziert lose Haare. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst ist tägliches Bürsten empfehlenswert, da die dichte Unterwolle dann reichlich ausgehaart wird. Trotz der weißen Farbe ist das Fell erstaunlich pflegeleicht und schmutzabweisend – eingetrockneter Schmutz lässt sich meist einfach ausbürsten. Baden sollte nur bei Bedarf erfolgen.
Ohren, Zähne und Krallen sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gepflegt werden.
Ernährung
Die Ernährung sollte hochwertig, ausgewogen und dem Aktivitätslevel des Hundes angepasst sein. Ob Trockenfutter, Nassfutter, BARF (biologisch artgerechte Rohfütterung) oder eine Kombination gewählt wird, ist weniger entscheidend als die Qualität der Inhaltsstoffe.