Welsh-corgi-cardigan
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Steckbrief
- Herkunft: Wales (Großbritannien)
- FCI-Gruppe: Gruppe 1 – Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde), Sektion 1: Schäferhunde
- FCI-Standard Nr.: 38
- Größe: ca. 30 cm Schulterhöhe; Körperlänge idealerweise rund 90 cm von der Nasenspitze bis zur Rutenspitze
- Gewicht: Rüden 14–17 kg, Hündinnen 12–15 kg
- Lebenserwartung: 12–15 Jahre
- Fell: Kurzes bis mittellanges, hartes Deckhaar mit dichter Unterwolle
- Farben: Alle Farben mit oder ohne weiße Abzeichen, darunter Brindle, Blue Merle, Tricolor, Rot, Sable und Schwarz; großflächiges Weiß sollte nicht dominieren
Herkunft & Geschichte
Der Welsh Corgi Cardigan zählt zu den ältesten Hunderassen der Britischen Inseln. Seine Abstammung lässt sich bis ins walisische Cardiganshire (heute Ceredigion) zurückverfolgen, wo er seit über tausend Jahren als Hüte- und Treibhund eingesetzt wurde. Keltische Stämme sollen Vorfahren dieses kleinen, robusten Hundes bereits um 1200 v. Chr. nach Wales gebracht haben. Genetisch wird er der Familie der Teckel-ähnlichen Hunde zugeordnet, was seine kurzen Läufe und den langgestreckten Körperbau erklärt.
Die ursprüngliche Aufgabe des Cardigan bestand darin, Rinderherden durch Zwicken in die Fersen voranzutreiben und dabei dank seiner geringen Körperhöhe den Huftritten der Tiere auszuweichen. Daneben diente er als Wachhund auf den abgelegenen walisischen Höfen. Bis ins frühe 20. Jahrhundert wurden der Cardigan und der Welsh Corgi Pembroke als eine einzige Rasse geführt. Erst 1934 erkannte der britische Kennel Club beide als eigenständige Rassen an. Die FCI übernahm den Standard unter der Nummer 38. Der zuständige Zuchtverband in Deutschland ist der Club für Britische Hütehunde im VDH.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Welsh Corgi Cardigan ist ein kräftiger, langgestreckter Hund mit kurzen, stabilen Läufen. Sein Körperbau vermittelt trotz der geringen Größe den Eindruck von Substanz und Ausdauer. Der Kopf ist fuchsähnlich mit breitem, flachem Schädel und deutlichem, aber nicht übertrieben ausgeprägtem Stop. Die großen, aufrechten Ohren stehen im Verhältnis zum Körper recht weit auseinander und sind an den Spitzen leicht abgerundet.
Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zum Pembroke ist die lange, buschige Rute des Cardigan, die tief angesetzt getragen wird und im Ruhezustand fast den Boden berührt. Das Fell besteht aus einem wetterfesten, harten Deckhaar und einer dichten Unterwolle. Die Farbpalette ist deutlich vielfältiger als beim Pembroke: Neben den klassischen Rot- und Sable-Tönen sind Brindle, Blue Merle und verschiedene Tricolor-Varianten im Rassestandard zugelassen. Weiße Abzeichen an Brust, Pfoten, Hals und Fang sind typisch, dürfen aber nicht überwiegen.
Die leicht nach außen gebogenen Vorderläufe umschließen den tiefen Brustkorb und geben dem Hund seinen charakteristischen, bodennahen Gang. Trotz des scheinbar schwerfälligen Baus bewegt sich der Cardigan überraschend wendig und schnell.
Charakter & Wesen
Der Welsh Corgi Cardigan ist ein intelligenter, treuer und eigenständig denkender Hund. Sein Hüteinstinkt ist nach wie vor stark ausgeprägt, was sich im Alltag durch aufmerksames Beobachten und gelegentliches Hüten von Familienmitgliedern oder anderen Haustieren zeigt. Er ist wachsam, ohne übermäßig bellfreudig zu sein, und meldet zuverlässig ungewöhnliche Vorkommnisse.
Im Familienverbund zeigt sich der Cardigan verspielt und anhänglich. Er baut eine enge Bindung zu seinen Bezugspersonen auf, bleibt Fremden gegenüber jedoch zunächst reserviert – eine Eigenschaft, die ihn zu einem guten Wachhund macht. Trotz seiner geringen Größe bringt er ein gesundes Selbstbewusstsein mit und lässt sich nicht leicht einschüchtern. Seine Lernbereitschaft ist hoch, allerdings besitzt er eine gewisse Eigenwilligkeit, die eine konsequente, aber faire Erziehung erfordert. Härte und Drill sind bei dieser sensiblen Rasse kontraproduktiv.
Mit Kindern versteht er sich in der Regel gut, sofern sie respektvoll mit ihm umgehen. Gegenüber anderen Hunden verhält er sich meist verträglich, kann aber durchaus Dominanzverhalten zeigen.
Haltung & Pflege
Trotz seiner kompakten Größe ist der Welsh Corgi Cardigan kein reiner Schoßhund. Er benötigt ausreichend Auslauf und geistige Beschäftigung, um ausgeglichen zu bleiben. Tägliche Spaziergänge von insgesamt mindestens einer Stunde, ergänzt durch Denkspiele, Nasenarbeit oder Hundesport, sind empfehlenswert. Der Cardigan eignet sich hervorragend für Agility (in angepasster Form), Obedience und Rally Obedience. Auch Tricktraining und Fährtenarbeit kommen seiner Intelligenz entgegen.
Die Fellpflege ist unkompliziert, aber nicht zu unterschätzen. Regelmäßiges Bürsten – ein- bis zweimal pro Woche – entfernt lose Haare und verhindert Verfilzungen der Unterwolle. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst haart der Cardigan erheblich und sollte dann täglich gebürstet werden. Baden ist nur selten nötig, da das wetterfeste Fell Schmutz weitgehend abweist. Krallen, Ohren und Zähne sollten regelmäßig kontrolliert werden.
Eine Haltung in einer Wohnung ist möglich, sofern der Bewegungsbedarf gedeckt wird. Ein Haus mit Garten ist jedoch ideal, da der Cardigan seinen Wachtrieb dort ausleben kann.
Ernährung
Der Welsh Corgi Cardigan neigt zu Über