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Rassen > Hunderassen – Hütehunde

Steckbrief

  • Herkunft: Wales (Großbritannien)
  • FCI-Gruppe: Gruppe 1 – Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde), Sektion 1: Schäferhunde, ohne Arbeitsprüfung
  • FCI-Standard Nr.: 39
  • Widerristhöhe: 25–30 cm
  • Gewicht: Rüden 10–12 kg, Hündinnen 9–11 kg
  • Lebenserwartung: 12–15 Jahre
  • Fell: Mittellang, gerade, dichte Unterwolle, wetterfest
  • Farben: Rot, Sable, Rehfarben, Schwarz mit Loh (Black and Tan), jeweils mit oder ohne weiße Abzeichen

Herkunft & Geschichte

Der Welsh Corgi Pembroke zählt zu den ältesten Hunderassen der Britischen Inseln. Seine Abstammung lässt sich bis ins 10. Jahrhundert zurückverfolgen, wo er in der walisischen Grafschaft Pembrokeshire als vielseitiger Arbeitshund auf Bauernhöfen gehalten wurde. Der Name „Corgi" leitet sich vermutlich aus dem Walisischen ab: „cor" für Zwerg und „gi" für Hund – eine treffende Beschreibung seiner niedrigen, kompakten Statur.

Die genaue Abstammung ist unter Kynologen umstritten. Eine Theorie besagt, dass flämische Weber im 12. Jahrhundert Vorfahren des Pembroke nach Wales brachten. Andere Quellen sehen eine Verwandtschaft mit nordischen Spitzrassen wie dem Schwedischen Vallhund. Sicher ist, dass der Pembroke als eigenständige Rasse neben dem Welsh Corgi Cardigan existiert – beide wurden vom Kennel Club erst 1934 offiziell als getrennte Rassen anerkannt.

Weltweite Bekanntheit erlangte der Pembroke durch die britische Königin Elizabeth II., die seit ihrer Kindheit eine tiefe Verbundenheit zu dieser Rasse pflegte und über Jahrzehnte hinweg zahlreiche Pembrokes hielt. Der Zuchtverband The Kennel Club führt den Pembroke seit 1934, die FCI erkennt den Rassestandard unter der Nummer 39 an.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Welsh Corgi Pembroke ist ein kleiner, kräftig gebauter Hund mit auffallend langem Körper und kurzen, stabilen Läufen. Der Körperbau ist keineswegs zierlich – unter dem dichten Fell verbirgt sich eine überraschend muskulöse Konstitution, die seine Herkunft als Treibhund widerspiegelt.

Der Kopf ist fuchsähnlich mit aufmerksamen, mittelgroßen Augen in dunkler Farbe und aufrecht stehenden, leicht abgerundeten Ohren. Der Fang ist keilförmig und verjüngt sich zur schwarzen Nase hin. Das Gebiss zeigt einen vollständigen Scherenbisskomplex.

Ein markantes Unterscheidungsmerkmal zum Cardigan ist die Rute: Beim Pembroke wird sie gemäß Rassestandard kurz getragen – viele Welpen werden bereits mit einer natürlichen Stummelrute geboren. Das Fell besteht aus einem mittellangen, geraden Deckhaar und einer dichten, isolierenden Unterwolle. Erlaubte Farben sind Rot, Sable, Rehfarben sowie Schwarz mit Loh, jeweils mit oder ohne weiße Abzeichen an Brust, Läufen, Hals und Fang.

Charakter & Wesen

Der Pembroke ist ein Hund voller Gegensätze: Er ist treu und anhänglich gegenüber seiner Familie, gleichzeitig aber selbstbewusst und eigenständig in seinem Auftreten. Sein Hüteinstinkt ist tief verankert – er beobachtet aufmerksam seine Umgebung und zeigt sich wachsam gegenüber Fremden, ohne dabei aggressiv zu werden.

Die Rasse gilt als ausgesprochen intelligent und lernwillig. Pembrokes erfassen neue Kommandos schnell und arbeiten gerne mit ihrem Menschen zusammen, sofern das Training abwechslungsreich gestaltet wird. Monotone Wiederholungen langweilen diesen klugen Hund rasch. Sein verspieltes Naturell behält er bis ins hohe Alter bei – er ist stets bereit für gemeinsame Aktivitäten und Spiele.

Trotz seiner geringen Größe tritt der Pembroke mutig und selbstsicher auf. Er neigt dazu, seine Familie und sein Territorium zu verteidigen, was sich gelegentlich in Bellfreudigkeit äußern kann. Eine konsequente, aber liebevolle Erziehung von Welpenalter an ist daher unerlässlich. Mit Kindern versteht er sich in der Regel ausgezeichnet, wobei der angeborene Treibinstinkt – das Zwicken in die Fersen – frühzeitig umgelenkt werden sollte.

Haltung & Pflege

Trotz seiner kompakten Größe ist der Welsh Corgi Pembroke kein reiner Schoßhund. Er benötigt ausreichend Auslauf und geistige Beschäftigung, um ausgeglichen zu bleiben. Tägliche Spaziergänge von insgesamt mindestens einer Stunde sind Pflicht, ergänzt durch Spieleinheiten und Kopfarbeit. Hundesportarten wie Agility, Obedience oder Rally Obedience eignen sich hervorragend, um den bewegungsfreudigen Hund auszulasten.

Die Fellpflege ist unkompliziert, aber regelmäßig notwendig. Gründliches Bürsten zwei- bis dreimal pro Woche genügt im Normalfall. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst haart der Pembroke jedoch extrem stark – in dieser Phase ist tägliches Bürsten mit einer Unterwollbürste ratsam, um lose Haare zu entfernen und Verfilzungen zu vermeiden.

Der Pembroke eignet sich sowohl für die Haltung in einer ausreichend großen Wohnung als auch im Haus mit Garten. Entscheidend ist nicht die Wohnfläche, sondern die Bereitschaft des Halters, dem Hund genügend Beschäftigung und Sozialkontakte zu bieten. Längere Alleinzeiten verträgt diese soziale Rasse schlecht.

Ernährung

Der Welsh Corgi Pembroke hat eine ausgeprägte Neigung zu Übergewicht – ein Punkt, den Halter von Anfang an ernst nehmen sollten. Überschüssiges Gewicht belastet die lange Wirbelsäule und die kurzen Beine erheblich und kann Folgeerkrankungen begünstigen.

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