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Wüstenfuchs

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Tierart – Säugetiere > Raubtiere – Hunde (wild)

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Vulpes zerda
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Familie: Hunde (Canidae)
  • Gattung: Vulpes (Echte Füchse)
  • Lebensraum: Sandwüsten und Halbwüsten Nordafrikas und der Arabischen Halbinsel
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 24–41 cm, Schwanzlänge 18–31 cm, Schulterhöhe ca. 20 cm
  • Gewicht: 1,0–1,5 kg
  • Lebenserwartung: ca. 10–12 Jahre in Gefangenschaft, in freier Wildbahn vermutlich kürzer

Aussehen & Merkmale

Der Wüstenfuchs – auch Fennek oder Fennekfuchs genannt – ist der kleinste Vertreter der Familie Canidae. Sein auffälligstes Merkmal sind die im Verhältnis zum Kopf überproportional großen Ohren, die eine Länge von 10 bis 15 Zentimetern erreichen. Sie dienen nicht nur dem ausgezeichneten Gehör, mit dem der Fennek selbst unterirdisch lebende Beutetiere orten kann, sondern auch der Thermoregulation: Über die stark durchbluteten Ohrmuscheln wird überschüssige Körperwärme an die Umgebung abgegeben.

Das Fell ist an der Oberseite sandfarben bis cremegelb, die Unterseite nahezu weiß. Diese Färbung bietet in der Wüste eine hervorragende Tarnung. Das Haarkleid ist dicht und weich, was den Fennek nachts vor der teils erheblichen Kälte der Wüste schützt. Die Fußsohlen sind mit dichtem Fell bepolstert – eine Anpassung, die das Einsinken im losen Sand verringert und die Pfoten vor dem heißen Untergrund isoliert. Der buschige Schwanz endet in einer schwarzen Spitze; auch die Schwanzdrüse an der Oberseite des Schwanzansatzes ist durch einen dunklen Fleck markiert. Die Schnauze ist schmal und spitz, die Augen groß und dunkel.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Wüstenfuchses erstreckt sich über die Sahara und angrenzende Trockengebiete Nordafrikas – von Marokko und Mauretanien im Westen bis nach Ägypten und in den Nordsudan im Osten. Darüber hinaus kommt die Art auf der Sinai-Halbinsel und in Teilen der Arabischen Halbinsel vor. Sein bevorzugtes Habitat sind Sandwüsten und Dünenlandschaften mit spärlicher Vegetation. Gelegentlich besiedelt der Fennek auch steinige Wüstenrandgebiete und Halbwüsten, solange der Untergrund grabfähig ist. Die Art meidet offene, vegetationslose Sandmeere ebenso wie dicht besiedelte Gebiete. Wesentlich für das Biotop ist ein Untergrund, in dem der Fuchs seine zum Teil weitverzweigten Baue anlegen kann.

Ernährung

Der Fennek ist ein Allesfresser mit omnivoer Ausrichtung. Sein Nahrungsspektrum umfasst Insekten – vor allem Heuschrecken und Käfer –, kleine Echsen, Geckos, Nagetiere und Vogeleier. Daneben frisst er pflanzliche Kost wie Früchte, Knollen und Wurzeln. Diese pflanzlichen Bestandteile sind auch deshalb von Bedeutung, weil der Wüstenfuchs einen Großteil seines Wasserbedarfs über die Nahrung deckt. Er kann über lange Zeiträume ohne freies Trinkwasser auskommen. Beim Beutefang setzt der Fennek sein empfindliches Gehör ein: Er verharrt regungslos, lokalisiert die Beute unter der Sandoberfläche und springt dann gezielt zu, um sie mit einem schnellen Graben freizulegen.

Verhalten & Lebensweise

Der Wüstenfuchs ist überwiegend nachtaktiv. Tagsüber ruht er in selbstgegrabenen Erdbauen, die mehrere Eingänge und verzweigte Tunnelsysteme aufweisen können. Die Baue werden häufig in Dünen oder unter Büschen angelegt und bieten Schutz vor der extremen Tageshitze sowie vor Fressfeinden. Fenneks leben in kleinen Familiengruppen, die typischerweise aus einem Paar und dessen Nachkommen bestehen. Anders als bei vielen anderen Caniden bilden sie keine größeren Rudel. Innerhalb der Gruppe kommunizieren die Tiere über ein breites Repertoire an Lautäußerungen – darunter Bellen, Winseln und Knurren. Reviere werden mit Urin und dem Sekret der Schwanzdrüse markiert. Der Fennek ist ein gewandter Springer und kann aus dem Stand bis zu 70 Zentimeter hoch und über einen Meter weit springen – eine nützliche Fähigkeit bei der Jagd und der Flucht vor Fressfeinden wie Uhus, Schakalen und Hyänen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Wüstenfüchse leben in der Regel monogam. Die Paarungszeit fällt in die Monate Januar bis Februar. Die Balz geht mit erhöhter Lautaktivität und gegenseitiger Fellpflege einher. Nach einer Tragzeit von etwa 50 bis 52 Tagen bringt das Weibchen im März oder April einen Wurf von zwei bis fünf Jungtieren zur Welt. Die Welpen werden blind und mit geschlossenen Ohren geboren; ihre Augen öffnen sich nach rund zehn Tagen. Das Männchen versorgt das Weibchen während der Säugezeit mit Nahrung und verteidigt den Bau aggressiv gegen Eindringlinge. Ab einem Alter von etwa vier Wochen beginnen die Jungtiere, feste Nahrung aufzunehmen. Mit rund drei Monaten begleiten sie die Eltern auf Nahrungssuche, und im Alter von sechs bis neun Monaten sind sie selbstständig. Die Geschlechtsreife tritt mit etwa neun bis elf Monaten ein.

Bedrohung & Schutzstatus

Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Wüstenfuchs derzeit in der Kategorie „Least Concern" (nicht gefährdet) ein. Genaue Bestandszahlen liegen allerdings nicht vor, da die nachtaktive und unterirdisch lebende Art schwer zu erfassen ist. Regional geht der Bestand durch Lebensraumverlust, illegale Jagd und den Fang für den Heimtierhandel zurück. Insbesondere in Teilen Nord