Yak
YTierart – Säugetiere > Huftiere – Rinder
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Bos mutus (Wildyak) / Bos grunniens (Hausyak)
- Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
- Familie: Hornträger (Bovidae)
- Unterfamilie: Rinder (Bovinae)
- Gattung: Eigentliche Rinder (Bos)
- Lebensraum: Hochgebirgssteppen und alpine Grasländer Zentralasiens, vor allem Tibet und angrenzende Regionen
- Größe: Schulterhöhe bis 200 cm (Wildyak-Bullen), Hausyaks deutlich kleiner (100–130 cm)
- Gewicht: Wildyak-Bullen bis 1.000 kg, Kühe 300–350 kg; Hausyaks 250–600 kg
- Lebenserwartung: 20–25 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Yak ist ein massig gebauter Wildrind mit einem ausgeprägten Buckel über den Schultern, der durch die verlängerten Dornfortsätze der Brustwirbel gebildet wird. Der Kopf wird relativ tief getragen, was dem Tier eine charakteristische Silhouette verleiht. Beide Geschlechter tragen Hörner, die bei Bullen nach außen und oben geschwungen sind und eine Länge von bis zu 90 cm erreichen können. Die Hörner der Kühe sind kürzer und schlanker.
Das auffälligste Merkmal ist das extrem dichte, mehrschichtige Fell. Es besteht aus einem feinen, dichten Unterhaar (Flaum) und langen, groben Deckhaaren, die an Bauch, Flanken und Beinen eine ausgeprägte „Schürze" bilden. Dieses Haarkleid reicht bei Wildyaks fast bis zum Boden und bietet hervorragenden Schutz gegen Temperaturen von bis zu minus 40 °C. Die Fellfärbung wildlebender Tiere ist dunkelbraun bis schwarz; Hausyaks zeigen durch Züchtung auch weiße, gescheckte und graue Farbvarianten.
Die Hufe sind breit und hart, was den Tieren sicheren Tritt auf felsigem und vereistem Untergrund ermöglicht. Der buschige Schweif erinnert eher an den eines Pferdes als an den typischen Rinderschwanz mit Endquaste.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Wildyaks beschränkt sich auf das tibetische Hochplateau und angrenzende Gebirgsregionen in China (Qinghai, Xinjiang, Gansu) sowie vereinzelt auf Grenzgebiete zu Indien und Nepal. Das bevorzugte Habitat liegt in Höhenlagen zwischen 4.000 und 6.000 Metern über dem Meeresspiegel – ein Biotop, das von extremer Kälte, geringem Sauerstoffgehalt und spärlicher Vegetation geprägt ist. Wildyaks besiedeln vorwiegend alpine Steppen, Geröllfelder und hochgelegene Täler mit Grasvegetation.
Hausyaks sind wesentlich weiter verbreitet. Sie werden in weiten Teilen Zentralasiens gehalten, darunter in der Mongolei, in Nepal, Bhutan, Kirgisistan, Tadschikistan und in Teilen Russlands (Altai, Tuwa). Weltweit wird der Bestand an domestizierten Yaks auf über 14 Millionen Tiere geschätzt, wobei China mit Abstand den größten Anteil hält.
Ernährung
Yaks sind Wiederkäuer und reine Pflanzenfresser. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Gräsern, Kräutern, Flechten und niedrigen Sträuchern – also der kargen Vegetation, die das Hochplateau bietet. Im Winter scharren die Tiere mit ihren kräftigen Hufen Schnee beiseite, um an die darunterliegende Pflanzendecke zu gelangen. Sie nehmen auch gefrorenes Gras auf und decken ihren Flüssigkeitsbedarf teilweise durch das Fressen von Schnee und Eis. Die mehrkammrige Magenstruktur ermöglicht die Verwertung extrem faserreicher und nährstoffarmer Nahrung, was in diesem Lebensraum einen entscheidenden Überlebensvorteil darstellt.
Verhalten & Lebensweise
Wildyaks leben in Herden, deren Zusammensetzung je nach Jahreszeit variiert. Kühe bilden mit ihren Kälbern und Jungtieren Gruppen von 10 bis 20, gelegentlich bis über 100 Tieren. Ausgewachsene Bullen leben außerhalb der Paarungszeit einzelgängerisch oder in kleinen Bullengruppen von zwei bis fünf Tieren.
Die Aktivität der Yaks konzentriert sich auf die frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden. Während der heißesten Tageszeit – sofern man bei Temperaturen auf dem tibetischen Plateau davon sprechen kann – ruhen die Tiere und kauen wieder. Yaks sind keine streng territorialen Tiere; sie nutzen weite Streifgebiete, die saisonal wechseln. Im Sommer ziehen die Herden in höher gelegene Weiden, im Winter weichen sie in tiefere, geschütztere Täler aus.
Der Name „Bos grunniens" (der grunzende Ochse) verweist auf die Lautgebung: Yaks stoßen im Gegensatz zu anderen Rindern kein typisches Muhen aus, sondern kommunizieren mit grunzenden und brummenden Lauten.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit der Wildyaks fällt in die Monate Juli bis September. In dieser Phase schließen sich die Bullen den Kuhherden an und tragen teils heftige Rangkämpfe aus, bei denen sie ihre Hörner und ihr Körpergewicht einsetzen. Dominante Bullen sichern sich das Paarungsrecht mit mehreren Kühen.
Nach einer Tragzeit von etwa 258 Tagen (rund achteinhalb Monate) bringt die Kuh in der Regel ein einzelnes Kalb zur Welt. Zwillingsgeburten sind äußerst selten. Die Geburten erfolgen meist zwischen Mai und Juni, wenn die Weidebedingungen am günstigsten sind. Das Kalb steht innerhalb weniger Minuten nach der Geburt auf den Beinen und folgt der Mutter. Die Stillzeit dauert etwa ein Jahr, obwohl die Kälber bereits nach wenigen Wochen beginnen, feste Nahrung aufzunehmen. Kühe kalben in der Regel nur alle zwei Jahre, was die geringe Reproduktionsrate der Art erklärt. Die Geschlechtsreife wird mit drei bis vier Jahren erreicht.