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Yorkshire-terrier

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Rassen > Hunderassen – Terrier

Steckbrief

  • Herkunft: England (Grafschaft Yorkshire)
  • FCI-Gruppe: Gruppe 3 – Terrier, Sektion 4 – Zwerg-Terrier (ohne Arbeitsprüfung)
  • FCI-Standard Nr.: 86
  • Größe: ca. 18–23 cm Widerristhöhe (im Standard nicht explizit festgelegt)
  • Gewicht: bis 3,2 kg (laut Rassestandard)
  • Lebenserwartung: 13–16 Jahre
  • Fell: Lang, seidig, glatt, ohne Unterwolle
  • Farben: Dunkles Stahlblau am Körper, sattes Tan (goldbraun) an Brust, Kopf und Läufen

Herkunft & Geschichte

Der Yorkshire Terrier entstand Mitte des 19. Jahrhunderts in den nordenglischen Grafschaften Yorkshire und Lancashire. Seine Abstammung geht auf verschiedene kleine Terrierrassen zurück, darunter der heute ausgestorbene Clydesdale Terrier, der Skye Terrier, der Paisley Terrier sowie der Waterside Terrier. Auch Einkreuzungen des Maltesers werden von Kynologen diskutiert.

Die Rasse wurde ursprünglich von Arbeitern in den Textilmühlen und Bergwerken Nordenglands gezüchtet. Ihr Zweck war ausgesprochen praktischer Natur: Die kleinen, wendigen Hunde sollten Ratten und Mäuse in den Fabriken und Wohnhäusern kurz halten. Da sich die Arbeiter keine großen Hunde leisten konnten, brauchten sie einen kompakten, aber mutigen Rattenfänger – und genau das war der frühe Yorkshire Terrier.

Im Laufe der Jahrzehnte wandelte sich das Bild der Rasse grundlegend. Durch sein außergewöhnlich schönes, seidiges Fell und seine geringe Größe wurde der Yorkshire Terrier zum begehrten Gesellschaftshund der viktorianischen Oberschicht. 1886 wurde die Rasse vom Kennel Club in Großbritannien offiziell anerkannt. Der Zuchtverband FCI führt den Yorkshire Terrier unter der Standard-Nummer 86. Heute zählt er weltweit zu den beliebtesten Kleinhunderassen.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Yorkshire Terrier ist ein kleiner, kompakter Hund mit aufrechter, selbstbewusster Haltung. Sein auffälligstes Merkmal ist das bodenlange, seidig glänzende Fell, das in der Mitte des Rückens gescheitelt fällt. Es besitzt keine Unterwolle und ähnelt in seiner Struktur eher menschlichem Haar als typischem Hundefell. Die Farbgebung ist im Rassestandard genau definiert: Vom Hinterkopf bis zur Schwanzwurzel zeigt sich ein dunkles Stahlblau, während Brust, Kopf und Läufe in einem warmen, satten Goldbraun (Tan) gefärbt sind.

Welpen kommen nahezu schwarz zur Welt und färben sich erst im Laufe der ersten zwei bis drei Lebensjahre um. Dieser Farbwechsel ist rassetypisch und ein Zeichen korrekter Pigmentierung.

Die Ohren sind klein, V-förmig und werden aufrecht getragen. Die dunklen Augen sind mittelgroß und blicken wach und intelligent. Der Körperbau ist trotz der geringen Größe wohlproportioniert. Die Rute wurde früher üblicherweise kupiert, was in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern mittlerweile verboten ist. Unkupiert wird sie etwas über Rückenhöhe getragen.

Charakter & Wesen

Wer im Yorkshire Terrier nur ein niedliches Schoßhündchen vermutet, unterschätzt diese Rasse erheblich. Unter dem seidigen Fell steckt ein echter Terrier: mutig, selbstbewusst, wachsam und mit einem bemerkenswerten Temperament ausgestattet. Yorkies sind lebhaft, neugierig und erstaunlich furchtlos – sie scheinen sich ihrer geringen Größe oft nicht bewusst zu sein und treten auch deutlich größeren Hunden gegenüber selbstsicher auf.

Gleichzeitig sind Yorkshire Terrier ausgesprochen treu und anhänglich. Sie bauen eine enge Bindung zu ihrer Bezugsperson auf und sind überaus menschenbezogen. Ihre Intelligenz macht sie gelehrig, wobei eine gewisse Eigensinnigkeit typisch für die Rasse ist. Sie lernen schnell, entscheiden aber gern selbst, ob sie einer Aufforderung nachkommen wollen.

Als ehemaliger Rattenfänger besitzt der Yorkshire Terrier nach wie vor einen ausgeprägten Jagdinstinkt. Zudem neigt er zur Bellfreudigkeit, was ihn zu einem erstaunlich effektiven Wachhund macht. Eine konsequente Erziehung von Welpenalter an ist deshalb unerlässlich, damit dieses Verhalten nicht überhandnimmt.

Haltung & Pflege

Der Yorkshire Terrier eignet sich hervorragend für die Wohnungshaltung und braucht vergleichsweise wenig Platz. Dennoch wäre es ein Fehler, seinen Bewegungsdrang zu unterschätzen. Täglicher Auslauf in Form von Spaziergängen und geistige Beschäftigung sind wichtig, damit der kleine Terrier ausgeglichen bleibt. Intelligenzspiele, kleine Suchaufgaben und kurze Trainingseinheiten halten ihn geistig fit.

Die Fellpflege ist beim Yorkshire Terrier ein zentrales Thema. Das lange, seidige Haar verfilzt schnell, wenn es nicht regelmäßig gebürstet wird. Ausstellungshunde werden täglich gekämmt, und das Fell wird in Papilloten gewickelt, um es zu schützen. Bei Hunden, die nicht auf Ausstellungen geführt werden, empfiehlt sich ein praktischer Kurzhaarschnitt, der den Pflegeaufwand deutlich reduziert. Regelmäßiges Baden mit einem milden Hundeshampoo, Kontrolle der Ohren, Augenpflege und Zahnpflege gehören ebenfalls zur Routine.

Da der Yorkshire Terrier keine Unterwolle besitzt, ist er kälteempfindlich. An kalten Wintertagen kann ein Hundemantel bei längeren Spaziergängen sinnvoll sein.

Ernährung

Der Yorkshire Terrier stellt keine außergewöhnlichen Ansprüche an die Ernährung, benötigt aber hochwertiges Futter, das auf kleine Rassen abgestimmt ist. Aufgrund seines geringen Körpergewichts ist die Futtermenge naturgemäß klein – umso wichtiger ist eine hohe Nährstoffdichte. Hochwertiges Nass- oder Trockenfutter mit einem hohen Fleisch