Alpensegler
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Tachymarptis melba (früher Apus melba)
- Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
- Familie: Segler (Apodidae)
- Gattung: Tachymarptis
- Lebensraum: Felsige Gebirgsregionen, Küstenklippen, Gebäudebrüter in Städten
- Größe: 20–23 cm Körperlänge, Flügelspannweite 51–58 cm
- Gewicht: 76–120 g
- Lebenserwartung: Bis zu 20 Jahre (Ringfunde belegen 26 Jahre)
Aussehen & Merkmale
Der Alpensegler ist der größte in Europa brütende Segler und deutlich größer als der verwandte Mauersegler (Apus apus). Sein Gefieder ist oberseits einheitlich erdbraun gefärbt, die Unterseite zeigt ein auffallendes Muster: Kehle und Bauch sind weiß, getrennt durch ein braunes Brustband. Dieses Brustband ist das zuverlässigste Erkennungsmerkmal im Flug und unterscheidet ihn sofort vom Mauersegler, dessen Unterseite fast vollständig dunkel erscheint.
Die Flügel sind lang, schmal und sichelförmig – typisch für alle Vertreter der Familie der Segler. Der Schwanz ist gegabelt, wenn auch weniger tief als beim Mauersegler. Die Füße sind klein und alle vier Zehen nach vorn gerichtet (pamprodaktyl), was das Greifen an senkrechten Flächen ermöglicht, das Laufen auf ebenen Flächen jedoch nahezu unmöglich macht. Der kurze, breite Schnabel öffnet sich zu einem weiten Schlund, der als effizientes Fangwerkzeug für Fluginsekten dient. Die Augen sind dunkelbraun und von einem schmalen dunklen Zügel umgeben.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Alpenseglers erstreckt sich über Südeuropa, Teile Vorderasiens und weite Bereiche Afrikas südlich der Sahara. In Europa brütet die Art vor allem im Mittelmeerraum sowie in den Alpen, wo sie Höhenlagen bis etwa 2.500 Meter besiedelt. In der Schweiz ist der Alpensegler ein vergleichsweise häufiger Brutvogel in Städten wie Bern, Freiburg und Solothurn. In Deutschland beschränken sich die Brutvorkommen auf wenige Standorte im Süden, etwa in Freiburg im Breisgau.
Das bevorzugte Habitat umfasst steile Felswände, Klippen und Schluchten. In zunehmendem Maße hat die Art jedoch hohe Gebäude als Ersatz-Biotop angenommen. Kirchtürme, historische Altbauten und Brücken dienen als Brutplätze, sofern geeignete Nischen und Spalten vorhanden sind. Im Luftraum über offenem Gelände, Gewässern und Siedlungen jagt der Alpensegler in großer Höhe. Als Zugvogel verbringt die europäische Population den Winter im tropischen Afrika, südlich der Sahelzone.
Ernährung
Der Alpensegler ernährt sich ausschließlich von Fluginsekten und Spinnen, die er im Flug erbeutet. Sein Nahrungsspektrum umfasst Fliegen, Mücken, kleine Käfer, Blattläuse, geflügelte Ameisen und Schmetterlinge sowie Baldachinspinnen, die sich an Fäden durch die Luft treiben lassen. Die Jagd erfolgt mit weit geöffnetem Schnabel im schnellen Flug, wobei der weite Rachen wie ein Kescher funktioniert.
An guten Tagen kann ein einzelner Alpensegler mehrere tausend Insekten erbeuten. Bei Schlechtwetterperioden ist die Art in der Lage, in eine Art Torpor zu fallen – einen Zustand herabgesetzter Körpertemperatur und reduzierten Stoffwechsels. Auch die Jungvögel im Nest können mehrtägige Hungerphasen überstehen, indem sie ihre Körpertemperatur senken.
Verhalten & Lebensweise
Der Alpensegler ist ein ausgesprochener Luftvogel. Außerhalb der Brutzeit verbringt er praktisch sein gesamtes Leben in der Luft – er trinkt im Flug, indem er über Wasseroberflächen gleitet, er schläft im Flug in großer Höhe und er paart sich gelegentlich sogar im Flug. Studien mit Datenloggern an Schweizer Alpenseglern haben gezeigt, dass Individuen über einen Zeitraum von mehr als 200 Tagen ununterbrochen in der Luft bleiben können, ohne ein einziges Mal zu landen.
Die Art ist tagaktiv, wobei die Jagdflüge vor allem in den Morgen- und Abendstunden stattfinden. In der Dämmerung steigen Alpensegler oft in große Höhen auf, wo sie im Gleitflug die Nacht verbringen. Ihr Flug ist kraftvoll und schnell, mit steifen Flügelschlägen, die von längeren Gleitphasen unterbrochen werden. Im Sturzflug können sie Geschwindigkeiten von über 200 km/h erreichen.
Am Brutplatz sind Alpensegler gesellig und brüten in Kolonien, die wenige Paare bis mehrere hundert Brutpaare umfassen können. Die typischen trillernden Rufreihen – ein auf- und abschwellendes „tiriririri" – sind an Sommerabenden über südeuropäischen Städten ein charakteristisches Geräusch.
Fortpflanzung & Aufzucht
Alpensegler sind brutplatztreu und monogam, wobei Paarbindungen über mehrere Jahre bestehen können. Die Balz beginnt kurz nach der Ankunft im Brutgebiet, meist im April. Dabei kommt es zu gemeinsamen Verfolgungsflügen und Lautäußerungen am Nistplatz. Das Nest wird in Felsspalten, Mauernischen oder unter Dachvorsprüngen angelegt. Es besteht aus Halmen, Federn und Pflanzenteilen, die im Flug aufgesammelt und mit Speichel verklebt werden.
Das Gelege umfasst in der Regel zwei bis drei weiße, längliche Eier. Beide Elternvögel bebrüten die Eier über einen Zeitraum von 17 bis 23 Tagen. Die Nestlingszeit ist mit 53 bis 66 Tagen ausgesprochen lang und variiert je nach Nahrungsangebot stark. Bei schlechtem Wetter kann sich die Nestlingszeit um Wochen verlängern, da