Haussperling
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Passer domesticus
- Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
- Familie: Sperlinge (Passeridae)
- Gattung: Passer
- Lebensraum: Siedlungsgebiete, Städte, Dörfer, landwirtschaftliche Flächen
- Größe: 14–16 cm
- Gewicht: 25–40 g
- Flügelspannweite: 21–25 cm
- Lebenserwartung: 2–5 Jahre in freier Wildbahn, in Ausnahmefällen bis 14 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Haussperling – umgangssprachlich schlicht als Spatz bezeichnet – ist ein kompakt gebauter Singvogel mit kräftigem, kegelförmigem Schnabel, der auf eine vorwiegend körnerfressende Lebensweise hinweist. Zwischen Männchen und Weibchen besteht ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus im Gefieder.
Das Männchen trägt auf dem Scheitel eine graue Kappe, die seitlich von kastanienbraunen Streifen eingefasst wird. Auffällig ist der schwarze Kehlfleck, dessen Größe individuell variiert und während der Brutzeit an Ausdehnung zunimmt. Die Wangen sind weißlich bis hellgrau, der Rücken braun mit schwarzen Längsstreifen. Die Unterseite zeigt sich überwiegend grau. Der Schnabel ist in der Brutzeit schwarz gefärbt, außerhalb dieser Zeit hornfarben.
Weibchen und Jungvögel sind insgesamt unscheinbarer. Ihr Gefieder ist oberseits bräunlich-grau gestreift, unterseits hell beige bis grau. Ein heller Überaugenstreif ist das deutlichste Erkennungsmerkmal beim Weibchen. Die Beine beider Geschlechter sind rötlich-braun, die Augen dunkelbraun.
Vom ähnlich aussehenden Feldsperling (Passer montanus) unterscheidet sich der Haussperling durch das Fehlen des schwarzen Wangenflecks und die graue – statt braune – Kopfplatte beim Männchen. Der Feldsperling zeigt zudem keinen Geschlechtsdimorphismus.
Lebensraum & Verbreitung
Der Haussperling ist einer der am weitesten verbreiteten Vögel der Erde. Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet umfasst Europa, weite Teile Asiens und Nordafrika. Durch gezielte Einführung und unbeabsichtigte Verschleppung hat er sich darüber hinaus in Nord- und Südamerika, Australien, Neuseeland und dem südlichen Afrika angesiedelt. In Mitteleuropa gehört er zu den häufigsten Brutvögeln.
Als ausgesprochener Kulturfolger ist der Haussperling eng an menschliche Siedlungen gebunden. Sein bevorzugtes Habitat sind Städte, Dörfer, Gehöfte und Industriegebiete – Orte, an denen er sowohl Nahrung als auch Nistmöglichkeiten findet. In geschlossenen Waldgebieten oder weitab menschlicher Bebauung kommt er praktisch nicht vor. Diese enge Bindung an den Menschen besteht seit mehreren Tausend Jahren und begann vermutlich mit dem Aufkommen des Ackerbaus im Nahen Osten.
In höheren Gebirgslagen wird der Haussperling seltener; in den Alpen brütet er bis etwa 1.500 Meter, vereinzelt auch höher. In ariden Regionen Zentralasiens besiedelt er oasenartige Biotope entlang von Bewässerungssystemen.
Ernährung
Der Haussperling ist ein Allesfresser mit Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. Getreide, Sämereien, Gräser und Knospen bilden den Hauptanteil seiner Nahrung. In städtischen Gebieten nutzt er zusätzlich Brotkrumen, Essensreste und Abfälle – eine Anpassung, die wesentlich zu seinem Erfolg als Kulturfolger beiträgt.
Während der Brutzeit steigt der Anteil tierischer Nahrung erheblich an. Die Altvögel füttern ihre Nestlinge überwiegend mit Insekten und deren Larven, darunter Blattläuse, Raupen, Käfer und Fliegen. Dieser proteinreiche Anteil ist für die Entwicklung der Jungvögel unverzichtbar. Auch Spinnen stehen gelegentlich auf dem Speiseplan.
Haussperlinge suchen ihre Nahrung vorwiegend am Boden, häufig in kleinen Trupps. Sie hüpfen dabei charakteristisch umher und picken Körner und Insekten auf. An Futterhäusern und Vogeltränken sind sie regelmäßige Gäste.
Verhalten & Lebensweise
Haussperlinge sind tagaktive Vögel mit einem ausgeprägten Sozialleben. Sie leben ganzjährig in lockeren Gruppen und bilden außerhalb der Brutzeit teils größere Schwärme, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen und in dichten Hecken oder Gebüschen übernachten. Diese gemeinschaftlichen Schlafplätze werden oft über Jahre hinweg genutzt.
Der Gesang des Männchens ist wenig melodisch – ein monotones, rhythmisches Tschilpen, das vor allem zur Revierabgrenzung und Weibchenanlockung dient. Im Vergleich zu anderen Singvögeln gilt der Haussperling als wenig variabler Sänger. Sein Repertoire umfasst dennoch verschiedene Rufe für Alarm, Kontakt und Aggression.
Der Haussperling ist weitgehend standorttreu. Adulte Vögel verlassen ihr angestammtes Revier selten über größere Distanzen. Jungvögel dispergieren nach dem Flüggewerden durchschnittlich nur wenige Kilometer. Echte Zugbewegungen kommen bei mitteleuropäischen Populationen nicht vor; lediglich in den nördlichsten und östlichsten Teilen des Verbreitungsgebiets gibt es partielle Wanderungen.
Das Staubbaden gehört zu den typischen Komforthandlungen des Haussperlings. In trockenen Bodenmulden wälzt er sich ausgiebig, um Parasiten aus dem Gefieder zu entfernen. Auch Wasserbäder nimmt er häufig und mit sichtbarer Ausdauer.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutsaison erstreckt sich in Mitteleuropa von April bis August. Der Haussperling führt eine saison