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Auerhuhn

A

Tierart – Vögel > Hühnervögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Tetrao urogallus
  • Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
  • Familie: Fasanenartige (Phasianidae), Unterfamilie Raufußhühner (Tetraoninae)
  • Gattung: Tetrao
  • Lebensraum: Ausgedehnte, strukturreiche Nadel- und Mischwälder der borealen und montanen Zone
  • Größe: Hahn 74–90 cm, Henne 54–63 cm
  • Gewicht: Hahn 3,5–6,5 kg, Henne 1,5–2,5 kg
  • Lebenserwartung: 10–15 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Das Auerhuhn ist der größte Hühnervogel Europas und zeigt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Der Auerhahn trägt ein überwiegend schiefergraues bis schwarzblaues Gefieder mit metallisch grünem Brustschild. Der Schwanz ist lang, breit und wird während der Balz fächerartig aufgestellt. Über dem Auge sitzt eine auffällige, nackte und leuchtend rote Hautpartie – die sogenannte Rose. Der kräftige, helle Schnabel ist leicht nach unten gebogen.

Die Auerhenne ist deutlich kleiner und unauffälliger gefärbt. Ihr Gefieder zeigt eine braun-rostfarbene Bänderung, die als Tarnfärbung am Waldboden hervorragend funktioniert. Brust und Kehle sind rostgelb getönt. Beide Geschlechter besitzen befiederte Läufe – ein charakteristisches Merkmal der Raufußhühner, das als Anpassung an kalte, schneereiche Lebensräume dient. Im Winter bilden sich an den Zehen hornartige Fransen aus, die als natürliche Schneeschuhe wirken.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Auerhuhns erstreckt sich von Skandinavien und Schottland über Mittel- und Osteuropa bis nach Sibirien. In Mitteleuropa kommt die Art vor allem in den Alpen, im Schwarzwald, im Bayerischen Wald sowie in den Karpaten vor. Die Populationen in Mitteleuropa sind stark fragmentiert und vielerorts nur noch inselartig vorhanden.

Als Habitat bevorzugt das Auerhuhn ausgedehnte, lichte Nadelwälder und Mischwälder mit reichem Unterwuchs aus Heidelbeeren, Preiselbeeren und anderen Zwergsträuchern. Entscheidend ist eine offene Bestandsstruktur mit Lichtungen, Moorrändern und Freiflächen. Dicht geschlossene Wirtschaftswälder ohne Bodenvegetation sind als Biotop ungeeignet. In den Alpen besiedelt das Auerhuhn bevorzugt die montane und subalpine Höhenstufe zwischen 800 und 2.000 Metern.

Ernährung

Die Nahrung des Auerhuhns unterliegt einem ausgeprägten jahreszeitlichen Wechsel. Im Sommer und Herbst ernähren sich die Vögel von Heidelbeeren, Preiselbeeren, Knospen, Blättern, Gräsern, Kräutern sowie Insekten und deren Larven. Insektennahrung spielt vor allem für die Küken in den ersten Lebenswochen eine zentrale Rolle, da sie den hohen Eiweißbedarf deckt.

Im Winter, wenn der Boden unter einer geschlossenen Schneedecke liegt, stellt das Auerhuhn fast vollständig auf Nadeln von Kiefer, Fichte und Tanne um. Diese Winternahrung ist extrem nährstoffarm und schwer verdaulich. Um sie verwerten zu können, besitzt das Auerhuhn einen stark vergrößerten Blinddarm, in dem Mikroorganismen die pflanzlichen Fasern aufschließen. Zusätzlich nimmt es kleine Steinchen (Gastrolithen) auf, die im Muskelmagen beim mechanischen Zerkleinern der Nahrung helfen.

Verhalten & Lebensweise

Auerhühner leben überwiegend einzelgängerisch und standorttreu. Sie halten sich vorwiegend am Boden auf, übernachten jedoch regelmäßig auf Bäumen, wo sie vor Bodenfeinden besser geschützt sind. In den kalten Wintermonaten graben sie sich gelegentlich in den Schnee ein, um in diesen Schneehöhlen die Nacht zu verbringen und Körperwärme zu sparen.

Die Art ist tagaktiv mit Aktivitätsschwerpunkten in den Morgen- und Abendstunden. Auerhühner bewegen sich bevorzugt zu Fuß durch ihr Revier und fliegen nur bei Störung oder zum Aufbaumen auf. Der Flug wirkt schwerfällig, ist aber kräftig und kann über kurze Distanzen erstaunlich schnell sein. Der Aktionsradius ist vergleichsweise klein – die meisten Tiere verbringen ihr gesamtes Leben in einem Gebiet von wenigen Quadratkilometern.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz des Auerhahns gehört zu den eindrucksvollsten Schauspielen der heimischen Vogelwelt. Sie findet von Ende März bis Mai auf traditionellen Balzplätzen statt, die über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte genutzt werden. Der Balzgesang des Hahns gliedert sich in mehrere Phasen: das Knappen (schnalzende Doppellaute), den Triller, den Hauptschlag und das Schleifen (Wetzen). Während der letzten Phase, dem Schleifen, ist der Hahn für wenige Sekunden nahezu taub – ein Phänomen, das bereits früh das Interesse der Jäger weckte und dem Tier seinen volkstümlichen Ruf der „Taubheit" einbrachte.

Das Auerhuhn ist polygyn: Ein erfolgreicher Hahn paart sich mit mehreren Hennen. Nach der Paarung kümmert sich ausschließlich die Henne um Brut und Aufzucht. Sie legt 5 bis 12 gelblich-braune, dunkel gefleckte Eier in eine einfache Bodenmulde, die mit Gras und Federn ausgepolstert wird. Die Brutdauer beträgt etwa 26 bis 28 Tage. Die Küken sind Nestflüchter und folgen der Mutter unmittelbar nach dem Schlupf. Sie können bereits nach zwei bis drei Wochen kurze Strecken fliegen. Die Familie löst sich im Spätsommer auf.

Bedrohung & Schutzstatus

Global stuft die IUCN das Auerhuhn als „Least Concern" (nicht gefährdet) ein, da die Art in