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Frankolin

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Tierart – Vögel > Hühnervögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Francolinus (sowie weitere Gattungen wie Pternistis, Scleroptila, Peliperdix u. a.)
  • Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
  • Familie: Fasanenartige (Phasianidae)
  • Lebensraum: Savannen, Buschland, Grasland, lichte Wälder, Halbwüsten – von Afrika über den Nahen Osten bis Südasien
  • Größe: 25–45 cm (je nach Art)
  • Gewicht: 200–900 g
  • Lebenserwartung: 5–10 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis etwa 15 Jahre

Aussehen & Merkmale

Frankoline sind kompakt gebaute, bodenlebende Hühnervögel mit kräftigen Beinen und kurzen, abgerundeten Flügeln. Ihr Gefieder zeigt je nach Art eine große Bandbreite an Farben und Mustern. Viele Arten tragen eine braune, graue oder rötliche Grundfärbung mit deutlicher Bänderung, Fleckung oder Strichelung, die eine hervorragende Tarnung in ihrem jeweiligen Habitat bietet. Der Schnabel ist kurz und leicht nach unten gebogen, typisch für körnerfressende Vögel. Die Läufe sind kräftig und bei einigen Arten mit Spornen versehen – ein Merkmal, das vor allem bei Männchen auftritt und bei Revierkämpfen eingesetzt wird.

Der Geschlechtsdimorphismus variiert stark zwischen den Arten. Während bei manchen Frankolinarten Männchen und Weibchen nahezu identisch gefärbt sind, zeigen andere deutliche Unterschiede: Männchen können dann kontrastreichere Kopfzeichnungen, kräftigere Farben am Hals oder auffälligere Brustmuster aufweisen. Der Schwanz ist relativ kurz und wird meist nach unten getragen. Insgesamt erinnert die Körperform an Rebhühner oder kleine Fasane, mit denen die Frankoline innerhalb der Familie der Fasanenartigen verwandt sind.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Frankoline erstreckt sich über weite Teile Afrikas, den Nahen Osten und Südasien. Der Schwerpunkt der Artenvielfalt liegt auf dem afrikanischen Kontinent, wo rund 40 Arten vorkommen. Einige Arten besiedeln auch die Arabische Halbinsel, den indischen Subkontinent und Teile Südostasiens.

Die besiedelten Biotope sind ebenso vielfältig wie die Artengruppe selbst. Frankoline bewohnen offene Savannen, dorniges Buschland, Grassteppen, Waldränder, Gebirgsregionen bis über 4.000 Meter Höhe und sogar landwirtschaftlich genutzte Flächen. Der Halsbandfrankolin (Pternistis erckelii) etwa lebt in den Hochlagen Äthiopiens, während der Wachtelfrankolin (Francolinus pondicerianus) trockene, offene Landschaften in Indien und Pakistan bevorzugt. Allen Arten gemeinsam ist eine Vorliebe für Lebensräume mit ausreichender Bodendeckung durch Gräser, Sträucher oder niedrige Vegetation, die sowohl Nahrung als auch Schutz vor Prädatoren bietet.

Ernährung

Frankoline sind Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. Ihre Nahrung umfasst Samen, Getreidekörner, Knollen, Wurzeln, Beeren und Blätter. Ergänzt wird der Speiseplan durch tierische Nahrung in Form von Insekten, Schnecken, Würmern und anderen Wirbellosen. Der Anteil tierischer Nahrung ist bei Küken besonders hoch, da diese für ihr Wachstum auf proteinreiche Kost angewiesen sind.

Die Nahrungssuche findet am Boden statt. Mit ihren kräftigen Füßen scharren Frankoline im Erdreich und in der Laubstreu, um verborgene Samen und Kleintiere freizulegen. In landwirtschaftlich genutzten Gebieten suchen sie häufig auf abgeernteten Feldern nach Körnern, was sie in manchen Regionen zu regelmäßigen Gästen in der Nähe menschlicher Siedlungen macht.

Verhalten & Lebensweise

Frankoline sind überwiegend tagaktiv und zeigen ihre größte Aktivität in den frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden. Sie verbringen den Großteil ihres Lebens am Boden und fliegen nur selten – meist kurze, schnelle Fluchtflüge bei akuter Gefahr. Ihr primärer Schutz vor Fressfeinden besteht im Verharren und der Tarnung durch ihr kryptisches Gefieder. Zu den natürlichen Prädatoren zählen Greifvögel, Schlangen, kleine Raubtiere und verwilderte Katzen.

Außerhalb der Brutzeit leben viele Arten in kleinen Gruppen oder Familienverbänden, sogenannten Ketten, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen. Zur Brutzeit werden die Vögel territorial. Männchen besetzen dann feste Reviere, die sie mit lauten, oft weithin hörbaren Rufen markieren und gegen Rivalen verteidigen. Die Rufe sind artspezifisch und dienen Ornithologen als wichtiges Bestimmungsmerkmal im Feld.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit variiert je nach Art und Region, fällt aber häufig in die Regenzeit, wenn das Nahrungsangebot am größten ist. Die Balz der Männchen ist akustisch geprägt: Charakteristische, oft schrille oder krächzende Rufreihen dienen dazu, Weibchen anzulocken und Konkurrenten abzuschrecken. Bei einigen Arten kommt es zu direkten Kämpfen zwischen Rivalen, bei denen die Beinsporne eingesetzt werden.

Das Nest ist eine einfache Mulde am Boden, spärlich mit Gräsern und Blättern ausgelegt und meist gut in dichter Vegetation verborgen. Das Gelege umfasst je nach Art 4 bis 12 Eier, die vom Weibchen allein über einen Zeitraum von 18 bis 25 Tagen bebrütet werden. Die Küken sind Nestflüchter: Sie verlassen das Nest kurz nach dem Schlüpfen und folgen der Mutter, die sie zu Nahrungsquellen führt und bei Gefahr warnt. Bereits nach wenigen Wochen sind die Jungvögel flugfähig. Bei einigen