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Backenzahn

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Anatomie & Körperbau > Kopf & Sinnesorgane

Definition & Überblick

Als Backenzähne werden die kaudal der Eckzähne (Dentes canini) gelegenen Zähne im Ober- und Unterkiefer bezeichnet. Der Oberbegriff umfasst zwei funktionell und morphologisch unterscheidbare Gruppen: die Prämolaren (Dentes praemolares, Vorbackenzähne) und die Molaren (Dentes molares, eigentliche Backenzähne). Prämolaren besitzen Vorgänger im Milchgebiss, während Molaren ausschließlich im bleibenden Gebiss (Dentes permanentes) auftreten. Gemeinsam bilden die Backenzähne die sogenannte Backenzahnreihe, die bei den meisten Haussäugetieren den größten Anteil der Kaufläche stellt und damit entscheidend für die mechanische Zerkleinerung der Nahrung ist.

Aufbau & Struktur

Jeder Backenzahn besteht aus drei Hartsubstanzen: dem Zahnschmelz (Enamelum), dem Dentin (Dentinum) und dem Zahnzement (Cementum). Im Inneren liegt die Pulpahöhle (Cavum dentis), die Blutgefäße, Nerven und Bindegewebe enthält. Die Zahnkrone (Corona dentis) ragt in die Maulhöhle, die Zahnwurzel (Radix dentis) ist im Zahnfach (Alveolus dentalis) des Kiefers verankert. Zwischen Krone und Wurzel liegt der Zahnhals (Cervix dentis).

Die Kaufläche (Facies occlusalis) der Backenzähne ist im Gegensatz zu den Schneide- und Eckzähnen breit und weist je nach Tierart charakteristische Höcker (Tubercula), Leisten (Cristae) oder Schmelzfalten (Plicae enamelei) auf. Prämolaren tragen häufig weniger Höcker als Molaren; die Molaren des Unterkiefers besitzen bei vielen Spezies typischerweise zwei Wurzeln, die des Oberkiefers drei.

Die Befestigung im Alveolarknochen erfolgt über den Zahnhalteapparat (Periodontium), bestehend aus Wurzelhaut (Desmodontium), Alveolarknochen (Os alveolare), Zahnfleisch (Gingiva) und Zahnzement. Diese Gomphosis – eine Syndesmose – erlaubt eine geringfügige physiologische Beweglichkeit des Zahnes unter Kaubelastung.

Funktion

Die Hauptaufgabe der Backenzähne liegt in der mechanischen Zerkleinerung der Nahrung. Während die Schneidezähne (Dentes incisivi) dem Abbeißen und die Eckzähne dem Festhalten oder Reißen dienen, übernehmen Prämolaren und Molaren das Zerquetschen, Zermahlen oder Zerschneiden des Futters. Die Kauflächenmorphologie ist dabei eng an die Ernährungsweise der jeweiligen Tierart adaptiert:

  • Bunodonte Backenzähne besitzen rundliche Höcker und eignen sich zum Zerquetschen – typisch für omnivore Spezies wie das Schwein.
  • Lophodonte Backenzähne weisen quer verlaufende Schmelzleisten auf und ermöglichen eine effektive Mahlbewegung – charakteristisch für Pferde und andere Herbivoren.
  • Selenodonte Backenzähne zeigen halbmondförmige Schmelzleisten und sind bei Wiederkäuern verbreitet.
  • Secodonte (sekodonte) Backenzähne besitzen scharfe Schneidekanten und dienen dem Zerschneiden von Fleisch – ausgeprägt beim Reißzahn (Dens sectorius) der Karnivoren.

Durch die Kaubewegung (Masticatio) wird der Nahrungsbrei mit Speichel vermischt, was die enzymatische Vorverdauung einleitet und die Oberfläche für spätere Verdauungsprozesse vergrößert.

Unterschiede zwischen Tierarten

Die Zahnformel variiert erheblich zwischen den Haussäugetierarten. Beim Hund lautet sie im bleibenden Gebiss 3/3 I, 1/1 C, 4/4 P, 2/3 M – der vierte Prämolar im Oberkiefer (P4) und der erste Molar im Unterkiefer (M1) bilden gemeinsam den funktionellen Reißzahn (Dens sectorius), ein Schlüsselmerkmal der karnivoren Kaueinrichtung. Die Katze besitzt mit nur 3/2 P und 1/1 M ein noch stärker reduziertes Backenzahngebiss.

Beim Pferd sind die sechs Backenzähne je Kieferhälfte (3 P + 3 M) funktionell zu einer einheitlichen Reibefläche verschmolzen. Die Zähne sind hypsodont, also langkronig, und wachsen über Jahre hinweg nach, da die permanente Mahlbewegung einen erheblichen Abrieb verursacht. Zwischen Eckzahn und erstem Prämolaren liegt die zahnfreie Lade (Diastema), in der das Gebissstück liegt.

Bei Wiederkäuern (Rind, Schaf, Ziege) fehlen die oberen Schneidezähne; stattdessen befindet sich eine Dentalplatte (Pulvinus dentalis). Die selenodonten Backenzähne sind hypsodont und an die wiederkauende Mahlbewegung mit ausgeprägten lateralen Exkursionen des Unterkiefers angepasst.

Beim Schwein ist das Gebiss nahezu vollständig und die bunodonten Backenzähne sind brachyodont (niedrigkronig), was dem omnivoren Nahrungsspektrum entspricht.

Nagetiere und Kaninchen besitzen elodonte Backenzähne, die zeitlebens wachsen und durch den kontinuierlichen Abrieb an Raufutter auf physiolog