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Bandikut

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Tierart – Säugetiere > Beuteltiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Peramelidae (Eigentliche Bandikuts) / Thylacomyidae (Kaninchennasenbeutler)
  • Ordnung: Nasenbeutlerartige (Peramelemorphia)
  • Familien: Peramelidae (Eigentliche Bandikuts), Thylacomyidae (Kaninchennasenbeutler)
  • Lebensraum: Wälder, Grasland, Buschland, Halbwüsten in Australien, Neuguinea und umliegenden Inseln
  • Größe: 15–60 cm Kopf-Rumpf-Länge, je nach Art
  • Gewicht: 150 g bis etwa 5 kg
  • Lebenserwartung: 2–5 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis zu 7 Jahre

Aussehen & Merkmale

Bandikuts sind kleine bis mittelgroße Beuteltiere mit einem kompakten, gedrungenen Körperbau. Ihr auffälligstes Merkmal ist die verlängerte, spitz zulaufende Schnauze, die ihnen bei der Nahrungssuche im Erdreich dient. Die Ohren variieren je nach Art stark: Während der Große Kaninchennasenbeutler (Macrotis lagotis) lange, kaninchenartige Ohren besitzt, sind die Ohren vieler Peramelidae-Arten eher kurz und abgerundet.

Das Fell ist bei den meisten Arten dicht und rau, die Färbung reicht von sandbraun und grau bis zu dunkelbraun, oft mit hellerer Unterseite. Die Hinterbeine sind kräftiger als die Vorderbeine und erinnern in ihrer Struktur entfernt an die Hinterläufe von Kängurus – ein Hinweis auf die syndaktyle Zehenanordnung, bei der die zweite und dritte Zehe der Hinterfüße teilweise verwachsen sind. Die Vorderpfoten tragen kräftige Krallen, die als Grabwerkzeuge dienen. Der Schwanz ist je nach Art kurz und stummelartig oder lang und buschig.

Eine anatomische Besonderheit betrifft den Beutel: Anders als bei den meisten Beuteltieren öffnet sich der Beutel der Weibchen nach hinten. Diese Ausrichtung verhindert, dass beim Graben Erde in den Beutel gelangt und die Jungtiere verschüttet werden.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Bandikuts umfasst Australien, Neuguinea sowie einige vorgelagerte Inseln des australo-papuanischen Raums. Die verschiedenen Arten haben sich an sehr unterschiedliche Habitate angepasst. Der Kurznasenbeutler (Isoodon obesulus) besiedelt dichte Küstenvegetation und feuchte Wälder im Süden Australiens, während der Große Kaninchennasenbeutler trockene Grasländer und Halbwüsten des Landesinneren bewohnt. In Neuguinea kommen mehrere Arten der Gattungen Peroryctes und Echymipera in tropischen Regenwäldern und Bergwäldern vor.

Die Biotope, in denen Bandikuts vorkommen, zeichnen sich in der Regel durch lockere, grabfähige Böden aus, da die Tiere für ihre Nahrungssuche auf das Durchwühlen des Erdreichs angewiesen sind. In Australien haben sich einige Arten wie der Langnasenbeutler (Perameles nasuta) auch an Siedlungsränder und Gärten angepasst, wo sie nachts Rasenflächen nach Insektenlarven durchsuchen.

Ernährung

Bandikuts sind Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf tierischer Nahrung. Ihre Hauptnahrungsquellen sind Insekten, Larven, Regenwürmer, Spinnen und andere wirbellose Tiere, die sie mit ihren Krallen aus dem Boden graben. Dabei hinterlassen sie charakteristische kegelförmige Löcher im Erdreich – ein typisches Zeichen für die Anwesenheit von Bandikuts in einem Gebiet.

Ergänzend fressen sie Wurzeln, Knollen, Pilze, Samen und Früchte. Das Verhältnis zwischen pflanzlicher und tierischer Kost variiert je nach Art, Jahreszeit und Verfügbarkeit. Der Große Kaninchennasenbeutler etwa gräbt gezielt nach unterirdisch fruchtenden Pilzen, die einen bedeutenden Anteil seiner Nahrung ausmachen. Durch das ständige Umgraben des Bodens tragen Bandikuts erheblich zur Durchlüftung und Nährstoffumverteilung im Erdreich bei – eine ökologische Funktion, die in der australischen Landschaftspflege zunehmend anerkannt wird.

Verhalten & Lebensweise

Bandikuts sind überwiegend nachtaktiv und verbringen die Tagesstunden in selbst gegrabenen Nestern oder flachen Mulden, die sie mit Laub, Gras und anderem Pflanzenmaterial auspolstern. Die meisten Arten leben einzelgängerisch und verteidigen kein festes Revier, sondern durchstreifen überlappende Streifgebiete. Begegnungen zwischen Artgenossen verlaufen häufig aggressiv, besonders zwischen Männchen.

Die Fortbewegung erfolgt in einem charakteristischen hoppelnden Gang, bei dem die kräftigen Hinterbeine den Vortrieb liefern. Bei Gefahr können Bandikuts kurze, schnelle Sprints einlegen. Ihre Sinneswahrnehmung ist stark auf Geruch und Gehör ausgerichtet – die beweglichen Ohren lassen sich unabhängig voneinander drehen, um Geräusche zu orten. Das Sehvermögen spielt eine untergeordnete Rolle.

Zu den natürlichen Feinden gehören Greifvögel, Schlangen und größere Beutelraubtiere. In Australien stellen eingeführte Prädatoren wie Rotfüchse und verwilderte Hauskatzen die größte Bedrohung dar.

Fortpflanzung & Aufzucht

Bandikuts besitzen unter den Beuteltieren eine der kürzesten Tragzeiten überhaupt. Beim Kurznasenbeutler beträgt die Tragzeit nur etwa 12,5 Tage – ein Rekord unter allen Säugetieren. Die Jungtiere werden in einem extrem unreifen Zustand geboren und wiegen weniger als ein Gramm. Sie kriechen selbstständig in den nach hinten geöffneten Beutel der Mutter, wo sie sich an einer Zitze festsaugen.

Die meisten Arten bringen zwei bis vier Jungtiere pro Wurf zur Welt. Die Beutelzeit dauert je nach Art 50 bis 60 Tage, danach werden die Jungtiere im Nest abgesetzt und noch einige Wochen ges