Bettong
BTierart – Säugetiere > Beuteltiere
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Bettongia (Gattung)
- Ordnung: Diprotodontia (Beuteltiere)
- Familie: Potoroidae (Rattenkängurus)
- Gattung: Bettongia (Gray, 1837)
- Arten: 5 Arten, darunter das Bürstenschwanz-Bettong (Bettongia penicillata), das Tasmanische Bettong (Bettongia gaimardi), das Grabnasenbettong (Bettongia lesueur), das Nördliche Bettong (Bettongia tropica) und das ausgestorbene Bettongia anhydra
- Lebensraum: Trockene Buschlandschaften, Eukalyptuswälder, Grasland in Australien und Tasmanien
- Größe: Kopf-Rumpf-Länge 30–38 cm, Schwanzlänge 25–36 cm
- Gewicht: 1,0–2,5 kg je nach Art
- Lebenserwartung: 5–8 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 12 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Bettongs sind kleine, gedrungene Beuteltiere, die auf den ersten Blick an eine große Ratte erinnern, tatsächlich aber zur Verwandtschaft der Kängurus zählen. Ihr Fell ist dicht und weich, an der Oberseite graubraun bis gelblich-braun gefärbt, während die Bauchseite heller, meist cremefarben bis weißlich erscheint. Die Hinterbeine sind deutlich kräftiger als die Vorderbeine ausgebildet, was den Tieren eine hüpfende Fortbewegung ermöglicht – ein typisches Merkmal der Känguru-Verwandtschaft.
Der Schwanz ist je nach Art unterschiedlich gestaltet. Beim Bürstenschwanz-Bettong (Bettongia penicillata) trägt er eine auffällige, dunkle Bürste an der Spitze. Alle Bettong-Arten besitzen einen Greifschwanz, den sie zum Transport von Nistmaterial einsetzen – sie wickeln Gras und Zweige um die Schwanzspitze und tragen sie so zu ihrem Schlafplatz. Die Schnauze ist spitz und relativ lang, die Ohren kurz und abgerundet. Wie bei allen Beuteltieren besitzen die Weibchen einen nach vorne geöffneten Beutel (Marsupium), in dem die Jungtiere nach der Geburt heranreifen.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Gattung Bettongia beschränkt sich auf den australischen Kontinent einschließlich Tasmaniens und einiger vorgelagerter Inseln. Vor der europäischen Besiedlung Australiens besiedelten Bettongs weite Teile des Kontinents, von der Küste bis in aride Regionen des Inlandes. Heute sind ihre Habitate drastisch geschrumpft.
Das Nördliche Bettong (B. tropica) bewohnt ausschließlich offene Eukalyptuswälder im tropischen Queensland. Das Tasmanische Bettong (B. gaimardi) lebt in den trockenen Sklerophyllwäldern und Graslandschaften Tasmaniens, nachdem es auf dem australischen Festland ausgestorben ist. Das Bürstenschwanz-Bettong kommt heute nur noch in kleinen Restbeständen im Südwesten Westaustraliens sowie in eingezäunten Schutzgebieten vor. Das Grabnasenbettong (B. lesueur), auch als Boodie bezeichnet, war einst die am weitesten verbreitete Art und überlebte auf einigen Inseln vor der Küste Westaustraliens, von wo aus Wiederansiedlungsprojekte auf dem Festland gestartet wurden.
Ernährung
Bettongs sind Allesfresser mit einer ausgeprägten Vorliebe für unterirdische Pilzfruchtkörper (Trüffelartige Pilze, Hypogäen). Diese mykorrhizabildenden Pilze stehen bei manchen Arten für bis zu 90 Prozent der Nahrung. Durch das Ausgraben und Fressen der Pilze verbreiten Bettongs deren Sporen über ihren Kot und spielen so eine ökologisch bedeutende Rolle für die Gesundheit australischer Waldökosysteme. Die Symbiose zwischen Mykorrhizapilzen und Eukalyptusbäumen wird durch diese Sporenverbreitung wesentlich gefördert.
Ergänzend fressen Bettongs Knollen, Zwiebeln, Samen, Insekten und deren Larven sowie Pflanzenharz. Das Grabnasenbettong nimmt anteilig mehr tierische Nahrung zu sich als seine Verwandten und gräbt mit seinen kräftigen Vorderpfoten nach Wirbellosen im Boden.
Verhalten & Lebensweise
Alle Bettong-Arten sind strikt nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie in selbst gebauten Nestern, die sie aus Gras, Blättern und Rinde am Boden errichten und mit dem Greifschwanz zusammentragen. Das Grabnasenbettong weicht als einzige Art von diesem Muster ab: Es legt komplexe Bausysteme an und ist damit das einzige grabende Känguru-Verwandte. Diese Baue können über Generationen genutzt werden und bieten Schutz vor Hitze und Fressfeinden.
Bettongs sind überwiegend Einzelgänger und beanspruchen individuelle Streifgebiete, die sich teilweise mit denen anderer Artgenossen überlappen. Aggressive Revierverteidigung wurde selten dokumentiert; stattdessen meiden sich die Tiere weitgehend. Ihre Fortbewegung erfolgt hüpfend auf den Hinterbeinen, wobei sie im Vergleich zu größeren Kängurus eher kurze, schnelle Sprünge ausführen. Bei langsamer Fortbewegung nutzen sie alle vier Extremitäten.
Fortpflanzung & Aufzucht
Bettongs können sich ganzjährig fortpflanzen, was für Beuteltiere keine Selbstverständlichkeit ist. Die Tragzeit beträgt nur etwa 21 Tage, danach wird in der Regel ein einzelnes, wenig entwickeltes Jungtier geboren, das sofort in den Beutel der Mutter klettert. Dort saugt es sich an einer der vier Zitzen fest und entwickelt sich über einen Zeitraum von rund 90 bis 115 Tagen weiter.
Nach dem Verlassen des Beutels wird das Jungtier noch einige