Beutelmarder
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Dasyurus (Gattung mit sechs Arten)
- Ordnung: Raubbeutlerartige (Dasyuromorphia)
- Familie: Raubbeutler (Dasyuridae)
- Verbreitungsgebiet: Australien, Tasmanien, Neuguinea
- Größe: 25–75 cm Kopf-Rumpf-Länge, je nach Art
- Gewicht: 0,3–7 kg
- Lebenserwartung: 2–5 Jahre in freier Wildbahn, bis etwa 6 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Beutelmarder sind mittelgroße Beuteltiere mit einem gedrungenen, muskulösen Körperbau, der entfernt an Marder oder kleine Katzen erinnert – daher der deutsche Trivialname. Das Fell ist kurz bis mittellang, dicht und je nach Art braun, graubraun, olivbraun oder schwarz gefärbt. Ein auffälliges Erkennungsmerkmal aller sechs Arten sind die weißen Flecken, die unregelmäßig über Rücken, Flanken und bei einigen Arten auch über den Schwanz verteilt sind. Diese Tupfenzeichnung unterscheidet die Beutelmarder deutlich von anderen Raubbeutlern.
Der Kopf ist relativ spitz zulaufend mit einer rosafarbenen Nase, großen Augen und aufrecht stehenden, abgerundeten Ohren. Das Gebiss umfasst bis zu 42 Zähne und ist für ein Beuteltier ungewöhnlich kräftig ausgebildet, mit scharfen Eckzähnen und schneidenden Backenzähnen – eine Anpassung an die räuberische Lebensweise. Der Schwanz ist lang, buschig und dient als Balancehilfe beim Klettern. Die Pfoten tragen kräftige Krallen.
Die größte Art ist der Riesenbeutelmarder (Dasyurus maculatus), auch Fleckschwanzbeutelmarder oder Tiger Quoll genannt, mit einer Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 75 cm und einem Gewicht von bis zu 7 kg bei Männchen. Die kleinste Art, der Zwergbeutelmarder (Dasyurus hallucatus), auch Nördlicher Beutelmarder genannt, erreicht nur rund 25–35 cm Körperlänge und wiegt selten mehr als ein Kilogramm.
Lebensraum & Verbreitung
Die Gattung Dasyurus ist auf den australisch-neuguineischen Raum beschränkt. Vier der sechs Arten leben in Australien und auf Tasmanien, zwei weitere auf Neuguinea. Die einzelnen Arten besiedeln unterschiedliche Habitate: Der Riesenbeutelmarder bevorzugt feuchte Eukalyptuswälder und gemäßigte Regenwälder im Südosten Australiens und auf Tasmanien. Der Östliche Beutelmarder (Dasyurus viverrinus) war einst über weite Teile des australischen Festlandes verbreitet, kommt heute aber nur noch auf Tasmanien und in kleinen, wiederangesiedelten Populationen auf dem Festland vor. Der Zwergbeutelmarder bewohnt tropische Savannen, offene Wälder und felsige Gebiete im nördlichen Australien.
Als Biotop dienen je nach Art Regenwälder, trockene Sklerophyllwälder, Heidelandschaften, Küstenvegetation und felsiges Gelände. Gemeinsam ist allen Arten, dass sie Verstecke in Felsspalten, hohlen Baumstämmen oder dichtem Unterholz nutzen, um dort den Tag zu verbringen.
Ernährung
Beutelmarder sind opportunistische Raubtiere mit einem breiten Nahrungsspektrum. Sie erbeuten Insekten, Spinnen, Krebstiere, Frösche, Eidechsen, Schlangen, kleine Säugetiere und Vögel samt deren Eiern. Größere Arten wie der Riesenbeutelmarder erlegen auch Kaninchen, Possums und Hühner. Ergänzend nehmen sie Aas und gelegentlich Früchte zu sich.
Die Jagdtechnik ist eine Kombination aus Anschleichen und schnellem Zupacken. Beutelmarder töten ihre Beute mit einem gezielten Biss in den Nacken oder Hinterkopf. Ihre kräftigen Kiefer ermöglichen es ihnen, auch relativ widerstandsfähige Beute zu überwältigen. In der Nähe menschlicher Siedlungen suchen sie gelegentlich Hühnerställe auf, was ihnen historisch den Ruf eines Schädlings eingebracht hat.
Verhalten & Lebensweise
Alle Beutelmarderarten sind vorwiegend nachtaktiv und dämmerungsaktiv. Tagsüber ruhen sie in Nestern aus Blättern und Gras, die sie in Baumhöhlen, Felsspalten oder verlassenen Bauen anderer Tiere anlegen. Der Riesenbeutelmarder ist ein geschickter Kletterer und verbringt einen beträchtlichen Teil seiner aktiven Zeit in Bäumen, während andere Arten wie der Östliche Beutelmarder überwiegend am Boden jagen.
Beutelmarder leben einzelgängerisch. Jedes Tier unterhält ein Revier, das es mit Duftstoffen aus Kloakaldrüsen, Urin und Kot markiert. Die Reviere der Männchen sind deutlich größer als die der Weibchen und überlappen häufig mit mehreren weiblichen Territorien. Außerhalb der Paarungszeit gehen sich die Tiere weitgehend aus dem Weg. Bei Begegnungen kann es zu aggressiven Auseinandersetzungen kommen, die von lautem Kreischen und Fauchen begleitet werden.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit fällt je nach Art in den australischen Herbst oder Winter (April bis Juli). Die Tragzeit ist mit 16–21 Tagen extrem kurz, wie bei den meisten Beuteltieren. Die Jungen kommen in einem embryonalen Zustand zur Welt – nackt, blind und nur wenige Millimeter groß. Sie kriechen selbstständig in den Beutel der Mutter, wo sie sich an einer Zitze festsaugen.
Weibliche Beutelmarder besitzen je nach Art sechs bis acht Zitzen in einem flachen, nach hinten geöffneten Beutel. Da ein Wurf bis zu 30 Jungtiere umfassen kann, aber nur so viele überleben, wie Zitzen vorhanden sind, ist die Sterblichkeit unmittelbar nach der Geburt sehr hoch. Die Jungtiere verbleiben