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Barf

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Futter & Ernährung > Futterarten – allgemein

Definition & Überblick

BARF steht für Biologisch Artgerechtes Rohes Futter (im englischen Sprachraum auch Bones And Raw Food oder Biologically Appropriate Raw Food). Gemeint ist eine Fütterungsmethode, bei der Hunde, Katzen und vereinzelt auch andere Heimtiere mit rohen, unverarbeiteten Zutaten ernährt werden. Das Konzept orientiert sich am natürlichen Beuteschema wildlebender Caniden und Feliden: Rohes Muskelfleisch, Innereien, Knochen, Knorpel und pflanzliche Bestandteile werden so kombiniert, dass sie den Nährstoffbedarf des Tieres möglichst vollständig decken.

BARF ist kein fertig konfektioniertes Alleinfuttermittel, sondern ein Ernährungsprinzip, bei dem der Halter die Futterration eigenständig zusammenstellt. Das unterscheidet diese Methode grundlegend von industriell hergestelltem Nass- oder Trockenfutter. Die Verantwortung für eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung liegt damit vollständig beim Tierhalter – oder bei einem qualifizierten Ernährungsberater, der den Futterplan erstellt.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Eine typische BARF-Ration für den Hund setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen, deren Anteile je nach Berechnung variieren können:

  • Muskelfleisch (ca. 25–30 %): Hauptlieferant für hochwertiges Protein und Fett. Rind, Lamm, Geflügel, Wild oder Pferd kommen häufig zum Einsatz.
  • Pansen und Blättermagen (ca. 15–20 %): Reich an B-Vitaminen und Milchsäurebakterien. Pansen liefert zudem natürliche Rohfaser aus dem vorverdauten Pflanzenanteil.
  • Innereien (ca. 10–15 %): Leber, Niere, Milz und Herz versorgen das Tier mit fettlöslichen Vitaminen (vor allem Vitamin A, D und K), Eisen, Zink und weiteren Mineralstoffen.
  • Rohe fleischige Knochen (RFK) (ca. 15–20 %): Natürliche Quelle für Calcium und Phosphor. Hühnerhälse, Karkassen oder Lammrippen werden roh verfüttert – niemals gekocht, da gekochte Knochen splittern.
  • Gemüse und Obst (ca. 15–20 %): Püriert oder gedünstet, um die Zellstrukturen aufzuschließen. Sie liefern sekundäre Pflanzenstoffe, Rohfaser, Vitamine und Antioxidantien.
  • Öle und Fette: Lachsöl, Leinöl oder Hanföl ergänzen essentielle Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6).
  • Supplemente: Je nach Ration werden Seealgenmehl (Jod), Lebertran (Vitamin D), Eierschalenmehl (Calcium) oder Bierhefe (B-Vitamine) als Ergänzungsfuttermittel zugegeben.

Die genaue Zusammensetzung hängt von Tierart, Rasse, Alter, Gewicht, Aktivitätsniveau und Gesundheitszustand ab. Pauschale Prozentangaben dienen nur als Orientierung – eine individuelle Rationsberechnung ist unerlässlich.

Für welche Tiere geeignet?

BARF wird überwiegend bei Hunden und Katzen praktiziert. Beide Spezies sind als Fleischfresser bzw. obligate Karnivoren grundsätzlich in der Lage, rohes Fleisch zu verdauen und zu verwerten.

Bei Katzen gelten besondere Anforderungen: Sie benötigen zwingend Taurin, Arachidonsäure und vorgebildetes Vitamin A, da sie diese Stoffe nicht selbst synthetisieren können. Eine Unterversorgung führt zu schweren gesundheitlichen Schäden. Die Rationsgestaltung ist bei Katzen daher noch anspruchsvoller als beim Hund.

Für Frettchen wird BARF ebenfalls gelegentlich eingesetzt, da auch sie obligate Karnivoren sind. Bei Nagetieren, Kaninchen oder Vögeln ist das Konzept nicht anwendbar und nicht sinnvoll.

Welpen und Kitten können gebarft werden, allerdings erfordert die Wachstumsphase eine besonders präzise Kalkulation des Calcium-Phosphor-Verhältnisses sowie der Energiezufuhr. Fehler in dieser Phase können zu bleibenden Skelettschäden führen.

Fütterungsempfehlung

Die tägliche Futtermenge beim Barfen wird üblicherweise als Prozentsatz des Körpergewichts berechnet. Als Richtwert gelten für erwachsene Hunde etwa 2–3 % des Körpergewichts pro Tag. Aktive Arbeitshunde oder laktierende Hündinnen benötigen bis zu 5 %, während ältere, wenig aktive Tiere mit 1,5–2 % auskommen.

Das Fütterungsintervall beträgt bei erwachsenen Hunden in der Regel ein bis zwei Mahlzeiten täglich. Welpen erhalten bis zum vierten Lebensmonat drei bis vier Mahlzeiten, danach wird schrittweise reduziert. Katzen bevorzugen naturgemäß mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt.

Rohe fleischige Knochen sollten stets unter Aufsicht gefüttert werden. Neue Proteinquellen führt man einzeln und schrittweise ein, um Unverträglichkeiten frühzeitig erkennen zu können.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Volle Transparenz über alle Zutaten und deren Herkunft
  • Individuelle Anpassung an Allergien, Unverträglichkeiten oder Erkrankungen
  • Verzicht auf künstliche Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und Füllstoffe
  • Viele Halter berichten von glänzenderem Fell, besserem Zahnstatus und festerer