Extrudiertes Futter
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Definition & Überblick
Extrudiertes Futter ist ein industriell hergestelltes Futtermittel, bei dem die Rohstoffe unter hohem Druck und hoher Temperatur durch eine Düse (den sogenannten Extruder) gepresst werden. Dieses Verfahren – die Extrusion – verändert die physikalische und chemische Struktur der Ausgangsstoffe grundlegend: Stärke wird aufgeschlossen, Proteine denaturiert und das Endprodukt erhält seine charakteristische poröse, leichte Struktur. Die entstehenden Pellets, Kroketten oder Sticks schwimmen häufig auf Wasser, was insbesondere in der Fischfütterung von Bedeutung ist.
Die Extrusion zählt heute zu den am weitesten verbreiteten Herstellungsverfahren in der Tierernährung. Sie kommt bei der Produktion von Trockenfutter für Hunde und Katzen ebenso zum Einsatz wie bei Fischfutter, Pferdefutter und Futtermitteln für Nager, Vögel sowie Nutztiere. Im Vergleich zu pelletiertem oder kaltgepresstem Futter zeichnet sich extrudiertes Futter durch einen höheren Aufschlussgrad der Nährstoffe aus, was die Verdaulichkeit in vielen Fällen verbessert.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Die Zusammensetzung von extrudiertem Futter variiert je nach Tierart und Einsatzzweck erheblich. Grundsätzlich bestehen die meisten extrudierten Futtermittel aus folgenden Hauptkomponenten:
- Protein: Tierische Quellen (Geflügel, Fisch, Rind, Lamm) und pflanzliche Quellen (Soja, Erbsen, Kartoffeleiweiß). Der Rohproteingehalt liegt je nach Tierart und Rezeptur zwischen 18 % und über 50 %.
- Fett: Wird häufig nach der Extrusion aufgesprüht (sogenanntes Coating), um den Energiegehalt zu erhöhen und die Schmackhaftigkeit zu verbessern. Rohfettgehalte reichen von 5 % bis über 25 %.
- Kohlenhydrate und Rohfaser: Getreide (Weizen, Mais, Reis) oder getreidefreie Stärkequellen (Kartoffel, Süßkartoffel, Tapioka) dienen als Bindemittel und Energiequelle. Der Rohfasergehalt liegt typischerweise zwischen 1,5 % und 8 %.
- Vitamine und Mineralstoffe: Werden als Vormischung (Premix) zugesetzt, um den artspezifischen Bedarf zu decken. Hitzeempfindliche Vitamine wie Vitamin C werden teilweise nach der Extrusion ergänzt.
- Zusatzstoffe: Antioxidantien, Konservierungsmittel, Farbstoffe, Geschmacksverstärker sowie funktionelle Zusätze wie Probiotika, Glucosamin oder L-Carnitin.
Ob es sich um ein Alleinfuttermittel oder ein Ergänzungsfuttermittel handelt, ist auf der Verpackung deklariert. Alleinfuttermittel decken den gesamten Nährstoffbedarf des Tieres ab, während Ergänzungsfuttermittel nur in Kombination mit anderen Futterkomponenten eine vollständige Futterration ergeben.
Für welche Tiere geeignet?
Extrudiertes Futter findet in der Ernährung zahlreicher Tierarten Anwendung:
- Hunde und Katzen: Der größte Teil des handelsüblichen Trockenfutters für Hunde und Katzen wird im Extrusionsverfahren hergestellt. Es bildet häufig die Basis der täglichen Futterration.
- Zierfische und Nutzfische: Extrudierte Fischfutterpellets sind Standard in der Aquakultur und Aquaristik. Durch die poröse Struktur lässt sich gezielt steuern, ob das Futter schwimmt, langsam sinkt oder schnell absinkt.
- Pferde: Extrudierte Müslis und Pellets werden als Kraftfutter eingesetzt, besonders für Pferde mit Zahnproblemen oder eingeschränkter Verdauungsleistung.
- Nager und Kaninchen: Einige Hersteller bieten extrudierte Alleinfuttermittel an, die selektives Fressen verhindern, da jedes Pellet die gleiche Zusammensetzung aufweist.
- Vögel: Für Papageien und andere Ziervögel gibt es extrudierte Futtersticks als Alternative zu herkömmlichen Saatenmischungen.
- Nutztiere: In der Schweine- und Geflügelmast werden extrudierte Komponenten vor allem dann eingesetzt, wenn ein hoher Stärkeaufschluss gewünscht ist.
Fütterungsempfehlung
Die korrekte Futtermenge richtet sich nach Tierart, Körpergewicht, Alter, Aktivitätsniveau und Gesundheitszustand. Hersteller geben auf der Verpackung Richtwerte an, die als Ausgangspunkt dienen. Diese Angaben sollten regelmäßig anhand der Körperkondition des Tieres überprüft und angepasst werden.
Da extrudiertes Futter nach dem Fressen im Magen Wasser aufnimmt und aufquillt, sollte stets ausreichend frisches Trinkwasser zur Verfügung stehen. Besonders bei Hunden wird empfohlen, die tägliche Ration auf mindestens zwei Mahlzeiten aufzuteilen, um das Risiko einer Magenüberladung zu reduzieren. Das Fütterungsintervall hängt dabei von der Tierart ab: Katzen profitieren oft von mehreren kleinen Portionen über den Tag, während Fische in der Regel ein- bis dreimal täglich gefüttert werden.
Bei der Umstellung von einem anderen Futtertyp auf extrudiertes Futter empfiehlt sich eine schrittweise Gewöhnung über sieben bis zehn Tage, um Verdauungsprobleme zu vermeiden.
Vorteile & Nachteile
Vorteile:
- Hoher Aufschlussgrad der Stärke und damit gute Verdaulichkeit der Kohlenhydrate
- Lange Haltbarkeit durch den geringen Wassergehalt (meist unter 10 %)
- Gleichmäßige Nährstoffverteilung in jedem einzelnen Pellet – selektives Fressen wird erschwert
- Hygienischer Vorteil: Durch die hohen Temperaturen während der Extrusion werden