Extrudat
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Definition & Überblick
Extrudat bezeichnet ein Futtermittel, das durch das Verfahren der Extrusion hergestellt wird. Bei diesem thermomechanischen Prozess wird eine feuchte Rohstoffmischung unter hohem Druck (25–150 bar) und hohen Temperaturen (80–200 °C) durch eine Düsenplatte gepresst. Beim Austritt aus der Düse fällt der Druck schlagartig ab, wodurch das im Futterbrei enthaltene Wasser verdampft. Das Ergebnis sind aufgeschäumte, poröse Formstücke – die sogenannten Extrudate. Sie können je nach Düsenform rund, zylindrisch, ringförmig oder als Pellet gestaltet sein.
Die Extrusion zählt heute zu den wichtigsten Verarbeitungsverfahren in der industriellen Futtermittelherstellung. Durch die kurzzeitige Hitzeeinwirkung werden Stärke aufgeschlossen, antinutritive Faktoren (etwa Trypsininhibitoren in Soja) inaktiviert und Keime weitgehend abgetötet. Gleichzeitig bleibt ein Großteil der empfindlichen Nährstoffe erhalten, sofern die Prozessparameter korrekt eingestellt sind. Extrudate finden Verwendung als Alleinfuttermittel, als Ergänzungsfuttermittel oder als Einzelkomponente in gemischten Futterrationen.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Die Zusammensetzung eines Extrudats hängt maßgeblich von der Zielart und dem Einsatzzweck ab. Grundsätzlich lassen sich folgende Nährstoffbereiche unterscheiden:
- Protein: Je nach Rezeptur liegt der Rohproteingehalt zwischen 12 % (pflanzenbetonte Extrudate für Pflanzenfresser) und über 45 % (Fischfutter, Hundefutter mit hohem Fleischanteil). Als Proteinquellen dienen Geflügel-, Fisch- oder Fleischmehl, Sojaextraktionsschrot, Insektenmehl oder Erbsenprotein.
- Fett: Der Rohfettgehalt bewegt sich typischerweise zwischen 5 % und 25 %. Häufig wird nach der Extrusion zusätzlich Fett im Vakuum-Coating-Verfahren aufgetragen, um den Energiegehalt zu erhöhen und die Schmackhaftigkeit zu verbessern.
- Rohfaser: Pflanzliche Bestandteile wie Rübenschnitzel, Lignozellulose oder Weizenkleie liefern Rohfaser (2–15 %), die für die Verdauungsregulation wichtig ist.
- Vitamine und Mineralstoffe: Da hitzeempfindliche Vitamine (insbesondere Vitamin C, Vitamin A und B-Vitamine) beim Extrudieren teilweise zerstört werden, erfolgt häufig eine nachträgliche Supplementierung. Mineralstoffe wie Calcium, Phosphor, Natrium sowie Spurenelemente (Zink, Eisen, Mangan, Selen) werden gezielt zugesetzt, um den Bedarf der jeweiligen Tierart zu decken.
- Stärke und Kohlenhydrate: Getreidemehle (Mais, Weizen, Reis) oder Kartoffelstärke fungieren als Bindemittel und Energiequelle. Durch den Extrusionsprozess wird die Stärke zu über 90 % gelatiniert, was die Verdaulichkeit deutlich erhöht.
Für welche Tiere geeignet?
Extrudate haben sich als Futterform für eine breite Palette von Tierarten etabliert:
- Hunde und Katzen: Der überwiegende Teil industrieller Trockenfutter für Hunde und Katzen wird durch Extrusion hergestellt. Die gleichmäßige Form und Nährstoffverteilung machen Extrudate zu einem praktischen Alleinfuttermittel.
- Zierfische und Zuchtfische: Schwimmfähige und sinkende Extrudate sind der Standard in der Aquakultur und Aquaristik. Durch den Aufschlussgrad lässt sich gezielt steuern, ob das Futter an der Oberfläche treibt oder absinkt.
- Ziervögel und Papageien: Extrudate ersetzen zunehmend reine Körnermischungen, da sie eine ausgewogenere Nährstoffversorgung sicherstellen und selektives Fressen verhindern.
- Kleinsäuger: Für Kaninchen, Meerschweinchen, Chinchillas und Ratten existieren rohfaserreiche Extrudate, die als Ergänzungsfuttermittel zu Heu und Frischfutter eingesetzt werden.
- Reptilien: Für pflanzenfressende Reptilien wie Landschildkröten und Leguane gibt es spezielle Extrudate mit angepasstem Calcium-Phosphor-Verhältnis.
- Nutztiere: In der Schweine- und Geflügelzucht werden extrudierte Einzelkomponenten (z. B. Sojaextrudat, Leinextrudat) als Bestandteil der Futterration eingesetzt.
Fütterungsempfehlung
Die richtige Futtermenge richtet sich nach Tierart, Körpergewicht, Alter, Aktivitätsniveau und Gesundheitszustand. Hersteller geben auf der Verpackung in der Regel Fütterungsempfehlungen in Gramm pro Kilogramm Körpergewicht an. Diese Angaben sind als Richtwerte zu verstehen und müssen individuell angepasst werden.
Da Extrudate eine geringe Restfeuchte von etwa 5–10 % aufweisen, ist die permanente Verfügbarkeit von frischem Trinkwasser besonders wichtig. Der niedrige Wassergehalt bedingt eine hohe Energiedichte, weshalb eine Überfütterung schnell zu Übergewicht führen kann. Bei Hunden und Katzen empfiehlt sich ein festes Fütterungsintervall – in der Regel zwei Mahlzeiten täglich für adulte Tiere. Welpen, Kitten und kleine Heimtiere profitieren von häufigeren, kleineren Portionen.
Extrudiertes Futter sollte trocken, kühl und lichtgeschützt gelagert werden. Nach dem Öffnen der Verpackung ist ein Verbrauch innerhalb von vier bis sechs Wochen ratsam, um Nährstoffverluste und Fettoxidation zu minimieren.
Vorteile & Nachteile
Vorteile:
- Hohe Verdaulichkeit durch Stärkeaufschluss und Proteindenaturierung
- Gleichmäßige Nährstoffverteilung in jedem einzelnen Stück – selektives Fressen wird erschwert
- Lange Haltbarkeit durch niedrigen Was