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Ergänzungsfutter

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Futter & Ernährung > Futterarten – allgemein

Definition & Überblick

Ergänzungsfutter – futtermittelrechtlich korrekt als Ergänzungsfuttermittel bezeichnet – ist ein Futtermittel, das aufgrund seiner Zusammensetzung nicht allein den gesamten Nährstoffbedarf eines Tieres decken kann. Es ist darauf ausgelegt, in Kombination mit anderen Futtermitteln verfüttert zu werden, um eine bedarfsgerechte Futterration zu gewährleisten. Damit grenzt es sich klar vom Alleinfuttermittel ab, das als alleinige Nahrungsquelle konzipiert ist und alle lebensnotwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge enthält.

Die rechtliche Grundlage für die Deklaration als Ergänzungsfuttermittel bildet in der EU die Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln. Hersteller sind verpflichtet, auf der Verpackung deutlich zu kennzeichnen, ob es sich um ein Allein- oder Ergänzungsfuttermittel handelt. Diese Unterscheidung ist für Tierhalter von zentraler Bedeutung, da eine ausschließliche Fütterung mit Ergänzungsfutter zu gravierenden Mangelerscheinungen oder Überversorgungen führen kann.

Ergänzungsfuttermittel kommen in der Praxis in zahlreichen Formen vor: als Flocken, Pellets, Cobs, Öle, Pasten, Pulver, Lecksteine oder flüssige Zusätze. Ihr Einsatz reicht von der täglichen Rationsergänzung in der Nutztierhaltung bis hin zur gezielten Nahrungsoptimierung bei Heimtieren.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Die Zusammensetzung von Ergänzungsfutter variiert erheblich je nach Zielart, Verwendungszweck und Hersteller. Grundsätzlich lassen sich zwei Hauptkategorien unterscheiden:

  • Mineralfuttermittel: Ergänzungsfuttermittel mit einem Gehalt an Rohasche von mindestens 40 %. Sie liefern vor allem Mineralstoffe wie Calcium, Phosphor, Natrium, Magnesium sowie Spurenelemente wie Zink, Kupfer, Selen und Mangan.
  • Sonstige Ergänzungsfuttermittel: Produkte, die gezielt einzelne Nährstoffe oder Nährstoffgruppen zuführen, etwa Protein, Fett, Rohfaser, Vitamine oder spezifische Aminosäuren.

Typische Inhaltsstoffe, die auf der analytischen Zusammensetzung deklariert werden, umfassen Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche, Calcium, Phosphor und den Feuchtigkeitsgehalt. Je nach Produkt kommen Angaben zu Vitaminen (A, D3, E, B-Komplex), Spurenelementen und ggf. zugesetzten Zusatzstoffen wie Probiotika, Präbiotika oder organisch gebundenen Spurenelementen hinzu.

Hochwertige Ergänzungsfuttermittel zeichnen sich durch eine offene Deklaration aus, bei der alle Einzelfuttermittel in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils namentlich aufgeführt werden – im Gegensatz zur geschlossenen Gruppendeklaration, die lediglich Oberkategorien nennt.

Für welche Tiere geeignet?

Ergänzungsfuttermittel existieren für praktisch alle Haus- und Nutztierarten:

  • Pferde: Mineralfutter, Vitaminpräparate, Öle (Leinöl, Reiskeimöl), Kräutermischungen und Elektrolyte ergänzen die Grundration aus Heu und ggf. Kraftfutter.
  • Hunde und Katzen: Flocken, Gemüsemischungen (BARF-Ergänzungen), Öle, Calcium-Pulver, Taurin-Zusätze oder spezielle Gelenkpräparate mit Glucosamin und Chondroitin.
  • Rinder, Schweine, Geflügel: In der Nutztierhaltung bilden Ergänzungsfuttermittel häufig die Basis für betriebseigene Mischungen, etwa Eiweißkonzentrate oder Vormischungen (Premixe).
  • Kleintiere und Vögel: Vitaminpräparate, Kalksteine, Sepiaschalen oder eiweißreiche Aufzuchtfutter für Ziervögel.

Besonders relevant ist Ergänzungsfutter bei der Rohfütterung (BARF) von Hunden und Katzen, wo frische Fleischkomponenten ohne gezielte Ergänzung häufig Defizite an Calcium, Jod, Vitamin D und weiteren Mikronährstoffen aufweisen.

Fütterungsempfehlung

Die korrekte Futtermenge eines Ergänzungsfuttermittels richtet sich nach dem individuellen Bedarf des Tieres, seiner Körpermasse, dem Leistungsniveau (Trächtigkeit, Laktation, sportliche Beanspruchung) und der Zusammensetzung der übrigen Futterration. Hersteller geben auf der Verpackung stets eine Dosierungsanleitung an, die als Richtwert dient.

Folgende Grundsätze gelten:

  • Ergänzungsfutter niemals als alleinige Nahrung verwenden.
  • Die empfohlene Tagesmenge nicht ohne tierärztliche Rücksprache überschreiten – eine Überversorgung mit fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) oder Spurenelementen wie Selen und Kupfer kann toxisch wirken.
  • Das Fütterungsintervall an das jeweilige Produkt anpassen: Mineralfutter und Vitaminpräparate werden häufig täglich zugefüttert, während kur- oder saisonbezogene Ergänzungen zeitlich begrenzt eingesetzt werden.
  • Bei mehreren Ergänzungsfuttermitteln gleichzeitig die Gesamtzufuhr kritischer Nährstoffe prüfen, um Doppelversorgung zu vermeiden.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Gezielte Deckung von Nährstofflücken in der Grundration
  • Flexible Anpassung der Futterration an individuelle