Bartagame
BTierart – Reptilien > Echsen – Agamen & Leguane
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Pogona (Gattung), bekannteste Art: Pogona vitticeps (Streifenköpfige Bartagame)
- Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
- Unterordnung: Echsen (Lacertilia)
- Familie: Agamen (Agamidae)
- Gattung: Pogona
- Lebensraum: Trockene Halbwüsten, Steppen, lichte Trockenwälder Australiens
- Größe: 40–60 cm Gesamtlänge (je nach Art)
- Gewicht: 300–500 g (adulte Tiere)
- Lebenserwartung: 10–15 Jahre, in Gefangenschaft bis 20 Jahre
Aussehen & Merkmale
Bartagamen besitzen einen abgeflachten, breit wirkenden Körper mit dreieckigem Kopf und kräftigen Gliedmaßen. Ihre Haut ist von rauen, körnigen Schuppen bedeckt, die dem Tier ein leicht stacheliges Erscheinungsbild verleihen. An den Körperseiten und am Hinterkopf finden sich reihenförmig angeordnete Stachelschuppen, die dem Tier ein wehrhaftes Aussehen geben.
Das namensgebende Merkmal ist die Kehlregion, die mit dornartigen Schuppen besetzt ist und bei Erregung oder Bedrohung aufgebläht und dunkel gefärbt wird – der sogenannte „Bart". Dieser Bart dient sowohl der innerartlichen Kommunikation als auch der Abschreckung potenzieller Fressfeinde, da er das Tier deutlich größer wirken lässt.
Die Grundfärbung variiert je nach Herkunft und Art zwischen sandgelb, graubraun, rotbraun und olivgrün. Viele Tiere zeigen helle und dunkle Querbänder auf dem Rücken und eine aufgehellte Unterseite. Im Zuge der Terrarienzucht wurden zahlreiche Farbmorphen selektiert, darunter sogenannte „Citrus"-, „Red"- und „Hypo"-Varianten. Der Schwanz macht etwa die Hälfte der Gesamtlänge aus und kann – anders als bei vielen anderen Echsen – nicht abgeworfen und regeneriert werden.
Lebensraum & Verbreitung
Die Gattung Pogona umfasst acht beschriebene Arten, die allesamt auf dem australischen Kontinent endemisch sind. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Zentral- und Ostaustraliens. Die mit Abstand bekannteste Art, Pogona vitticeps, bewohnt die ariden und semiariden Zonen des Landesinneren – Regionen, die durch geringe Niederschläge, starke Temperaturschwankungen und spärliche Vegetation gekennzeichnet sind.
Typische Habitate sind offene Buschlandschaften, steinige Halbwüsten, Trockensteppen und lichte Eukalyptus-Wälder. Bartagamen nutzen in ihrem Biotop bevorzugt erhöhte Strukturen wie Zaunpfähle, Felsen, Baumstümpfe und Äste als Sonnenplätze und Aussichtspunkte. Sie kommen vom Flachland bis in Höhenlagen von etwa 1.500 Metern vor. Weitere Arten der Gattung, etwa die Zwergbartagame (Pogona henrylawsoni) oder Pogona barbata, besiedeln teils überlappende, teils eigenständige Verbreitungsgebiete innerhalb Australiens.
Ernährung
Bartagamen sind Omnivoren mit einem altersabhängigen Nahrungsspektrum. Jungtiere ernähren sich überwiegend von tierischer Kost: Insekten wie Grillen, Heuschrecken, Schaben und Käferlarven bilden die Hauptnahrung. Mit zunehmendem Alter verschiebt sich das Verhältnis zugunsten pflanzlicher Nahrung. Adulte Bartagamen nehmen zu etwa 60–80 Prozent pflanzliche Kost zu sich – darunter Blätter, Blüten, Früchte und Kräuter.
Gelegentlich werden auch kleine Wirbeltiere wie junge Eidechsen oder nestjunge Mäuse erbeutet. In der Natur sichern sich Bartagamen einen Großteil ihres Wasserbedarfs über die Nahrung, nehmen aber auch Tautropfen und stehendes Wasser auf. In der Terraristik ist eine ausgewogene Fütterung mit Supplementierung von Kalzium und Vitaminen entscheidend für die Gesundheit der Tiere.
Verhalten & Lebensweise
Bartagamen sind tagaktive Echsen mit einem ausgeprägten Thermoregulationsverhalten. Sie verbringen den Morgen mit ausgiebigem Sonnenbaden, um ihre Körpertemperatur auf die bevorzugte Betriebstemperatur von 35–40 °C zu bringen. In der Mittagshitze ziehen sie sich in schattige Verstecke oder flache Erdhöhlen zurück.
Die Tiere sind überwiegend bodenbewohnend, klettern jedoch regelmäßig auf erhöhte Strukturen. Bartagamen leben solitär und beanspruchen individuelle Reviere. Männchen zeigen ausgeprägtes Territorialverhalten und dulden keine gleichgeschlechtlichen Artgenossen in ihrem Territorium. Die Kommunikation erfolgt über ein differenziertes Repertoire an Körpersignalen: Langsames Kopfnicken signalisiert Dominanz, das sogenannte „Armwinken" – ein kreisförmiges Bewegen eines Vorderbeins – gilt als Unterwürfigkeits- oder Beschwichtigungsgeste.
Bei Bedrohung reißen Bartagamen das Maul auf, blähen den stacheligen Kehlbart auf, färben ihn schwarz und flachen den Körper ab, um eine möglichst große Silhouette zu erzeugen. Diese Drohgebärde ist in den meisten Fällen ein reines Bluff-Verhalten. In den kühleren Wintermonaten halten australische Populationen eine mehrwöchige Ruhephase (Brumation), die einer Winterruhe ähnelt.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit fällt in der Natur in den australischen Frühling (September bis November). Während der Balz zeigen Männchen intensives Kopfnicken, verfolgen das Weibchen und beißen es leicht in den Nacken, um es zur Paarung zu fixieren. Weibchen signalisieren ihre Paarungsbereitschaft durch Armwinken und