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Grüner Leguan

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Tierart – Reptilien > Echsen – Agamen & Leguane

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Iguana iguana
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Leguanartige (Iguania)
  • Familie: Leguane (Iguanidae)
  • Gattung: Iguana
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder, Flussufer, Mangrovenwälder in Mittel- und Südamerika
  • Größe: 120–200 cm (Gesamtlänge inkl. Schwanz)
  • Gewicht: 4–8 kg, selten bis 10 kg
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis 25 Jahre

Aussehen und Merkmale

Der Grüne Leguan zählt zu den größten Vertretern der Familie der Leguane (Iguanidae). Adulte Tiere erreichen eine Gesamtlänge von bis zu zwei Metern, wobei der seitlich abgeflachte Schwanz etwa zwei Drittel der Körperlänge ausmacht. Der Körperbau ist kräftig und seitlich leicht komprimiert, mit langen, muskulösen Gliedmaßen und scharfen Krallen, die hervorragend zum Klettern geeignet sind.

Die Grundfärbung variiert je nach Herkunftspopulation, Alter und Geschlecht erheblich. Jungtiere zeigen ein leuchtendes Grün, das ihnen in der dichten Vegetation eine gute Tarnung bietet. Mit zunehmendem Alter kann die Färbung in Olivgrün, Graugrün oder bei männlichen Tieren während der Paarungszeit in kräftige Orangetöne übergehen. Der gesamte Körper ist mit kleinen, körnigen Schuppen bedeckt, die am Rücken und an den Flanken größer ausgebildet sind.

Charakteristisch ist der hohe Rückenkamm aus weichen, zapfenartigen Stacheln, der vom Nacken bis zur Schwanzbasis verläuft und bei Männchen deutlich ausgeprägter ist als bei Weibchen. Ein großer, runder Kehlsack (Gularwamme) dient der Thermoregulation und der Kommunikation mit Artgenossen. Unterhalb des Trommelfells befindet sich eine auffällig große, runde Subtympanalschuppe, die den Grünen Leguan von der Schwesterart, dem Kleinen Antillenleguan (Iguana delicatissima), unterscheidet. Zudem verfügt der Grüne Leguan über ein funktionsfähiges Parietalauge auf dem Scheitel – ein lichtempfindliches Sinnesorgan, das bei der Wahrnehmung von Helligkeitsunterschieden und der Regulierung des Tag-Nacht-Rhythmus eine Rolle spielt.

Lebensraum und Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Grünen Leguans erstreckt sich von Mexiko über Zentralamerika bis in das nördliche Südamerika, einschließlich Brasiliens, Kolumbiens und Paraguays. Darüber hinaus besiedelt die Art zahlreiche karibische Inseln. Durch den Menschen eingeführte Populationen existieren inzwischen in Südflorida, Hawaii, auf den Fidschi-Inseln und in Teilen Südostasiens, wo sie teilweise als invasive Art gelten und einheimische Ökosysteme unter Druck setzen.

Als Habitat bevorzugt der Grüne Leguan dicht bewaldete Gebiete in Gewässernähe. Tropische und subtropische Regenwälder, Galeriewälder entlang von Flussläufen, Mangrovenwälder und feuchte Sekundärwälder bilden das typische Biotop. Die Tiere halten sich überwiegend in den Baumkronen auf und sind selten am Boden anzutreffen – mit Ausnahme der Eiablage und der gelegentlichen Nahrungssuche. Die Nähe zu Gewässern ist essenziell, da der Grüne Leguan ein ausgezeichneter Schwimmer ist und bei Gefahr aus großer Höhe ins Wasser springt.

Ernährung

Der Grüne Leguan ist ein überwiegend herbivorer (pflanzenfressender) Vertreter der Schuppenkriechtiere. Sein Nahrungsspektrum umfasst Blätter, Blüten, Früchte und junge Triebe verschiedener tropischer Bäume und Sträucher. Besonders bevorzugt werden die Blätter von Feigenbäumen, Hibiskus und verschiedenen Hülsenfrüchtlern. Jungtiere fressen gelegentlich auch Insekten und andere kleine Wirbellose, wobei der Anteil tierischer Nahrung mit zunehmendem Alter stark abnimmt.

Zur Verdauung der zellulosereichen Pflanzenkost besitzt der Grüne Leguan einen vergrößerten Dickdarm, in dem symbiotische Mikroorganismen die Fermentation der Pflanzenfasern übernehmen. Jungtiere nehmen diese Darmbakterien auf, indem sie den Kot adulter Artgenossen fressen – ein Verhalten, das als Koprophagie bezeichnet wird und für den Aufbau einer funktionsfähigen Darmflora unverzichtbar ist.

Verhalten und Lebensweise

Grüne Leguane sind tagaktiv und verbringen den größten Teil des Tages in den Baumkronen, wo sie sich sonnen und fressen. Als wechselwarme (ektotherme) Tiere sind sie auf Sonnenwärme angewiesen und suchen morgens gezielt exponierte Äste auf, um ihre Körpertemperatur auf das Betriebsoptimum von etwa 30–35 °C zu bringen.

Die Art lebt überwiegend solitär, zeigt aber ein ausgeprägtes Territorialverhalten. Männchen verteidigen ihre Reviere gegen Konkurrenten durch Imponiergehabe: Sie richten den Körper seitlich zum Rivalen auf, blähen den Kehlsack auf und nicken rhythmisch mit dem Kopf. Kommt es zum Kampf, setzen die Tiere Schwanzschläge, Bisse und ihre Krallen ein.

Bei Bedrohung durch Raubvögel, Schlangen oder andere Prädatoren lassen sich Grüne Leguane aus Höhen von über zehn Metern ins darunter liegende Wasser fallen und tauchen unter. An Land können sie kurze Sprints auf den Hinterbeinen zurücklegen. Der kräftige Schwanz dient nicht nur als Schwimmruder, sondern auch als Peitsche zur Verteidigung.

Fortpflanzung und Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in die Trockenzeit, meist zwischen Oktober und Februar. Männchen zeigen ein intens