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Belugawal

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Tierart – Säugetiere > Meeressäuger – Wale

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Delphinapterus leucas
  • Ordnung: Wale (Cetacea)
  • Unterordnung: Zahnwale (Odontoceti)
  • Familie: Gründelwale (Monodontidae)
  • Gattung: Delphinapterus
  • Lebensraum: Arktische und subarktische Gewässer, Flussmündungen, Küstenregionen
  • Größe: 3,5–5,5 Meter (Männchen größer als Weibchen)
  • Gewicht: 700–1.600 kg
  • Lebenserwartung: 40–60 Jahre, in Einzelfällen bis 70 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Belugawal, auch Weißwal genannt, gehört zu den auffälligsten Vertretern der Zahnwale. Ausgewachsene Tiere tragen eine gleichmäßig weiße bis cremefarbene Haut, die ihnen den deutschen Namen eingebracht hat – ebenso wie die russische Bezeichnung „Beluga", abgeleitet von „bely" (weiß). Jungtiere kommen dagegen dunkelgrau bis bräunlich zur Welt und hellen erst im Laufe mehrerer Jahre auf. Die vollständig weiße Färbung wird in der Regel zwischen dem fünften und zwölften Lebensjahr erreicht.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Walarten besitzt der Beluga keine Rückenfinne. An deren Stelle verläuft ein flacher, gehärteter Rückengrat – der sogenannte Rückenkamm –, der es dem Tier ermöglicht, unter Eisschollen zu schwimmen, ohne sich zu verletzen. Der Körperbau ist insgesamt stämmig und torpedoförmig, mit einer dicken Speckschicht (Blubber) von bis zu 15 Zentimetern, die als Kälteisolation und Energiespeicher dient.

Ein weiteres markantes Merkmal ist der rundliche, stark verformbare Kopf mit der ausgeprägten Melone – einem fetthaltigen Organ auf der Stirn, das bei der Echoortung eine zentrale Rolle spielt. Der Beluga kann die Form dieser Melone aktiv verändern, was ihm eine außergewöhnlich differenzierte Lautproduktion ermöglicht. Zudem ist sein Hals im Vergleich zu anderen Walen ungewöhnlich beweglich, da die Halswirbel nicht miteinander verschmolzen sind. Der Beluga kann seinen Kopf seitlich drehen und nicken – eine Fähigkeit, die bei Walen selten vorkommt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Belugawals erstreckt sich zirkumpolar über die arktischen und subarktischen Gewässer der Nordhalbkugel. Bedeutende Populationen finden sich vor den Küsten Kanadas (insbesondere in der Hudson Bay und im Sankt-Lorenz-Golf), Alaskas, Grönlands, Norwegens (Svalbard) und Russlands (Weißes Meer, Ochotskisches Meer, Beringsee).

Als Habitat bevorzugt der Beluga flache Küstengewässer, Fjorde und Flussmündungen (Ästuare). Im Sommer dringt er regelmäßig in Flüsse ein – etwa in den Amur, den Ob oder den Sankt-Lorenz-Strom –, teils Hunderte Kilometer landeinwärts. Dieses Verhalten ist unter Walen ungewöhnlich und hängt vermutlich mit dem Nahrungsangebot sowie dem jahreszeitlichen Hautungsprozess zusammen: In flachen, wärmeren Süßwasserbereichen reiben sich Belugas am Kiesgrund, um alte Hautschichten abzustreifen.

Im Winter folgen die Tiere dem Packeis nach Süden oder halten sich an Polynjas auf – offenen Wasserstellen im Eis, an denen sie zum Atmen auftauchen können. Die saisonalen Wanderungen können dabei mehrere Tausend Kilometer umfassen.

Ernährung

Belugas sind opportunistische Jäger mit einem breiten Nahrungsspektrum. Ihre Ernährung umfasst Fische wie Lodde, Hering, Kabeljau, Lachs und Stint sowie bodenlebende Wirbellose wie Garnelen, Krabben, Tintenfische und Muscheln. Die Zusammensetzung der Nahrung variiert je nach Jahreszeit und Region. Im Sommer, wenn die Tiere in Flussmündungen vordringen, stehen häufig Lachszüge im Mittelpunkt der Jagd.

Beim Beutefang setzt der Beluga seine Echoortung ein, um Beute auch in trübem Wasser oder unter Eis zu lokalisieren. Die Nahrungsaufnahme erfolgt durch Saugen und Schnappen – die kegelförmigen Zähne (insgesamt 32 bis 40 Stück) dienen eher dem Festhalten als dem Kauen. Die Beute wird in der Regel im Ganzen verschluckt.

Verhalten & Lebensweise

Belugas sind ausgesprochen soziale Tiere und leben in Gruppen, die je nach Kontext unterschiedlich groß ausfallen. Kleine Verbände von fünf bis zehn Tieren sind häufig, doch während der Sommerwanderungen können sich Hunderte bis Tausende Individuen in Flussmündungen versammeln. Diese saisonalen Aggregationen dienen der Nahrungssuche, der Fortpflanzung und der Hautpflege.

Der Beluga ist für sein ausgeprägtes Lautrepertoire bekannt. Frühe Seefahrer nannten ihn „Kanarienvogel der Meere", weil seine Rufe – Klicks, Pfiffe, Triller und pulsierende Töne – selbst durch Schiffsrümpfe hindurch hörbar waren. Diese akustische Kommunikation dient der Koordination innerhalb der Gruppe, der Echoortung und vermutlich auch der individuellen Erkennung.

Die Tiere tauchen in der Regel bis in Tiefen von 20 bis 300 Metern, sind aber zu Tauchgängen von über 700 Metern fähig. Die durchschnittliche Tauchdauer beträgt drei bis fünf Minuten, kann jedoch auf bis zu 25 Minuten ausgedehnt werden.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt je nach Population in die Monate Februar bis Mai. Nach einer Tragzeit von etwa 14 bis 15 Monaten bringt das Weibchen ein einzelnes Kalb zur Welt, meist in den warmen, geschützten Gewässern der Flussmündungen. Neugeborene sind rund 1,5 Meter lang, wiegen etwa 80 Kilogramm und