Gemeiner Delfin
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Delphinus delphis (Linnaeus, 1758)
- Ordnung: Wale (Cetacea)
- Unterordnung: Zahnwale (Odontoceti)
- Familie: Delfine (Delphinidae)
- Gattung: Delphinus
- Lebensraum: Offene Ozeane und küstennahe Gewässer der gemäßigten bis tropischen Zonen
- Größe: 1,7–2,4 Meter Körperlänge
- Gewicht: 70–110 kg
- Lebenserwartung: 25–30 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Der Gemeine Delfin zählt zu den mittelgroßen Vertretern der Familie Delphinidae. Sein Körperbau ist schlank und hydrodynamisch – typisch für schnelle Schwimmer unter den Zahnwalen. Die Schnauze ist schmal, deutlich vom Kopf abgesetzt und bildet einen ausgeprägten Schnabel (Rostrum). Im Ober- und Unterkiefer befinden sich jeweils 40 bis 55 kleine, spitze Zähne pro Kieferhälfte, die dem Ergreifen glitschiger Beutetiere dienen.
Das auffälligste Erkennungsmerkmal ist die charakteristische Flankenfärbung: Ein sanduhrförmiges Muster zieht sich beidseitig über den Körper. Der vordere Abschnitt dieser Zeichnung ist ockergelb bis goldbraun gefärbt, der hintere Bereich geht in ein kühles Grau über. Der Rücken erscheint dunkel, fast schwarz, während die Bauchseite weiß bis cremfarben ist. Die Rückenflosse (Finne) ist sichelförmig und meist dunkel mit einer helleren Mitte. Die Brustflossen (Flipper) sind schlank und zugespitzt, die Schwanzflosse (Fluke) kräftig und breit eingekerbt.
Gelegentlich wird der Gemeine Delfin mit dem Streifendelfin (Stenella coeruleoalba) verwechselt, doch dessen Flankenzeichnung verläuft in Streifen statt in der typischen Sanduhrform. Auch vom Großen Tümmler (Tursiops truncatus) lässt sich der Gemeine Delfin durch seine geringere Größe und die deutlich kontrastreichere Körperfärbung unterscheiden.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Gemeinen Delfins erstreckt sich über weite Teile der gemäßigten und tropischen Ozeane. Er kommt im Atlantik, Pazifik, Indischen Ozean und im Mittelmeer vor. In europäischen Gewässern ist er vor allem vor der Atlantikküste Portugals, Spaniens, Frankreichs und der Britischen Inseln anzutreffen. Auch im westlichen Mittelmeer existieren Populationen, die jedoch seit Jahrzehnten rückläufig sind.
Das bevorzugte Habitat umfasst sowohl pelagische Zonen des offenen Ozeans als auch den Bereich des Kontinentalschelfs. Die Art hält sich typischerweise in Gebieten mit Wassertemperaturen zwischen 10 und 28 °C auf. In küstennahen Gewässern tritt der Gemeine Delfin seltener auf als der Große Tümmler, kann dort aber saisonal vorkommen – etwa wenn Fischschwärme zur Küste ziehen. In der Nordsee werden vereinzelte Sichtungen gemeldet, stabile Populationen fehlen dort jedoch.
Lange Zeit wurden zwei Unterarten unterschieden: der Kurzschnäuzige Gemeine Delfin (Delphinus delphis) und der Langschnäuzige Gemeine Delfin (Delphinus capensis). Die Taxonomie wurde mehrfach überarbeitet; aktuelle molekulargenetische Studien stellen die Trennung in Frage, sodass einige Autoren nur noch eine Art anerkennen.
Ernährung
Der Gemeine Delfin ernährt sich vorwiegend von kleinen Schwarmfischen und Kopffüßern. Sardinen, Sardellen, Heringe und Makrelen bilden den Hauptteil der Nahrung. Ergänzend werden Tintenfische und gelegentlich Krebstiere gefressen. Die Zusammensetzung der Beute variiert je nach Verbreitungsgebiet und Jahreszeit.
Die Jagd erfolgt häufig kooperativ: Schulen treiben Fischschwärme gemeinsam zusammen und verdichten sie zu sogenannten Köderbällen (Bait Balls), aus denen die einzelnen Tiere dann abwechselnd fressen. Diese koordinierte Jagdstrategie ist bei mehreren Delfinarten dokumentiert, beim Gemeinen Delfin aber besonders ausgeprägt. Die Nahrungssuche findet sowohl tagsüber als auch nachts statt, wobei nächtliche Tauchgänge häufig tieferen Beuteschichten gelten, die im Zuge der vertikalen Wanderung des Zooplanktons aufsteigen.
Verhalten & Lebensweise
Gemeine Delfine sind ausgesprochen gesellige Tiere. Sie leben in Schulen, deren Größe von einigen Dutzend bis zu mehreren Tausend Individuen reichen kann. Solche Großverbände – sogenannte Megapods – bilden sich vor allem in nahrungsreichen Meeresgebieten und während saisonaler Wanderungen. Innerhalb der Schulen bestehen kleinere Untergruppen, die nach Alter und Geschlecht strukturiert sein können.
Die Art ist für ihr energiegeladenes Verhalten an der Wasseroberfläche bekannt: häufiges Springen (Breaching), Bugwellenreiten vor Schiffen und schnelles Schwimmen gehören zum Repertoire. Geschwindigkeiten von über 40 km/h sind dokumentiert. Die Kommunikation erfolgt über ein breites Spektrum an Klicklauten, Pfiffen und gepulsten Rufen. Individuelle Signalpfiffe dienen der gegenseitigen Erkennung innerhalb der Schule – vergleichbar mit einem akustischen Namenssystem.
Tauchgänge führen in der Regel in Tiefen von 40 bis 200 Metern, können aber gelegentlich über 250 Meter reichen. Die Tauchdauer beträgt meist unter zwei Minuten.
Fortpflanzung & Aufzucht
Weibchen erreichen die Geschlechtsreife mit etwa 6 bis 7 Jahren, Männchen mit 7 bis 12 Jahren. Die Paarung findet saisonal statt, wobei der Zeitraum je nach Population variiert – in europäischen Gewäss