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Bergfink

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Tierart – Vögel > Singvögel – Finken & Ammern

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Fringilla montifringilla
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Finken (Fringillidae)
  • Gattung: Edelfinken (Fringilla)
  • Lebensraum: Boreale Nadel- und Birkenwälder; im Winter offene Kulturlandschaften, Buchenwälder, Feldfluren
  • Größe: 14–16 cm Körperlänge
  • Gewicht: 20–30 g
  • Lebenserwartung: Bis zu 10 Jahre, im Durchschnitt etwa 5 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Bergfink ist ein mittelgroßer, kompakt gebauter Singvogel, der in seiner Gestalt dem eng verwandten Buchfinken (Fringilla coelebs) stark ähnelt. Beide Arten bilden zusammen die Gattung der Edelfinken. Charakteristisch für den Bergfink ist die orangebraune Brust- und Schulterfärbung, die ihn vom Buchfinken deutlich unterscheidet. Im Flug fällt der weiße Bürzel auf, der bei beiden Geschlechtern vorhanden ist und ein zuverlässiges Bestimmungsmerkmal darstellt.

Das Gefieder des Männchens zeigt im Prachtkleid während der Brutzeit einen blauschwarzen Kopf und Nacken, eine leuchtend orangefarbene Brust sowie schwarz-braun gemusterte Flügel mit zwei hellen Flügelbinden. Im Schlichtkleid, also außerhalb der Brutzeit, ist der Kopf bräunlicher getönt, da die schwarzen Federspitzen von helleren Säumen überlagert werden. Das Weibchen ist insgesamt matter gefärbt: Der Kopf erscheint graubraun mit deutlichen dunklen Scheitelstreifen, die Brust ist blasser orange, und die Flanken tragen dunkle Längsflecken. Der kräftige Schnabel ist im Sommer dunkel hornfarben, im Winter gelblich mit dunkler Spitze – eine jahreszeitliche Veränderung, die bei vielen Finkenarten vorkommt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Brutgebiet des Bergfinken erstreckt sich in einem breiten Gürtel über die gesamte Paläarktis – von Skandinavien über Sibirien bis nach Kamtschatka. Als Brutvogel besiedelt er vor allem die boreale Taiga mit ihren Birken-, Erlen- und Nadelwäldern. In Skandinavien reicht das Verbreitungsgebiet bis in die Fjellbirkenzone hinauf, wobei die Höhenverbreitung je nach Region zwischen 200 und 1.200 Metern über dem Meeresspiegel liegt.

Der Bergfink ist ein ausgeprägter Zugvogel. Die europäischen Brutpopulationen überwintern in Mittel- und Südeuropa, während die sibirischen Populationen nach Ostasien, insbesondere nach China, Korea und Japan, ziehen. In Mitteleuropa trifft er als Wintergast ab Oktober ein und bleibt bis März oder April. Die Wahl der Winterquartiere hängt stark vom Nahrungsangebot ab – insbesondere vom Ertrag der Buchenmast. In Jahren mit reicher Bucheckernproduktion bilden sich in Mitteleuropa gewaltige Winteransammlungen, die Hunderttausende bis Millionen von Individuen umfassen können. Das jeweilige Habitat im Winter umfasst offene Feldfluren, Waldränder, Heckenlandschaften und landwirtschaftliche Nutzflächen.

Ernährung

Die Nahrung des Bergfinken ist jahreszeitlich unterschiedlich zusammengesetzt. Während der Brutzeit dominiert tierische Kost: Insekten, Spinnen, kleine Raupen und andere Wirbellose bilden die Hauptnahrung und sind auch für die Aufzucht der Jungvögel unerlässlich. Ab dem Spätsommer und im Winter stellt sich der Bergfink überwiegend auf pflanzliche Nahrung um. Bucheckern sind die bevorzugte Winternahrung, ergänzt durch Samen verschiedener Baumarten wie Birken, Erlen und Fichten. An Futterstellen nimmt der Bergfink bereitwillig Sonnenblumenkerne und andere ölhaltige Sämereien an. Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend am Boden, wobei die Vögel mit kurzen Hüpfern und gezieltem Wenden von Laub nach Nahrung suchen.

Verhalten & Lebensweise

Der Bergfink ist tagaktiv und außerhalb der Brutzeit ein ausgesprochen geselliger Vogel. Im Winterhalbjahr bildet er Schwärme, die oft gemeinsam mit Buchfinken, Grünfinken und anderen Finkenvögeln auf Nahrungssuche gehen. Die bereits erwähnten Massenansammlungen an Schlafplätzen gehören zu den eindrucksvollsten Vogelphänomenen Europas. Einzelne Schlafplätze in Nadelwäldern oder dichten Gehölzen können mehrere Millionen Bergfinken beherbergen – ein Verhalten, das vermutlich dem Schutz vor Beutegreifern wie Sperber und Habicht dient und die Effizienz bei der Nahrungssuche erhöht.

Der Gesang des Männchens ist wenig melodisch – ein langgezogener, nasal quäkender Ton, der an ein gedämpftes Quietschen erinnert. Er wird von erhöhten Singwarten in der Baumkrone vorgetragen. Die Rufe dagegen sind vielfältiger: Ein scharfes „jäk" im Flug und ein weiches „jüpp" als Kontaktruf dienen der Kommunikation innerhalb der Schwärme. Während der Brutzeit verteidigt das Männchen ein lockeres Revier, das allerdings kleiner ist als beim Buchfinken und in günstigen Habitaten kaum gegen Artgenossen abgegrenzt wird.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt im April auf dem Zug oder kurz nach der Ankunft im Brutgebiet. Das Männchen präsentiert dabei sein kontrastreiches Gefieder und trägt seinen Gesang vor. Die Paarbildung erfolgt saisonal monogam. Das Nest wird vom Weibchen allein errichtet, meist in einer Astgabel von Birken, Fichten oder anderen Bäumen in einer Höhe von 2 bis 10 Metern. Es handelt sich um einen kompakten, napfförmigen Bau aus Gräsern, Moos, Rindenfasern und Flechten, der innen mit Federn und Tierhaaren ausgepolstert wird. Die äußere Verkleidung mit Birkenborkenstücken und Flechten tarnt das Nest gut im umgebenden Astwerk.

Das Gelege umfas