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Buchfink

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Tierart – Vögel > Singvögel – Finken & Ammern

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Fringilla coelebs
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Finken (Fringillidae)
  • Gattung: Edelfinken (Fringilla)
  • Lebensraum: Laub- und Mischwälder, Parks, Gärten, Feldgehölze
  • Größe: 14–18 cm (Körperlänge)
  • Gewicht: 18–29 g
  • Flügelspannweite: 24,5–28,5 cm
  • Lebenserwartung: 5–7 Jahre in freier Wildbahn, in Ausnahmefällen bis 14 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Buchfink zeigt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Das Männchen trägt im Prachtkleid eine blaugraue Kappe und einen ebenso gefärbten Nacken. Stirn und Scheitel sind schwarz abgesetzt. Die Brust und die Wangen sind rostrot bis lachsfarben, der Rücken kastanienbraun. Im Schlichtkleid nach der Herbstmauser sind die Farben etwas matter, da helle Federsäume die kräftigen Töne überdecken. Das Weibchen ist insgesamt deutlich unauffälliger gefärbt: Die Oberseite zeigt ein olivbraunes, die Unterseite ein blassbeiges Gefieder. Beiden Geschlechtern gemeinsam sind zwei auffällige weiße Flügelbinden auf den Arm- und Handdecken sowie weiße Außenkanten an den äußeren Steuerfedern, die besonders im Flug gut sichtbar werden. Der Schnabel ist im Sommer stahlblau, im Winter hornfarben. Die Beine sind fleischfarben bis bräunlich.

Mit seiner kompakten, rundlichen Gestalt und dem kräftigen Kegelschnabel ist der Buchfink ein typischer Vertreter der Finkenvögel. Jungvögel ähneln den Weibchen, lassen sich aber an ihrer insgesamt stumpferen Färbung und den noch nicht vollständig ausgebildeten Flügelbinden erkennen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Buchfinks erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. Er besiedelt ganz Europa – von den Kanarischen Inseln und Nordafrika bis nach Skandinavien und Russland – sowie Teile Westasiens bis in den Iran und den westlichen Himalaya. In Neuseeland und Südafrika wurde die Art im 19. Jahrhundert durch den Menschen eingebürgert.

Als Habitat bevorzugt der Buchfink lichte Laub- und Mischwälder mit gut entwickelter Strauchschicht. Ebenso besiedelt er Feldgehölze, Heckenlandschaften, Obstplantagen, Parkanlagen und Gärten bis in innerstädtische Bereiche. In den Alpen kommt er bis zur Baumgrenze auf etwa 2.000 Metern vor. In Mitteleuropa ist der Buchfink einer der häufigsten Brutvögel überhaupt – in Deutschland wird der Bestand auf rund 20 Millionen Brutpaare geschätzt.

Die mittel- und westeuropäischen Populationen sind überwiegend Standvögel oder Kurzstreckenzieher. Nord- und osteuropäische Buchfinken ziehen im Herbst in mildere Regionen Süd- und Westeuropas. Dabei bilden sich mitunter große Zugtrupps, die nach Geschlechtern getrennt auftreten – ein Verhalten, das Carl von Linné zur Wahl des Artnamens coelebs (lateinisch für „Junggeselle") veranlasste, da ihm in Schweden im Winter vorwiegend Männchen auffielen.

Ernährung

Der Buchfink ist ein Allesfresser mit saisonaler Schwerpunktverlagerung. Außerhalb der Brutzeit besteht die Nahrung überwiegend aus Sämereien, darunter Bucheckern, Samen von Gräsern, Kräutern und Getreidesorten. Der kräftige Schnabel eignet sich gut zum Aufknacken und Enthülsen harter Samenschalen. Im Frühjahr und Sommer – insbesondere während der Jungenaufzucht – überwiegt tierische Kost. Dann erbeutet der Buchfink vor allem Insekten und deren Larven, Spinnen, kleine Schnecken und Blattläuse. Die Nahrungssuche erfolgt bevorzugt am Boden, wo der Vogel hüpfend Laub und Erdreich nach Fressbarem durchsucht. Auch niedrige Vegetation und Strauchwerk werden systematisch abgesucht.

Verhalten & Lebensweise

Der Buchfink ist ein tagaktiver Singvogel, der sich außerhalb der Brutzeit häufig in Trupps zusammenfindet. Diese Schwärme können artgemischt auftreten und umfassen dann auch Bergfinken, Grünfinken oder Feldsperlinge. Im Winter nutzen Buchfinken gerne Futterstellen in Gärten, wo sie sich vorwiegend am Boden aufhalten.

Sein Gesang – ein kurzer, rollender Schlag mit charakteristischem Endschnörkel – gehört zu den bekanntesten Vogelstimmen Mitteleuropas. Der Gesang variiert regional erheblich, sodass Ornithologen verschiedene Dialekte unterscheiden. Junge Männchen erlernen den Gesang von benachbarten Artgenossen, wobei sie lokale Varianten übernehmen. Ein Männchen beherrscht in der Regel zwei bis sechs verschiedene Strophentypen. Der Regenruf, ein monoton wiederholtes „rüüt", wird oft vor Regenfällen geäußert und hat dem Buchfink in manchen Regionen den Beinamen „Wettervogel" eingetragen.

Zur Brutzeit besetzen Männchen energisch ein Revier, das sie durch ausdauernden Gesang von erhöhten Singwarten markieren und gegen Rivalen verteidigen. Die Reviergröße liegt je nach Habitatqualität zwischen 0,3 und 3 Hektar.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt im März. Das Männchen singt intensiv und zeigt ein ritualisiertes Imponierverhalten mit gesträubtem Gefieder und langsamen Drehbewegungen. Nach der Paarbildung errichtet das Weibchen das Nest meist allein. Es entsteht ein kunstvoller, napfförmiger Bau in Astgabeln oder an Stämmen von Bäumen und Sträuchern, typischerweise in zwei bis fünf Metern Höhe. Als Baumaterial dienen Moos, Grashalme, Wurzeln und Flechten, die Außenwand wird mit Spinnweben