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Dompfaff

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Tierart – Vögel > Singvögel – Finken & Ammern

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pyrrhula pyrrhula
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Finken (Fringillidae)
  • Unterfamilie: Stieglitzartige (Carduelinae)
  • Gattung: Gimpel (Pyrrhula)
  • Lebensraum: Nadel- und Mischwälder, Parks, Gärten
  • Größe: 15–19 cm (Körperlänge)
  • Gewicht: 21–27 g
  • Lebenserwartung: 3–5 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis zu 12 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Dompfaff, auch als Gimpel bekannt, gehört zu den auffälligsten und am leichtesten zu identifizierenden Singvögeln Mitteleuropas. Der Geschlechtsdimorphismus ist bei dieser Art besonders deutlich ausgeprägt: Das Männchen trägt eine leuchtend karminrote Brust, Wangen und Unterseite, die scharf gegen das blaugraue Rückengefieder abgegrenzt ist. Beim Weibchen sind die entsprechenden Körperpartien in einem gedämpften Graubraun bis Rosabraun gefärbt.

Beiden Geschlechtern gemeinsam ist die glänzend schwarze Kopfkappe, die Stirn, Scheitel und Kinn umfasst und dem Vogel ein kapuzenartiges Aussehen verleiht. Der kurze, kräftige Schnabel ist schwarz und kegelförmig – typisch für Körnerfresser aus der Familie der Finken. Er ist an der Basis auffallend breit und ermöglicht das effiziente Aufbrechen von Samen und Kernen. Der Bürzel ist weiß und bildet im Flug ein gut sichtbares Erkennungsmerkmal. Die Flügel sind dunkel mit einer einzelnen hellen Flügelbinde. Der Schwanz ist relativ kurz und schwarz. Jungvögel ähneln den Weibchen, ihnen fehlt jedoch die schwarze Kopfkappe; sie tragen stattdessen eine bräunliche Kopffärbung.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Dompfaffs erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis – von den Britischen Inseln und der Iberischen Halbinsel ostwärts über ganz Eurasien bis nach Japan und Kamtschatka. In Europa ist die Art nahezu flächendeckend vertreten, mit Ausnahme Islands, der nördlichsten Teile Skandinaviens und der trockensten Mittelmeerregionen.

Als bevorzugtes Habitat wählt der Gimpel Nadel- und Mischwälder mit dichtem Unterholz, wobei Fichtenwälder besonders geschätzt werden. Daneben besiedelt er auch Auenwälder, Feldgehölze, verwilderte Obstgärten, Friedhöfe und strukturreiche Gärten in Siedlungsnähe. Entscheidend für die Biotopwahl ist das Vorhandensein von dichter Strauch- und Baumvegetation, die Deckung und Nahrung bietet. In Mitteleuropa ist der Dompfaff überwiegend Standvogel oder Kurzstreckenzieher. Populationen aus dem hohen Norden und Nordosten zeigen dagegen ein ausgeprägteres Zugverhalten und erscheinen in manchen Wintern als Invasionsgäste in Mitteleuropa.

Es werden mehrere Unterarten unterschieden, darunter die mitteleuropäische Nominatform Pyrrhula pyrrhula pyrrhula und die etwas kleinere westeuropäische Unterart P. p. pileata. Die östlichen Unterarten wie P. p. cassinii und P. p. griseiventris fallen durch ihre Größe und teils abweichende Färbung auf.

Ernährung

Der Dompfaff ist überwiegend Pflanzenfresser. Seinen kräftigen Schnabel setzt er gezielt ein, um Samen, Kerne und Knospen zu bearbeiten. Im Frühjahr bilden Baumknospen – vor allem von Obstbäumen wie Kirsche, Pflaume und Apfel – einen wesentlichen Nahrungsbestandteil. Pro Tag kann ein einzelner Vogel mehrere hundert Knospen fressen, was ihm bei Obstbauern den Ruf eines Schädlings eingebracht hat. Im Sommer ergänzen Samen von Wildkräutern wie Brennnessel, Löwenzahn und Vogelmiere den Speiseplan. Im Herbst und Winter stehen Beeren von Vogelbeere, Holunder und Liguster sowie Samen von Nadelbäumen im Vordergrund.

Tierische Nahrung spielt eine untergeordnete Rolle. Während der Jungenaufzucht werden jedoch Insekten und deren Larven, vor allem kleine Raupen und Blattläuse, als proteinreiche Zusatznahrung an die Nestlinge verfüttert.

Verhalten & Lebensweise

Der Dompfaff ist tagaktiv und lebt außerhalb der Brutzeit häufig in kleinen, lockeren Trupps von vier bis zehn Vögeln. Diese Gruppen lösen sich zur Brutzeit auf, wenn die Paare eigene Reviere beanspruchen. Die Revierverteidigung fällt beim Gimpel vergleichsweise zurückhaltend aus; aggressive Auseinandersetzungen sind selten.

Der Gesang des Männchens ist leise, melodisch und etwas melancholisch klingend – ein weiches, pfeifendes Flöten, das sich deutlich vom kräftigen Gesang anderer Finkenarten wie Buchfink oder Grünfink unterscheidet. Der typische Ruf ist ein klares, einsilbiges „djü" oder „büh", das oft im Flug zu hören ist und als Kontaktlaut zwischen Partnern dient. In früheren Jahrhunderten wurde der Dompfaff als Käfigvogel gehalten und gezielt darauf trainiert, Melodien nachzupfeifen – eine Fähigkeit, die auf seine ausgeprägte Lernfähigkeit im Bereich der Vokalisation zurückgeht.

Fortpflanzung & Aufzucht

Dompfaffen führen eine monogame Saisonehe, wobei manche Paare sich auch über mehrere Brutperioden hinweg erneut zusammenfinden. Die Balz beginnt im März und umfasst ein ritualisiertes Verhalten: Das Männchen dreht sich vor dem Weibchen, reckt die rote Brust und gibt leise Gesangspassagen von sich. Das Weibchen signalisiert seine Paarungsbereitschaft durch eine geduckte Haltung und leises Rufen.

Das Nest wird vom Weib