Britisch-langhaar
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Steckbrief
- Herkunft: Großbritannien
- Rassestandard: Anerkannt u. a. bei TICA, WCF und verschiedenen unabhängigen Zuchtverbänden; bei der FIFe als eigenständige Rasse nicht überall separat geführt, sondern teils unter „British Longhair" bzw. als Variante der Britisch Kurzhaar klassifiziert
- Größe: Mittelgroß bis groß
- Gewicht: Katzen 3,5–5,5 kg, Kater 5–8 kg
- Lebenserwartung: 12–16 Jahre
- Fell/Farben: Halblanges, dichtes Fell mit üppiger Unterwolle; alle Farben und Muster erlaubt, darunter Blau, Lilac, Chocolate, Schwarz, Creme, Rot, Schildpatt, Tabby, Colourpoint, Bicolour und Smoke
Herkunft & Geschichte
Die Britisch Langhaar – international als British Longhair bekannt – ist eng mit der populären Britisch Kurzhaar verwandt. Ihre Abstammung lässt sich auf die gleichen britischen Hauskatzen zurückführen, die seit dem späten 19. Jahrhundert gezielt gezüchtet wurden. Im Lauf der Zuchtgeschichte kreuzten Züchter immer wieder Perserkatzen ein, um den stämmigen Körperbau und das runde Gesicht der Britisch Kurzhaar zu festigen. Dabei trat zwangsläufig das rezessive Gen für langes Fell auf: Kitten mit halblangem Haar wurden geboren, galten jedoch lange Zeit als unerwünschte Nebenprodukte der Zucht und wurden nicht zur Weiterzucht eingesetzt.
Erst ab den 1990er-Jahren begann ein Umdenken. Engagierte Züchter erkannten das eigenständige Potenzial dieser Langhaar-Variante und arbeiteten systematisch an einer eigenen Zuchtlinie. Verschiedene Zuchtverbände wie die TICA (The International Cat Association) und die WCF (World Cat Federation) erkannten die Britisch Langhaar schließlich als eigenständige Rasse an. Bei manchen Organisationen wird sie weiterhin als Varietät der Britisch Kurzhaar geführt, doch die Tendenz geht international klar in Richtung volle Anerkennung als separate Rasse.
Aussehen & Rassemerkmale
Die Britisch Langhaar besticht durch einen kräftigen, kompakten Körperbau mit breiter Brust, kurzen stämmigen Beinen und einem muskulösen Rumpf. Der Kopf ist rund und massiv, mit vollen Wangen, einer kurzen, breiten Nase und einem ausgeprägten Kinn. Die Ohren sind mittelgroß, weit auseinander gesetzt und leicht abgerundet. Die großen, runden Augen können je nach Fellfarbe kupferfarben, gold, grün oder blau sein.
Das halblange Fell ist das zentrale Unterscheidungsmerkmal zur Britisch Kurzhaar. Es ist dicht, plüschig und steht leicht vom Körper ab, ohne jedoch die Länge und Seidigkeit einer Perserkatze zu erreichen. Besonders auffällig sind die gut ausgeprägte Halskrause, die sogenannte „Mähne", sowie die buschige Schwanzfahne und die Höschen an den Hinterbeinen. Die dichte Unterwolle verleiht dem Fell eine bemerkenswerte Fülle und schützt die Katze hervorragend vor Kälte.
Gemäß dem Rassestandard der meisten Zuchtverbände sind nahezu alle Fellfarben und Zeichnungen zugelassen. Besonders beliebt ist die Farbe Blau, die auch bei der Britisch Kurzhaar als Klassiker gilt. Ebenso gefragt sind Lilac, Chocolate, die verschiedenen Tabby-Varianten und die elegante Colourpoint-Zeichnung.
Charakter & Wesen
Die Britisch Langhaar wird zu Recht als ausgeglichene, ruhige und sanftmütige Katze beschrieben. Sie ist gelassen, ohne dabei phlegmatisch zu wirken. Ihre verspielte Seite zeigt sie gerne in kurzen, intensiven Spielphasen, doch grundsätzlich bevorzugt sie ein entspanntes Umfeld. Sie gilt als treu und anhänglich gegenüber ihren Bezugspersonen, ohne dabei aufdringlich zu werden – eine Eigenschaft, die sie mit der Britisch Kurzhaar teilt.
Gegenüber Fremden verhält sie sich zunächst zurückhaltend und wachsam, taut aber bei freundlicher Behandlung rasch auf. Im Zusammenleben mit anderen Katzen oder Hunden zeigt sie sich in der Regel sozial und verträglich. Ihre Stimme setzt sie sparsam ein; lautes, forderndes Miauen ist bei dieser Rasse eher selten.
Trotz ihrer Gelassenheit ist die Britisch Langhaar intelligent und schätzt geistige Anregung. Fummelbretter, Intelligenzspielzeug und interaktive Spielsessions halten sie mental fit und stärken die Bindung zum Menschen.
Haltung & Pflege
Die Britisch Langhaar eignet sich hervorragend als Wohnungskatze, sofern ihr ausreichend Platz, Kletter- und Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Ein gesicherter Balkon oder Zugang zu einem eingezäunten Garten ist ideal, aber nicht zwingend nötig. Wichtig sind Beschäftigung und Abwechslung im Alltag, damit die Katze nicht zu Übergewicht neigt – eine Gefahr, die bei dieser eher gemütlichen Rasse durchaus besteht.
Die Fellpflege erfordert mehr Aufmerksamkeit als bei der kurzhaarigen Variante, ist aber deutlich weniger aufwendig als bei Perserkatzen. Zwei- bis dreimaliges Bürsten pro Woche genügt, um Verfilzungen zu verhindern und lose Unterwolle zu entfernen. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst empfiehlt sich tägliches Kämmen. Ein hochwertiger Metallkamm und eine Naturhaarbürste gehören zur Grundausstattung.
Augen, Ohren und Krallen sollten regelmäßig kontrolliert werden. Gelegentlich neigen manche Tiere durch die leicht verkürzte Nase zu verstärktem Tränenfluss, was eine gelegentliche Reinigung der Augenpartie erfordert.
Ernährung
Wie alle Katzen ist die Britisch Langhaar ein obligater Fleischfresser. Eine proteinreiche, getreidefreie Ernährung mit