Brusthöhle
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Definition & Überblick
Die Brusthöhle (lat. Cavum thoracis oder Cavitas thoracis) ist der von knöchernen, muskulären und serösen Strukturen umschlossene Körperhöhlenabschnitt, der sich zwischen dem Brusteingang (Apertura thoracis cranialis) und dem Zwerchfell (Diaphragma) erstreckt. Sie beherbergt lebenswichtige Organe wie Herz, Lunge, große Gefäße und die Speiseröhre und bildet damit einen der funktionell bedeutsamsten Räume des Tierkörpers. Von der Bauchhöhle (Cavum abdominis) wird sie durch das Zwerchfell getrennt, das gleichzeitig als wichtigster Atemmuskel fungiert. Die Brusthöhle ist bei allen Haussäugetieren sowie Vögeln vorhanden, unterscheidet sich jedoch in Proportionen und Besonderheiten je nach Tierart erheblich.
Aufbau & Struktur
Die knöcherne Grundlage der Brusthöhle bildet der Brustkorb (Thorax). Er besteht aus den Brustwirbeln (Vertebrae thoracicae), den Rippen (Costae) und dem Brustbein (Sternum). Die Anzahl der Brustwirbel und Rippenpaare variiert tierartlich: Beim Hund sind es in der Regel 13, beim Pferd 18 und beim Rind ebenfalls 13 Paare. Zwischen den Rippen liegen die Zwischenrippenmuskeln (Musculi intercostales externi et interni), die aktiv an der Atemmechanik beteiligt sind.
Innerlich wird die Brusthöhle von der Fascia endothoracica und der parietalen Pleura (Pleura parietalis) ausgekleidet. Die Lungen sind von der viszeralen Pleura (Pleura visceralis bzw. Pleura pulmonalis) überzogen. Zwischen beiden Pleurablättern befindet sich der Pleuralspalt (Cavum pleurae), der eine geringe Menge seröser Flüssigkeit enthält. Diese ermöglicht das reibungsarme Gleiten der Lunge bei Atembewegungen und erzeugt durch Adhäsionskräfte den für die Lungenentfaltung notwendigen Unterdruck.
Das Mediastinum (Mittelfellraum) teilt die Brusthöhle in eine linke und eine rechte Pleurahöhle. Es handelt sich um eine bindegewebige Scheidewand, die vom Brustbein bis zur Wirbelsäule reicht und zahlreiche Strukturen enthält:
- Das Herz im Herzbeutel (Pericardium)
- Die großen Gefäße: Aorta, Vena cava cranialis und Vena cava caudalis, Truncus pulmonalis
- Die Speiseröhre (Oesophagus)
- Die Luftröhre (Trachea) und ihre Aufzweigung (Bifurcatio tracheae)
- Lymphknoten (Lymphonodi mediastinales), Nerven (Nervus vagus, Nervus phrenicus) und den Ductus thoracicus
Der kaudale Abschluss wird vom Zwerchfell gebildet, das kuppelförmig in die Brusthöhle hineinragt. Durch definierte Öffnungen – den Hiatus aorticus, den Hiatus oesophageus und das Foramen venae cavae – treten Gefäße und Organe zwischen Brust- und Bauchhöhle hindurch.
Funktion
Die zentrale Funktion der Brusthöhle liegt in der Bereitstellung eines geschützten Raumes für die Atmung und die Herzkreislauffunktion. Der in der Pleurahöhle herrschende negative Druck (intrapleuraler Unterdruck) ist entscheidend für die Entfaltung der Lungen. Bei der Einatmung (Inspiration) kontrahiert sich das Zwerchfell und die Zwischenrippenmuskeln erweitern den Thorax, wodurch das Lungenvolumen zunimmt und Luft einströmt. Bei der Ausatmung (Exspiration) relaxieren diese Strukturen, und die elastische Rückstellkraft der Lunge presst die Luft wieder heraus.
Das Mediastinum schützt das Herz und die großen Gefäße mechanisch und sorgt dafür, dass eine einseitige Verletzung der Pleurahöhle – etwa ein unilateraler Pneumothorax – nicht zwangsläufig zum Kollaps beider Lungenflügel führt. Diese Schutzfunktion ist allerdings tierartlich unterschiedlich ausgeprägt.
Unterschiede zwischen Tierarten
Beim Pferd ist das Mediastinum im kaudalen Bereich dünn und häufig fenestriert, sodass die linke und rechte Pleurahöhle kommunizieren. Ein einseitiger Pneumothorax kann daher rasch beidseitig werden – eine klinisch bedeutsame Besonderheit bei Thoraxverletzungen und chirurgischen Eingriffen.
Beim Rind ist das Mediastinum dagegen kräftig ausgebildet und vollständig, wodurch die beiden Pleurahöhlen weitgehend voneinander getrennt bleiben. Dies bietet einen gewissen Schutz bei traumatischen Ereignissen wie der häufig auftretenden Reticuloperitonitis traumatica (Fremdkörpererkrankung), bei der spitze Gegenstände aus dem Netzmagen Richtung Zwerchfell und Herzbeutel wandern können.
Beim Hund und bei der Katze ist das Mediastinum dünn, jedoch in der Regel vollständig. Die Form des Brustkorbs variiert rassebedingt stark: Tiefbrüstige Hunderassen wie der Windhund besitzen einen schmalen, tiefen Thorax, während fassförmige Rassen wie der Bulldog einen breiten, kurzen Brustkorb aufweisen – mit entsprechenden Unterschieden in der Herzlage und Lungenkapazität.
Bei Vögeln unterscheidet sich die Organisation grundlegend. Die Lungen sind nicht frei beweglich, sondern fest an der dorsalen Thoraxwand fixiert. Statt