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Duftdrüse

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Anatomie & Körperbau > Körperbau – allgemein

Definition & Überblick

Duftdrüsen (Glandulae odoriferae) sind spezialisierte exokrine Drüsen der Haut oder hautnaher Schleimhäute, die ein sensorisch wirksames Sekret produzieren. Dieses Sekret dient der chemischen Kommunikation zwischen Individuen derselben oder unterschiedlicher Arten. Duftdrüsen kommen im gesamten Tierreich vor – von Insekten über Reptilien bis hin zu Säugetieren – und sind hinsichtlich ihrer Lokalisation, ihres histologischen Aufbaus und ihrer Sekretionsprodukte außerordentlich vielfältig. In der veterinäranatomischen Praxis spielen vor allem die Duftdrüsen von Haus- und Nutztieren eine Rolle, da sie bei bestimmten Erkrankungen und Verhaltensstörungen klinisch relevant werden können.

Von den klassischen Schweißdrüsen (Glandulae sudoriferae) und Talgdrüsen (Glandulae sebaceae) unterscheiden sich Duftdrüsen durch ihre spezifische Zusammensetzung des Sekrets, das flüchtige organische Verbindungen wie Terpene, Steroide, kurzkettige Fettsäuren oder schwefelhaltige Substanzen enthält. Häufig handelt es sich bei Duftdrüsen um modifizierte apokrine Schweißdrüsen oder um Drüsenkomplexe, die sowohl apokrine als auch holokrine Anteile aufweisen.

Aufbau & Struktur

Histologisch bestehen die meisten Duftdrüsen der Säugetiere aus tubulösen oder tubuloalveolären Drüsenkörpern, die in der Dermis oder Subcutis eingebettet liegen. Der Drüsenkörper wird von einem einschichtigen bis mehrreihigen sekretorischen Epithel ausgekleidet, das je nach Drüsentyp apokrin oder holokrin sezerniert. Umgeben wird das Epithel von Myoepithelzellen, deren Kontraktion die Sekretausscheidung unterstützt.

Der Ausführungsgang (Ductus excretorius) mündet entweder direkt an der Hautoberfläche oder in einen Haarfollikel. Viele Duftdrüsenregionen besitzen zusätzliche Talgdrüsenanteile, deren lipidreiches Sekret als Trägerstoff für die flüchtigen Duftstoffe fungiert. Diese Kombination aus apokriner Drüse und Talgdrüse bildet einen funktionellen Drüsenkomplex, der in manchen Körperregionen makroskopisch als umschriebenes Drüsenfeld sichtbar wird – etwa das Infraorbitalorgan der Hirsche oder das Violdrüsenfeld des Fuchses.

Die Vaskularisation der Duftdrüsenregionen ist typischerweise besonders dicht, was eine effiziente Zufuhr von Vorläufersubstanzen für die Sekretsynthese gewährleistet. Die Innervation erfolgt über sympathische postganglionäre Nervenfasern, wobei cholinerge und adrenerge Anteile je nach Tierart variieren.

Funktion

Die Hauptfunktion der Duftdrüsen liegt in der chemischen Kommunikation (Semiochemie). Die produzierten Substanzen wirken als:

  • Pheromone – intraspezifische Signalstoffe zur Vermittlung von Reproduktionsstatus, Reviergrenzen, Gruppenidentität oder Alarmzuständen
  • Allomone – interspezifische Substanzen, die dem Sender Vorteile verschaffen, etwa Abwehrsekrete gegen Prädatoren
  • Kairomone – Substanzen, die dem Empfänger nützen, beispielsweise bei der Beuteerkennung durch Prädatoren

Das Sekret wird häufig durch gezieltes Verhalten an Substrate übertragen: Reiben des Kopfes, Pressen der Analregion auf den Boden, Kratzen oder Sprühen. Die Rezeption erfolgt beim Empfänger über das Vomeronasalorgan (Jacobson-Organ) oder das olfaktorische Epithel der Nasenhöhle. Besonders bei der Reproduktionsbiologie spielt die Duftmarkierung eine zentrale Rolle, da sie Informationen über den Östrus, die individuelle genetische Ausstattung und den sozialen Rang transportiert.

Unterschiede zwischen Tierarten

Die Lokalisation und Ausprägung der Duftdrüsen variiert erheblich zwischen den Tierarten:

  • Katze (Felis catus): Temporaldrüsen, Perioral- und Kinndrüsen, Interdigitaldrüsen sowie Zirkumanaldrüsen. Die Gesichtsmarkierung („Bunting") erfolgt über das Reiben der Temporalregion an Objekten.
  • Hund (Canis lupus familiaris): Ausgeprägte Glandulae circumanales (hepatoide Drüsen), Zirkumanaldrüsen, Violdrüse (Suprakaudalorgan) am Schwanzansatz und Interdigitaldrüsen. Die Analdrüsen (Sinus paranales) produzieren ein stark riechendes Sekret mit individualspezifischem Duftprofil.
  • Reh und Hirsch (Cervidae): Infraorbitaldrüsen (Glandulae infraorbitales), Metatarsaldrüsen, Interdigitaldrüsen. Diese werden saisonal unter hormonellem Einfluss aktiviert.
  • Kaninchen (Oryctolagus cuniculus): Kinndrüsen (Glandulae submandibulares) und Inguinaldrüsen, die zur Reviermarkierung und Jungtieridentifikation eingesetzt werden.
  • Stinktier (Mephitidae): Stark entwickelte Analdrüsen mit spezifischer Muskulatur, die ein thiolhaltiges Sekret über mehrere Meter gezielt versprühen können – ein klassisches Beispiel für Allomone zur Feindabwehr.
  • Insekten: Mandibulardrüsen, Nasanov-Drüse der Honigbiene, Pygidialdrüsen bei Käfern – funktionell analog, aber entwicklungsgeschichtlich und strukturell grundverschieden von den Duftdrüsen der Vertebraten.

Besonderheiten

Viele Duftdrüsen unterliegen einer ausgeprägten hormonellen Steuerung. Androgene fördern bei vielen Spezies die Größe und Aktivität der Drüsen, weshalb männliche Tiere häufig stärker markieren als weibliche. Bei ka