Burma
BRassen > Katzenrassen
Steckbrief
- Herkunft: Myanmar (ehemals Burma), Weiterentwicklung in den USA und Großbritannien
- Rassestandard: FIFé (Kategorie III), TICA, CFA, GCCF – es existieren zwei Zuchtlinien: amerikanische Burma und europäische Burma (Burmese)
- Größe: Mittelgroß
- Gewicht: Katzen 3,5–4,5 kg, Kater 4,5–6 kg
- Lebenserwartung: 15–18 Jahre, vereinzelt über 20 Jahre
- Fell: Kurz, fein, seidig, eng anliegend, kaum Unterwolle
- Anerkannte Farben: Braun (Sable), Blau, Chocolate, Lilac, Rot, Creme, Braun-Tortie, Blau-Tortie, Chocolate-Tortie, Lilac-Tortie (Farbpalette je nach Zuchtverband unterschiedlich)
Herkunft & Geschichte
Die Abstammung der Burma-Katze lässt sich auf eine einzelne Katze namens Wong Mau zurückführen, die 1930 vom Marineoffizier und Arzt Dr. Joseph Cheesman Thompson aus Rangun (dem heutigen Yangon, Myanmar) in die USA gebracht wurde. Wong Mau war eine kleine, kompakte Katze mit dunkelbraunem Fell, die sich deutlich von den damals bekannten Siamkatzen unterschied. Thompson kreuzte sie gezielt mit einem Siamkater und begründete damit die systematische Zucht der Burma.
Genetische Analysen zeigten, dass Wong Mau eine natürliche Mischung aus Siam- und Burmagenen trug – heute würde man sie als Tonkanesin bezeichnen. Durch selektive Zucht gelang es, den eigenständigen Burma-Typ zu festigen. 1936 erkannte der amerikanische Zuchtverband CFA die Rasse offiziell an, zog die Anerkennung 1947 vorübergehend zurück, weil noch zu viele Kreuzungen mit Siamkatzen stattfanden, und gewährte sie 1953 erneut.
In den 1950er-Jahren gelangten Burma-Katzen nach Großbritannien, wo sich unter dem Einfluss der europäischen Züchter eine eigenständige Zuchtlinie entwickelte. Die europäische Burma ist eleganter und weniger kompakt als die amerikanische Variante, weshalb viele Zuchtverbände beide Linien getrennt bewerten. Die FIFé und die GCCF führen primär den europäischen Typ, während CFA und CCA den amerikanischen Standard bevorzugen.
Aussehen & Rassemerkmale
Die Burma ist eine mittelgroße, muskulöse Katze, die überraschend schwer in der Hand liegt – Züchter bezeichnen sie gern als „Ziegelstein in Seide gehüllt". Ihr Körperbau ist kompakt, die Brust breit, die Beine mittellang mit ovalen Pfoten. Der Schwanz ist mittellang und verjüngt sich leicht zur abgerundeten Spitze.
Der Kopf zeigt je nach Zuchtlinie deutliche Unterschiede: Die amerikanische Burma besitzt einen rundlichen Kopf mit kurzer, breiter Nase und ausgeprägtem Stopp. Die europäische Variante zeigt einen keilförmigeren Kopf mit sanftem Profil und etwas längerer Nase. Beiden gemeinsam sind die weit auseinanderstehenden, mittelgroßen Ohren mit leicht gerundeten Spitzen.
Die Augen sind das Markenzeichen der Rasse: groß, leuchtend und in einem intensiven Goldgelb bis Bernstein gefärbt. Sie stehen weit auseinander und verleihen der Burma ihren charakteristischen offenen, aufmerksamen Ausdruck.
Das Fell ist kurz, fein und liegt dicht am Körper an. Es besitzt einen natürlichen Glanz und fühlt sich seidig an. Die geringe Unterwolle macht die Burma relativ pflegeleicht. Die Fellfarbe ist bei allen Varianten am Rücken etwas dunkler als am Bauch, wobei dieser Kontrast weniger ausgeprägt sein soll als bei Siamkatzen.
Charakter & Wesen
Die Burma gehört zu den kontaktfreudigsten und menschenbezogensten Katzenrassen überhaupt. Sie ist außerordentlich anhänglich, verspielt und intelligent. Viele Halter beschreiben ihren Charakter als hundeartig: Sie folgt ihrem Menschen durch die Wohnung, begrüßt ihn an der Tür und lässt sich gern auf Schultern tragen oder auf den Schoß einladen.
Burma-Katzen sind ausgesprochen kommunikativ. Sie verfügen über eine sanftere, weniger durchdringende Stimme als ihre Siam-Verwandten, teilen sich aber dennoch regelmäßig und gern mit. Wer eine stille Katze sucht, ist mit einer Burma nur bedingt gut beraten.
Ihre verspielte, neugierige Art behält die Burma oft bis ins hohe Alter bei. Sie apportiert gern, lernt Tricks und lässt sich sogar für Clickertraining begeistern. Gleichzeitig ist sie treu und verschmust – eine Kombination, die sie zu einer idealen Familienkatze macht. Gegenüber Fremden zeigt sie sich aufgeschlossen und selten scheu.
Haltung & Pflege
Die Burma benötigt viel Gesellschaft und sollte auf keinen Fall als Einzelkatze in einem Haushalt gehalten werden, in dem die Bewohner ganztags abwesend sind. Ideal ist die Haltung zu zweit – am besten mit einer zweiten Burma oder einer ähnlich aktiven Rasse. Auch die Vergesellschaftung mit Hunden gelingt meist problemlos.
Freigang ist möglich, aber wegen der Zutraulichkeit gegenüber Fremden und der geringen Scheu vor Gefahren nicht immer ratsam. Viele Züchter empfehlen gesicherten Freigang in einem Katzengehege oder auf einem vernetzten Balkon. In reiner Wohnungshaltung braucht die Burma ausreichend Beschäftigung: Klettermöglichkeiten, Intelligenzspielzeug und regelmäßige gemeinsame Spielzeiten sind unverzichtbar.
Die Fellpflege ist denkbar unkompliziert. Einmal wöchentliches Bürsten mit einer weichen Bürste oder einem Gummihandschuh genügt, um lose Haare zu entfernen und den natürlichen Glanz zu erhalten. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst kann etwas häufigeres Bürsten sinnvoll sein.
Ernährung
Die Burma stellt keine außergewöhnlichen Ansprüche an ihre Ernährung, profitiert aber – wie jede Katze – von einer hochwertigen, proteinreichen Fütterung