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Daune

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Definition und Überblick

Als Daune (auch Dune, Flaumfeder oder Unterfeder) bezeichnet man das feine, weiche Untergefieder von Wasservögeln, insbesondere von Gänsen und Enten. Im Gegensatz zu den Deckfedern, die dem Vogel seine äußere Form geben und vor Wind und Nässe schützen, dienen Daunen vorwiegend der Wärmeisolation. Daunen besitzen keinen durchgehenden festen Federkiel, sondern bestehen aus einem kurzen, kaum sichtbaren Kern, von dem zahlreiche weiche, dreidimensional verzweigte Federäste (Fiederäste) strahlenförmig ausgehen. Durch diese Struktur schließen Daunen große Mengen Luft ein, was ihnen ihre herausragende Isolationsfähigkeit verleiht. Seit Jahrhunderten werden Daunen als hochwertiges Füllmaterial für Bettdecken, Kissen und Bekleidung genutzt.

Aufbau und Eigenschaften

Eine einzelne Daune wiegt nur wenige Milligramm und misst im Durchmesser wenige Zentimeter. Der zentrale Kern (Calamus) ist stark verkürzt und weich, während sich von ihm aus dutzende feiner Strahlen (Radii) verzweigen, die ihrerseits wieder winzige Häkchen und Verzweigungen tragen. Dadurch entsteht ein lockeres, dreidimensionales Gebilde, das weit mehr Luft einschließt als jede Kunstfaser gleichen Gewichts.

Die wichtigsten physikalischen Eigenschaften von Daunen sind:

  • Wärmeisolation: Die eingeschlossene Luft wirkt als natürlicher Isolator. Daunen bieten bei geringstem Gewicht eine sehr hohe Wärmeleistung.
  • Bauschkraft (Fillpower): Die Bauschkraft gibt an, wie viel Volumen eine Unze (ca. 28 g) Daunen einnimmt, gemessen in Kubikzoll (cuin). Hochwertige Daunen erreichen Werte von 600 bis über 900 cuin. Je höher die Bauschkraft, desto besser das Wärme-Gewichts-Verhältnis.
  • Feuchtigkeitsregulierung: Daunen können Körperfeuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, was das Schlafklima oder den Tragekomfort positiv beeinflusst.
  • Komprimierbarkeit: Daunenprodukte lassen sich stark zusammendrücken und nehmen nach dem Entfalten ihr ursprüngliches Volumen weitgehend wieder an.
  • Geringes Gewicht: Ein mit Daunen gefülltes Produkt ist bei vergleichbarer Wärmeleistung deutlich leichter als eines mit synthetischer Füllung.

Herkunft und Gewinnung

Die wichtigsten Daunenlieferanten sind Hausgänse und Hausenten. Gänsedaunen gelten aufgrund ihrer größeren Flocken und höheren Bauschkraft als qualitativ überlegen gegenüber Entendaunen. Eine Sonderstellung nehmen Eiderdaunen ein, die von der wild lebenden Eiderente stammen und als edelste und teuerste Daunenart gelten. Eiderdaunen werden aus verlassenen Nestern gesammelt, da die Ente ihre Daunen selbst zur Nestpolsterung rupft.

Bei der Gewinnung von Gänse- und Entendaunen werden grundsätzlich drei Methoden unterschieden:

  • Schlachtrupf: Die Daunen werden nach der Schlachtung der Tiere gewonnen. Dies ist die verbreitetste Methode und macht den größten Anteil der weltweit gehandelten Daunen aus.
  • Lebendrupf: Den lebenden Vögeln werden während der Mauser Daunen und Federn entnommen. Diese Praxis ist in vielen Ländern, darunter allen EU-Staaten, aus Tierschutzgründen verboten oder stark eingeschränkt, wird aber in einigen Regionen weiterhin praktiziert.
  • Mauserrupf: Dabei werden nur lose Federn und Daunen während der natürlichen Mauser per Hand abgesammelt. Diese schonende Methode ist selten, da sie wenig ertragreich ist.

Die Hauptproduktionsländer für Daunen sind China, Ungarn, Polen, Sibirien und Kanada. Nach der Ernte durchlaufen die Rohdaunen mehrere Reinigungs- und Sortierprozesse: Sie werden gewaschen, getrocknet, entstaubt und nach Größe und Qualität sortiert. Dabei werden auch die gröberen Stützfedern von den reinen Daunen getrennt.

Qualitätsmerkmale und Kennzeichnung

Die Qualität von Daunenprodukten wird anhand mehrerer Kriterien bewertet. Neben der bereits genannten Bauschkraft spielt das Mischungsverhältnis eine zentrale Rolle. Produkte werden häufig als Daunen-Feder-Gemische verkauft, wobei ein höherer Daunenanteil eine bessere Qualität anzeigt. Die Angabe „90/10" bedeutet etwa 90 Prozent Daunen und 10 Prozent Stützfedern.

Die europäische Norm EN 12934 regelt die Kennzeichnung von Daunen und Federn als Füllmaterial. Sie legt unter anderem fest, ab welchem Daunenanteil ein Produkt als „Daunendecke" bezeichnet werden darf. In der Regel muss der Daunenanteil mindestens 60 Prozent betragen.

Verschiedene Gütesiegel und Zertifizierungssysteme geben Verbrauchern Orientierung. Der Responsible Down Standard (RDS) und der Global Traceable Down Standard (TDS) zertifizieren, dass die Daunen nicht aus Lebendrupf oder Zwangsmast (Stopfmast zur Foie-gras-Produktion) stammen. Der Downpass ist ein weiteres unabhängiges Prüfsiegel, das Tierschutzkriterien entlang der gesamten Lieferkette kontrolliert.

Verwendung

Das Haupteinsatzgebiet von Daunen ist die Bettwaren-Industrie. Daunendecken (auch Federbetten, Plumeau oder Ballondecke genannt) und Daunenkissen gehören in vielen Regionen Europas zur traditionellen Schlafkultur. Dabei unterscheidet man zwischen leichten Sommerdecken mit geringem Füllgewicht und warmen Winterdecken mit entsprechend höherer Füllung. Ganzjahresdecken und Vier-Jahreszeiten-Decken bestehen häufig aus zwei kombinierbaren Einzeldecken.

Im Bereich der Outdoor-Bekleidung sind