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Detritusfresser

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Biologie & Ökologie > Systematik & Taxonomie

Definition und Überblick

Als Detritusfresser (auch Detrivoren oder Saprophagen) werden Organismen bezeichnet, die sich vorwiegend von Detritus ernähren – also von totem organischem Material wie abgestorbenem Pflanzenmaterial, Falllaub, Tierleichen, Kot und anderen Zersetzungsprodukten. Der Begriff leitet sich vom lateinischen detritus (Abrieb, Zerriebenes) und vorare (verschlingen) ab. Detritusfresser nehmen in der Ökologie eine Schlüsselstellung ein, da sie den Abbau organischer Substanz einleiten und damit den Nährstoffkreislauf in nahezu allen Ökosystemen der Erde maßgeblich antreiben.

Von reinen Destruenten (Bakterien und Pilze, die organische Materie biochemisch abbauen) unterscheiden sich Detritusfresser dadurch, dass sie das Material zunächst mechanisch zerkleinern und aufnehmen. Häufig arbeiten beide Gruppen eng zusammen: Detritusfresser schaffen durch ihre Fraßtätigkeit eine größere Oberfläche, die Mikroorganismen anschließend besiedeln und weiter zersetzen können.

Ökologische Bedeutung

Detritusfresser bilden die Basis der sogenannten Destruentennahrungskette (auch Detritus-Nahrungskette oder braune Nahrungskette), die parallel zur grünen Nahrungskette der Primärproduzenten und Konsumenten verläuft. In vielen Ökosystemen fließt der größte Teil der produzierten Biomasse nicht über Herbivoren, sondern über den Detritus-Weg. In einem mitteleuropäischen Laubwald gelangen beispielsweise bis zu 90 Prozent der pflanzlichen Produktion als Laubstreu auf den Waldboden, wo sie von Detritusfressern und Mikroorganismen verarbeitet wird.

Die ökologischen Leistungen der Detrivoren umfassen:

  • Mechanische Zerkleinerung – Durch Fraß und Grabaktivität wird organisches Material fragmentiert und die Oberfläche für den mikrobiellen Abbau vervielfacht.
  • Nährstoffmineralisierung – Gebundene Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium werden in pflanzenverfügbare Formen überführt.
  • Humusbildung – Die Ausscheidungen von Detritusfressern tragen wesentlich zur Bildung stabiler Humusverbindungen bei, die die Bodenstruktur und Wasserspeicherkapazität verbessern.
  • Durchmischung des Bodens – Besonders grabende Arten wie Regenwürmer sorgen für Bioturbation und damit für eine bessere Belüftung tieferer Bodenschichten.

Typische Vertreter im Tierreich

Detritusfresser finden sich in zahlreichen taxonomischen Gruppen – von Wirbellosen bis hin zu einigen Wirbeltieren. Die größte Vielfalt an Detrivoren zeigt sich unter den Invertebraten.

Ringelwürmer (Annelida): Der Regenwurm (Lumbricus terrestris) ist wohl der bekannteste Detritusfresser überhaupt. Er zieht abgestorbenes Pflanzenmaterial in seine Gänge, verdaut es gemeinsam mit aufgenommener Erde und scheidet nährstoffreichen Wurmhumus aus. Charles Darwin widmete ihm ein ganzes Buch und erkannte bereits seine Bedeutung für die Bodenbildung.

Gliederfüßer (Arthropoda): Zu den bedeutendsten terrestrischen Detritusfressern zählen Asseln (Isopoda), insbesondere die Kellerassel (Porcellio scaber) und die Mauerassel (Oniscus asellus). Auch Doppelfüßer (Diplopoda), besser bekannt als Tausendfüßer, ernähren sich überwiegend von zerfallendem Laub und morschem Holz. Springschwänze (Collembola) und Hornmilben (Oribatida) gehören zur Bodenmesofauna und verarbeiten Detritus auf mikroskopischer Ebene. Unter den Insektenlarven spielen bestimmte Zuckmückenlarven (Chironomidae) und Eintagsfliegenlarven (Ephemeroptera) in Süßgewässern eine vergleichbare Rolle.

Weichtiere (Mollusca): Verschiedene Schneckenarten, darunter viele Nacktschnecken, nehmen neben frischem Pflanzenmaterial auch verrottendes organisches Material auf. In marinen Lebensräumen übernehmen bestimmte Muscheln und Meeresschnecken die Verwertung von Detritus auf dem Meeresboden.

Stachelhäuter (Echinodermata): Seegurken (Holothuroidea) gehören zu den wichtigsten Detritusfressern in marinen Ökosystemen. Sie nehmen Sediment auf, extrahieren die darin enthaltenen organischen Partikel und spielen damit eine zentrale Rolle in Tiefsee- und Riffökosystemen. Manche Seeigel-Arten nutzen ebenfalls Detritus als Nahrungsquelle.

Krebstiere (Crustacea): In Süßgewässern sind Flohkrebse (Amphipoda, z. B. Gammarus pulex) typische Zerkleinerer von Falllaub. In der Tiefsee leben Krebstiere, die auf den sogenannten Meeresschnee – absinkende Partikel aus organischem Material – angewiesen sind.

Anpassungen und Ernährungsstrategien

Detritusfresser haben verschiedene Strategien entwickelt, um den vergleichsweise nährstoffarmen Detritus effizient zu verwerten. Viele Arten besitzen spezielle Mundwerkzeuge, die auf das Zerkleinern oder Filtern von Partikeln ausgelegt sind. Seegurken etwa nutzen klebrige Tentakel, um Sedimentpartikel aufzusammeln, während Regenwürmer organisches Material mit ihrem muskulösen Pharynx einsaugen.

Ein wesentlicher Aspekt der Detritusernährung ist die Koprophagie – das erneute Fressen des eigenen Kots. Da beim ersten Durchgang oft