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Dikdik

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Tierart – Säugetiere > Huftiere – Antilopen & Gazellen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Madoqua (Gattung mit vier Arten)
  • Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Familie: Hornträger (Bovidae)
  • Unterfamilie: Antilopinae
  • Arten: Kirk-Dikdik (Madoqua kirkii), Günther-Dikdik (Madoqua guentheri), Salt-Dikdik (Madoqua saltiana), Silber-Dikdik (Madoqua piacentinii)
  • Lebensraum: Trockene Busch- und Dornstrauchsavannen in Ost- und Südwestafrika
  • Größe: 30–45 cm Schulterhöhe, 50–70 cm Körperlänge
  • Gewicht: 3–7 kg
  • Lebenserwartung: 5–10 Jahre in freier Wildbahn, bis 15 Jahre in menschlicher Obhut

Aussehen & Merkmale

Dikdiks gehören zu den kleinsten Antilopen Afrikas. Ihre zierliche Gestalt, die langen dünnen Beine und die großen, dunklen Augen verleihen ihnen ein unverwechselbares Erscheinungsbild. Das Fell ist am Rücken graubraun bis rötlichbraun gefärbt, während Bauch und Innenseiten der Beine deutlich heller, oft weißlich bis cremefarben ausfallen. Oberhalb der Augen befindet sich häufig ein auffälliger Haarschopf, der besonders beim Kirk-Dikdik ausgeprägt ist und bei Erregung aufgestellt werden kann.

Ein anatomisches Kennzeichen der Gattung Madoqua ist die verlängerte, rüsselartig bewegliche Nase. Diese ist mit einem dichten Netz aus Blutgefäßen durchzogen und dient der Thermoregulation: Durch Verdunstung von Feuchtigkeit auf den Nasenschleimhäuten wird das durchströmende Blut abgekühlt, bevor es das Gehirn erreicht. Dieses Gegenstromprinzip ist eine Anpassung an das heiße, trockene Klima ihres Verbreitungsgebiets.

Nur die Männchen tragen kurze, gerade Hörner von zwei bis elf Zentimetern Länge, die teilweise vom Stirnschopf verdeckt werden. An den Augeninnenwinkeln sitzen gut sichtbare Voraugendrüsen (Präorbitaldrüsen), die ein dunkles, klebriges Sekret produzieren.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Dikdiks erstreckt sich über weite Teile Ost- und Südwestafrikas. Der Kirk-Dikdik besiedelt Regionen von Tansania und Kenia bis nach Namibia und Angola. Der Günther-Dikdik kommt in den Trockengebieten Äthiopiens, Somalias und Nordkenias vor. Das Salt-Dikdik bewohnt das Horn von Afrika, und der seltene Silber-Dikdik ist auf ein kleines Areal an der somalischen Küste beschränkt.

Als Habitat bevorzugen Dikdiks trockene Dornstrauchsavannen, Akazienbuschwälder und steinige Halbwüsten mit dichtem Unterwuchs. Entscheidend für die Biotopwahl ist das Vorhandensein von niedrigem, undurchdringlichem Buschwerk, das Deckung vor Raubtieren bietet. Offene Grasländer und dichte Wälder werden gemieden. Die Tiere leben von der Tiefebene bis in Höhenlagen von etwa 2.700 Metern.

Ernährung

Dikdiks sind ausgesprochene Laubfresser (Browser). Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Blättern, Trieben, Blüten, Früchten und Kräutern. Gras spielt in der Ernährung eine untergeordnete Rolle. Die Tiere sind in der Lage, einen Großteil ihres Wasserbedarfs über die pflanzliche Nahrung zu decken, sodass sie weitgehend unabhängig von offenen Wasserquellen leben können. In Trockenzeiten fressen sie verstärkt sukkulente Pflanzenteile und Wildfrüchte. Das selektive Fressverhalten mit Bevorzugung nährstoffreicher Pflanzenteile kompensiert die geringe Körpergröße und den damit verbundenen hohen Stoffwechselumsatz.

Verhalten & Lebensweise

Dikdiks leben in festen, monogamen Paaren, die ein gemeinsames Revier besetzen und dieses über Jahre hinweg verteidigen. Die Reviergröße variiert je nach Nahrungs- und Deckungsangebot zwischen 0,5 und 20 Hektar. Die Reviermarkierung erfolgt durch Kot- und Urinhaufen an festen Latrinenplätzen sowie durch das Absetzen von Sekreten aus den Voraugendrüsen an Grashalmen und Zweigen. Beide Partner markieren regelmäßig; häufig setzt das Weibchen zuerst Kot ab, gefolgt vom Männchen, das den Haufen mit eigenem Kot und Urin überdeckt.

Die Aktivitätsphasen liegen vorwiegend in den kühleren Morgen- und Abendstunden. Während der heißen Mittagszeit ruhen die Tiere im Schatten dichter Büsche. In Gebieten mit starkem Prädationsdruck zeigen Dikdiks auch dämmerungsaktives und teilweise nachtaktives Verhalten.

Bei Gefahr stoßen Dikdiks eine Serie nasaler, pfeifender Alarmrufe aus, die an das Geräusch „dik-dik" oder „zik-zik" erinnern – der lautmalerische Ursprung ihres Namens. Die Flucht erfolgt in schnellen Zickzacksprüngen durch dichtes Gestrüpp, wo sie dank ihrer geringen Körpergröße einen Vorteil gegenüber größeren Verfolgern haben. Zu den Hauptfeinden zählen Leoparden, Karakale, Schakale, Paviane, Kampfadler und Pythons.

Fortpflanzung & Aufzucht

Dikdiks pflanzen sich in tropischen Gebieten ganzjährig fort, in saisonalen Klimazonen konzentrieren sich die Geburten auf den Beginn der Regenzeit. Nach einer Tragzeit von rund 170 Tagen bringt das Weibchen ein einzelnes Jungtier zur Welt, das bei der Geburt etwa 500 bis 800 Gramm wiegt. Zwillingsgeburten sind extrem selten.

Das Junge bleibt in den