Dreihornchamäleon
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Trioceros jacksonii
- Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
- Unterordnung: Leguanartige (Iguania)
- Familie: Chamäleons (Chamaeleonidae)
- Gattung: Trioceros
- Lebensraum: Bergwälder und Hochlandregionen Ostafrikas
- Größe: 20–35 cm (Gesamtlänge inkl. Schwanz)
- Gewicht: 30–150 g
- Lebenserwartung: 5–10 Jahre (in Gefangenschaft bis zu 10 Jahre, in freier Wildbahn oft kürzer)
Aussehen & Merkmale
Das Dreihornchamäleon, auch als Jacksons Chamäleon bekannt, gehört zu den auffälligsten Vertretern der Familie Chamaeleonidae. Namensgebend sind die drei kegelförmigen Hörner der Männchen: Zwei davon sitzen oberhalb der Augen (Präokularhörner), ein weiteres auf der Nasenspitze (Rostralhorn). Diese knöchernen Auswüchse erinnern entfernt an den Kopfschmuck des Triceratops, was der Art im englischen Sprachraum den Beinamen „Jackson's Three-Horned Chameleon" eingetragen hat. Die Weibchen tragen keine oder nur rudimentär ausgebildete Hörner und sind insgesamt kleiner als die Männchen.
Der Körperbau entspricht dem typischen Chamäleon-Schema: seitlich abgeflachter Rumpf, Greiffüße mit jeweils zwei gegenüberliegenden Zehenbündeln (Zygodactylie), ein langer Greifschwanz und voneinander unabhängig bewegliche Augen, die einen nahezu vollständigen Rundumblick ermöglichen. Die Haut ist mit kleinen, körnigen Schuppen bedeckt und zeigt eine Grundfärbung, die von Hellgrün über Dunkelgrün bis zu Gelb- und Brauntönen reicht. Ein kammartiger Rückenkiel erstreckt sich vom Nacken bis zum Schwanzansatz. Die Farbwechselfähigkeit ist vorhanden, aber weniger ausgeprägt als bei einigen Verwandten aus der Gattung Furcifer.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Trioceros jacksonii umfasst die Hochländer Kenias und Tansanias in Ostafrika. Die Art bewohnt dort feuchte Bergwälder und Waldränder in Höhenlagen zwischen 1.500 und 2.500 Metern über dem Meeresspiegel. Das bevorzugte Habitat sind dicht bewachsene Baumkronen und Büsche mit hoher Luftfeuchtigkeit und gemäßigten Temperaturen, die tagsüber zwischen 16 und 27 °C liegen und nachts auf 5–15 °C absinken können.
Es werden drei anerkannte Unterarten unterschieden: T. j. jacksonii aus dem zentralen Hochland Kenias, T. j. xantholophus – die größte Unterart – ebenfalls aus Kenia sowie T. j. merumontanus vom Mount Meru in Tansania. In den 1970er-Jahren wurden Exemplare der Unterart T. j. xantholophus nach Hawaii eingeführt, wo sich stabile Neozoen-Populationen etabliert haben. Inzwischen kommen verwilderte Bestände auch in Teilen Kaliforniens und Floridas vor, wo sie als invasive Art gelten und heimische Insektenpopulationen beeinflussen können.
Ernährung
Das Dreihornchamäleon ist ein reiner Insektenfresser (Insektivore). Auf dem Speiseplan stehen Grillen, Heuschrecken, Fliegen, Käfer, Schmetterlinge und deren Larven. Gelegentlich werden auch kleine Schnecken und Würmer aufgenommen. Die Beute wird mit der extrem schnell vorschnellbaren Schleuderzunge erbeutet, die nahezu anderthalbmal so lang wie der Körper sein kann. Die keulenförmige Zungenspitze ist mit klebrigem Sekret überzogen und trifft das Beutetier innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde – die Beschleunigung der Zunge gehört zu den schnellsten Bewegungen im gesamten Tierreich. Die unabhängig beweglichen Augen erlauben es dem Chamäleon, Beutetiere präzise anzupeilen und die Entfernung stereoskopisch einzuschätzen, bevor der Zungenschuss ausgelöst wird.
Wasser nimmt die Art hauptsächlich über Tautropfen und Regentropfen auf, die von Blättern geleckt werden. In der Terrarienhaltung muss daher regelmäßig gesprüht werden, da stehende Wassernäpfe von Chamäleons in der Regel nicht als Trinkquelle erkannt werden.
Verhalten & Lebensweise
Trioceros jacksonii ist tagaktiv und verbringt nahezu sein gesamtes Leben in Bäumen und Sträuchern (arboricol). Die Fortbewegung erfolgt langsam und bedächtig, wobei der Greifschwanz als fünfte Extremität eingesetzt wird. Nachts suchen die Tiere dünne Äste auf, wo sie sich mit den Greiffüßen festklammern und in eine Schlafstarre verfallen. Die helle Schlafverfärbung macht sie auf dünnen Zweigen weniger auffällig für nachtaktive Raubtiere wie Schlangen und Eulen.
Dreihornchamäleons sind ausgesprochene Einzelgänger. Männchen verteidigen ein Revier gegen Artgenossen, wobei die Hörner bei rituellen Kommentkämpfen zum Einsatz kommen. Dabei versuchen die Rivalen, den Gegner mit seitlichen Kopfstößen vom Ast zu drängen. Ernsthafte Verletzungen kommen selten vor. Unterlegene Tiere signalisieren ihre Niederlage durch dunkle Verfärbung und Rückzug. Außerhalb der Paarungszeit werden auch Weibchen im Revier nicht geduldet.
Der Farbwechsel dient primär der intraspezifischen Kommunikation und der Thermoregulation: Dunkle Farbtöne werden angenommen, um Sonnenwärme effizienter zu absorbieren; helle Färbungen reflektieren überschüssige Strahlung. Stress, Krankheit und soziale Interaktion beeinflussen die Farbgebung ebenfalls.