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Perleidechse

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Tierart – Reptilien > Echsen – Eidechsen & Chamäleons

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Timon lepidus (früher Lacerta lepida)
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Familie: Echte Eidechsen (Lacertidae)
  • Gattung: Timon
  • Lebensraum: Trockene, sonnige Habitate in Südwesteuropa – Macchie, Garigue, Steineichenwälder, Trockenmauern, Weinberge
  • Größe: Gesamtlänge bis 80 cm, selten bis 90 cm (Kopf-Rumpf-Länge bis ca. 26 cm)
  • Gewicht: 150–350 g, große Männchen gelegentlich über 400 g
  • Lebenserwartung: 12–20 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis 25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Perleidechse ist die größte in Europa vorkommende Eidechsenart und zugleich die größte Vertreterin der Familie Lacertidae auf dem Kontinent. Der Körperbau ist kräftig und gedrungen, mit einem massiven, dreieckigen Kopf, der sich deutlich vom Hals absetzt. Die Gliedmaßen sind gut entwickelt und enden in jeweils fünf bekrallten Zehen. Der Schwanz macht etwa zwei Drittel der Gesamtlänge aus und ist bei unverletzten Tieren lang und spitz zulaufend.

Die Grundfarbe der Oberseite variiert zwischen olivgrün, graugrün und bräunlich. Namensgebend sind die leuchtend blauen, perlenartigen Flecken (Ocelli), die sich vor allem an den Flanken in ein bis drei Reihen anordnen. Die Rückenpartie zeigt häufig dunkelbraune oder schwarze Rosetten und ein netzartiges Muster. Die Bauchseite ist gelblich bis weißlich und ungefleckt. Jungtiere unterscheiden sich von adulten Tieren durch zahlreiche weiße, schwarz umrandete Augenflecken auf Rücken und Flanken – die blaue Färbung der Flankenocelli bildet sich erst mit zunehmender Reife aus.

Geschlechtsreife Männchen sind in der Regel größer und schwerer als Weibchen. Sie besitzen einen breiteren Kopf, ausgeprägtere Femoralporen an den Oberschenkelunterseiten und während der Paarungszeit eine intensivere Färbung. Der gesamte Körper ist mit feinen, glatten Schuppen bedeckt, wobei die Rückenschuppen deutlich kleiner sind als die Bauchschuppen, die in regelmäßigen Längs- und Querreihen angeordnet sind.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Perleidechse erstreckt sich über die Iberische Halbinsel, Südfrankreich, den äußersten Nordwesten Italiens (Ligurien) sowie Teile der nordwestafrikanischen Küste. Innerhalb dieses Areals werden mehrere Unterarten unterschieden, darunter Timon lepidus lepidus auf der Iberischen Halbinsel, T. l. nevadensis im Südosten Spaniens und T. l. ibericus im Nordwesten der Halbinsel.

Als Biotop bevorzugt die Art offene bis halboffene, sonnenexponierte Landschaften mit ausreichend Versteckmöglichkeiten. Typische Habitate sind mediterrane Buschwälder (Macchie und Garigue), lichte Steineichen- und Korkeichenwälder, felsige Hänge, alte Trockenmauern und extensiv bewirtschaftete Olivenhaine. Die Art kommt von der Küste bis in Höhenlagen von etwa 2.100 m vor, wobei die höchsten Vorkommen in den Gebirgen Südspaniens liegen. Entscheidend für die Habitatwahl sind ein ausreichendes Angebot an Sonnenplätzen, Spalten oder Erdhöhlen als Rückzugsräume sowie eine gewisse Bodenstruktur mit Steinen und dichter Vegetation.

Ernährung

Die Perleidechse ist ein opportunistischer Räuber mit einem breiten Nahrungsspektrum. Die Ernährung basiert hauptsächlich auf Wirbellosen: Käfer, Heuschrecken, Spinnen, Schnecken und deren Larven bilden den Großteil der Beute. Dank ihrer Körpergröße und Kieferkraft erbeuten adulte Tiere jedoch auch kleine Wirbeltiere – darunter junge Eidechsen anderer Arten, Geckos, nestjunge Mäuse und gelegentlich kleine Schlangen. Im Sommer und Herbst ergänzen reife Früchte wie Feigen, Brombeeren und Weintrauben den Speiseplan, was die Art zu einem partiellen Omnivoren macht. Jungtiere ernähren sich fast ausschließlich von kleinen Arthropoden.

Verhalten & Lebensweise

Als tagaktive Echse richtet die Perleidechse ihren Tagesrhythmus nach der Sonneneinstrahlung. In den Morgenstunden sucht sie exponierte Plätze auf Felsen, Mauern oder Totholz zum Sonnenbaden auf, um ihre Körpertemperatur auf ein Aktivitätsniveau von 33–37 °C zu bringen. Bei hohen Sommertemperaturen verlagert sich die Aktivität in die Morgen- und Abendstunden; die heiße Mittagszeit wird im Schatten oder in Verstecken verbracht.

Perleidechsen leben einzelgängerisch und verteidigen individuelle Reviere. Vor allem Männchen zeigen ein ausgeprägtes Territorialverhalten und setzen bei Revierkonflikten Drohgebärden ein – sie richten sich seitlich auf, komprimieren den Körper lateral und präsentieren so ihre maximale Körpergröße. Kommt es zum Kampf, können die kräftigen Kiefer schmerzhafte Bisswunden verursachen.

In den kühleren Monaten von November bis Februar hält die Art eine Winterruhe. In Südspanien kann diese Phase kürzer ausfallen; in höheren Lagen und nördlichen Populationen kann sie vier bis fünf Monate dauern. Die Tiere überwintern in tiefen Felsspalten, Nagerbauten oder unter dichten Wurzelstöcken.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit beginnt kurz nach dem Ende der Winterruhe, typischerweise im April oder Mai. Während der Balz verfolgt das Männchen das Weibchen, packt es mit einem Nackenbiss und vollzieht die Kopulation. Zwischen Mai und Juli legt das Weibchen ein einziges Gelege pro Jahr, das je nach Körpergröße und Alter 5 bis