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Felsenküste

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Biologie & Ökologie > Lebensräume – Typen

Definition und Überblick

Als Felsenküste bezeichnet man einen Küstentyp, an dem das anstehende Gestein unmittelbar an das Meer grenzt und durch die Einwirkung von Brandung, Wind und Wetter steil abfallende oder terrassierte Uferzonen bildet. Im Gegensatz zu Sand- oder Weichbodenküsten bietet die Felsenküste ein hartes, strukturreiches Substrat, das einer Vielzahl von Organismen als Lebensraum dient. Felsenküsten kommen weltweit vor – von den Klippen der Bretagne über die norwegischen Fjorde bis zu den Basaltformationen Islands und den Kalksteinsteilküsten des Mittelmeers. Ihr ökologischer Wert ergibt sich aus der enormen Bandbreite an Mikrohabitaten, die durch Spalten, Gezeitentümpel, Überhänge und Brandungsplattformen entstehen.

Geologie und Entstehung

Felsenküsten entstehen durch das Zusammenspiel tektonischer Hebung, Meeresspiegelschwankungen und Erosion. Die Gesteinsart bestimmt maßgeblich die Küstenmorphologie: Harte Gesteine wie Granit, Basalt oder Gneis bilden steile Klippen und Steilküsten, während weichere Gesteine wie Kalkstein, Sandstein oder Kreide stärker der Abtragung unterliegen und Brandungshohlkehlen, Höhlen und Felsbögen ausbilden.

Mechanische Verwitterung durch den Wellenschlag, chemische Lösung durch das Salzwasser und biologische Erosion durch bohrende Organismen wie Bohrmuscheln und Bohrschwämme formen die Küste permanent um. Typische Landschaftselemente sind:

  • Kliffs – steil zum Meer abfallende Felswände
  • Brandungsplattformen (Abrasionsterrassen) – flache, bei Ebbe freifallende Felsflächen am Kliffuß
  • Gezeitentümpel (Tidepools) – wassergefüllte Vertiefungen im Fels, die bei Ebbe isoliert werden
  • Felsspalten und Überhänge – geschützte Nischen, die als Rückzugsräume dienen
  • Geröllstrände – Ansammlungen abgebrochener Gesteinsbrocken am Kliffuß

Zonierung des Lebensraums

Eines der auffälligsten Merkmale der Felsenküste ist die deutliche vertikale Zonierung der Lebensgemeinschaften. Der Wechsel zwischen Überflutung und Trockenfallen durch die Gezeiten erzeugt klar abgegrenzte Lebenszonen, die sich durch unterschiedliche Umweltbedingungen auszeichnen:

Die Spritzwasserzone (Supralitoral) liegt oberhalb der normalen Hochwasserlinie und wird nur von Gischt und Spritzwasser erreicht. Hier siedeln Flechten, Cyanobakterien und angepasste Schneckenarten wie die Strandschnecke (Littorina). Die obere Gezeitenzone (oberes Eulitoral) fällt regelmäßig trocken und wird von Seepocken (Balanidae) und kleinen Napfschnecken dominiert. Die mittlere Gezeitenzone (mittleres Eulitoral) beherbergt dichte Bestände von Miesmuscheln (Mytilus) und Braunalgen wie dem Blasentang (Fucus vesiculosus). In der unteren Gezeitenzone (unteres Eulitoral) wachsen Rotalgen und größere Braunalgen; hier finden sich Seeanemonen, Seeigel und zahlreiche Krebstiere. Das Sublitoral, das permanent unter Wasser liegt, schließt sich nach unten an und geht in den eigentlichen Meeresboden über.

Tierwelt der Felsenküste

Die Felsenküste gehört zu den artenreichsten marinen Lebensräumen der gemäßigten Breiten. Die sessile Fauna – also jene Tiere, die fest am Substrat angeheftet leben – umfasst Seepocken, Muscheln, Röhrenwürmer und Schwämme. Sie filtrieren Plankton aus dem Wasser und bilden oft flächendeckende Bewuchsgemeinschaften, die ihrerseits Strukturen für weitere Arten schaffen.

Mobile Bewohner der Gezeitenzone sind Napfschnecken (Patella), die Algenrasen von der Felsoberfläche weiden, Strandkrabben (Carcinus maenas), verschiedene Garnelen- und Assselarten sowie Seesterne, die als Prädatoren die Artenzusammensetzung ganzer Gemeinschaften regulieren. In den Gezeitentümpeln leben kleine Fischarten wie Schleimfische (Blenniidae) und Grundeln (Gobiidae), die an die extremen Schwankungen von Temperatur, Salzgehalt und Sauerstoffkonzentration angepasst sind.

Oberhalb der Wasserlinie nutzen zahlreiche Seevogelarten die Felsenküste als Brutplatz. Klippenbewohnende Koloniebrüter wie Trottellumme (Uria aalge), Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla), Papageitaucher (Fratercula arctica) und Basstölpel (Morus bassanus) bilden an steilen Felswänden riesige Brutkolonien, sogenannte Vogelfelsen. Die vertikale Gliederung der Klippen ermöglicht dabei eine Nischentrennung: Verschiedene Arten brüten in unterschiedlichen Höhen und auf verschiedenen Strukturen wie Felsbändern, Simsen oder Höhlen, wodurch eine hohe Brutdichte auf engem Raum möglich wird. Auch Meeressäuger wie Kegelrobben (Halichoerus grypus) und Seehunde (Phoca vitulina) nutzen Felsplattformen und Brandungshöhlen als Ruheplätze und Wurfplätze.

Ökologische Bedeutung und Wechselwirkungen

Die Felsenküste ist ein Modellsystem der Ökologie. Klassische Studien zur Konkurrenz, Prädation und Störung wurden an Felsküstengemeinschaften durchgeführt. So zeigte die Forschung von Robert Paine an der nordamerikanischen Pazifikküste, dass der Seestern Pisaster ochraceus als Schlüsselart (keystone species) die Dominanz von Miesmuscheln kontrolliert und dadurch die Artenvielfalt auf Felssubstraten erhält. Ohne diesen Prädator würden Muscheln andere Organismen verdrängen.

Die Brandungsstär