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Futtertier

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Fachbegriffe (Aquaristik/Terraristik/Vogelhaltung) > Terraristik-Fachbegriffe

Definition & Überblick

Als Futtertier bezeichnet man in der Terraristik ein Tier, das gezielt als Nahrung für ein anderes, in menschlicher Obhut gehaltenes Tier bereitgestellt wird. Der Begriff umfasst ein breites Spektrum an Organismen – von Insekten wie Heimchen, Grillen, Schaben und Mehlwürmern über Kleinnager (Mäuse, Ratten) bis hin zu Fischen und Amphibien. Futtertiere sind für viele Reptilien, Amphibien, Spinnentiere und andere Terrarientiere essenziell, da sich deren natürlicher Nahrungsbedarf mit rein pflanzlicher Kost oder Fertigfutter nicht decken lässt.

Die Verfütterung lebender oder vorgetöteter Tiere ist in Deutschland durch das Tierschutzgesetz geregelt. Grundsätzlich gilt: Lebende Wirbeltiere dürfen nur dann verfüttert werden, wenn das haltende Tier die Nahrung auf keine andere Weise annimmt. Wirbellose Futtertiere – also Insekten, Würmer oder Schnecken – unterliegen weniger strengen Vorschriften, verdienen aus fachlicher Sicht aber ebenso eine gewissenhafte Behandlung.

Grundlagen & Voraussetzungen

Die Wahl des richtigen Futtertieres hängt unmittelbar von der gehaltenen Tierart, deren Größe und ihrem natürlichen Beutespektrum ab. Eine junge Kornnatter benötigt beispielsweise nestjunge Mäuse, während ein ausgewachsener Königspython adulte Ratten frisst. Für Bartagamen, Chamäleons oder Pfeilgiftfrösche bilden dagegen Insekten die Hauptnahrungsquelle.

Folgende Futtertiergruppen sind in der Terraristik besonders verbreitet:

  • Heimchen und Steppengrillen – vielseitige Insekten für Echsen, Frösche und Spinnen
  • Argentinische Schaben (Blaptica dubia) – nährstoffreich, flugunfähig, geruchsarm
  • Mehlwürmer und Zophobas – fettreicher Snack, als alleiniges Futter ungeeignet
  • Wachsmottenlarven – kalorienreich, gut zur Aufzucht oder Aufpäppelung
  • Frostmäuse und Frostratten – tiefgefrorene Nager für Schlangen und größere Echsen
  • Fruchtfliegen (Drosophila) – ideal für kleine Froschlurche und Jungeidechsen

Eine zentrale Voraussetzung für die gesunde Ernährung des Pfleglings ist das sogenannte Gut-Loading: Futtertiere werden vor der Verfütterung gezielt mit hochwertigem Futter angereichert – etwa Gemüse, Obst, Haferflocken oder speziellem Trockenfutter. Was das Futtertier aufnimmt, kommt letztlich dem Endverbraucher zugute. Ergänzend dazu wird häufig Supplementierung (Bestäuben mit Kalzium- und Vitaminpulver) eingesetzt, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Praktische Umsetzung

Futtertiere lassen sich entweder im Zoofachhandel, online bei spezialisierten Händlern oder über eine eigene Zucht beschaffen. Die Eigenzucht hat den Vorteil, dass Qualität und Ernährungszustand der Tiere vollständig kontrolliert werden können. Besonders Schaben und Heimchen lassen sich mit geringem Aufwand in Kunststoffboxen mit Eierkartons als Versteckstruktur vermehren.

Bei der Haltung von Futtertieren im Gehege gelten folgende Grundregeln:

  • Das Behältnis muss ausbruchsicher sein – gerade bei Grillen und Schaben kommt es sonst schnell zu unerwünschtem Freigang in der Wohnung.
  • Ausreichende Belüftung verhindert Schimmelbildung und Geruch.
  • Frisches Wasser wird über feuchte Schwämme, Wassergelkristalle oder Gemüsestücke bereitgestellt – offene Wasserschalen führen häufig zum Ertrinken kleiner Insekten.
  • Tote Futtertiere müssen regelmäßig entfernt werden, um Parasiten- und Milbenbefall zu vermeiden.

Beim Verfüttern von Frostfutter (tiefgefrorene Nager oder Küken) ist gründliches Auftauen bei Zimmertemperatur oder im lauwarmen Wasserbad Pflicht. Das Futter darf niemals in der Mikrowelle aufgetaut werden, da ungleichmäßige Erwärmung zu inneren Verbrennungen beim fressenden Tier führen kann. Angeboten wird Frostfutter idealerweise mit einer stumpfen Pinzette, um Bissverletzungen beim Halter zu vermeiden.

Häufige Fehler

  • Einseitige Fütterung: Wer ausschließlich Mehlwürmer oder eine einzige Insektenart füttert, riskiert schwere Nährstoffdefizite. Ein abwechslungsreiches Futtertierangebot ist artgerecht und beugt Mangelerkrankungen vor.
  • Fehlende Supplementierung: Gerade bei Reptilien führt ein Kalziummangel rasch zur Metabolischen Knochenerkrankung (MBD) – einer der häufigsten vermeidbaren Krankheiten in der Terraristik.
  • Überdimensionierte Futtertiere: Als Faustregel gilt, dass das Futtertier nicht breiter sein sollte als der Kopf des fressenden Tieres. Zu große Beutetiere können Würgen, Regurgitation oder innere Verletzungen verursachen.
  • Lebende Nager unbeaufsichtigt im Terrarium belassen: Eine Maus, die nicht sofort gefressen wird, kann das Terrarientier durch Bisse schwer verletzen. Aus Tierschutzgründen und zur Sicherheit des Pfleglings sind vorgetötete oder Frostnager in den meisten Fällen die bessere Wahl.
  • Mangelnde Hygiene: Verendete, nicht gefressene Futtertiere zersetzen sich schnell und belasten das Terrarienklima mit Keimen und Ammoniak.

Tipps für Anfänger