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Gebärmuttervereiterung

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Definition & Überblick

Die Gebärmuttervereiterung, in der Tiermedizin als Pyometra (griechisch: pyon = Eiter, metra = Gebärmutter) bezeichnet, ist eine schwere, potenziell lebensbedrohliche Erkrankung der Gebärmutter (Uterus), bei der sich große Mengen Eiter im Inneren des Organs ansammeln. Betroffen sind vor allem unkastrierte Hündinnen und Kätzinnen, seltener auch Kaninchen, Meerschweinchen, Frettchen und andere weibliche Säugetiere. Die Erkrankung tritt typischerweise bei mittelalten bis älteren Tieren auf, kann aber grundsätzlich in jedem Alter nach der Geschlechtsreife vorkommen.

Man unterscheidet zwei Formen: Bei der offenen Pyometra ist der Muttermund (Zervix) geöffnet, sodass eitriger Ausfluss aus der Scheide abfließen kann. Bei der geschlossenen Pyometra bleibt der Muttermund verschlossen – der Eiter staut sich in der Gebärmutter, was die Erkrankung deutlich gefährlicher macht, da sie länger unentdeckt bleibt und das Risiko eines Gebärmutterdurchbruchs (Uterusruptur) mit nachfolgender Bauchfellentzündung (Peritonitis) besteht.

Ursachen & Risikofaktoren

Die Pyometra entsteht durch ein Zusammenspiel aus hormonellen Veränderungen und einer bakteriellen Infektion. Nach jeder Läufigkeit steigt der Progesteronspiegel an, was die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) verdickt und die lokale Immunabwehr herabsetzt. Über den geöffneten Muttermund während der Läufigkeit können Bakterien – am häufigsten Escherichia coli, aber auch Staphylokokken, Streptokokken oder Klebsiellen – in die Gebärmutter aufsteigen und sich dort vermehren.

Wiederholte hormonelle Zyklen ohne Trächtigkeit führen über die Jahre zu einer zunehmend krankhaften Veränderung der Gebärmutterschleimhaut, der sogenannten glandulär-zystischen Endometriumhyperplasie. Diese verdickte, mit Flüssigkeit gefüllte Schleimhaut bietet Bakterien einen idealen Nährboden.

Folgende Risikofaktoren begünstigen die Entstehung einer Pyometra:

  • Intakte (nicht kastrierte) weibliche Tiere – der wichtigste Risikofaktor überhaupt
  • Alter über fünf Jahre, da die Schleimhautveränderungen mit jedem Zyklus zunehmen
  • Hormonbehandlungen, insbesondere die Verabreichung von Gestagenen (z. B. zur Läufigkeitsunterdrückung) oder Östrogenen
  • Scheinträchtigkeit als Hinweis auf eine besonders ausgeprägte hormonelle Stimulation
  • Nulliparität – Tiere, die nie geworfen haben, erkranken statistisch häufiger

Symptome & Erkennung

Die Symptome einer Gebärmuttervereiterung entwickeln sich typischerweise vier bis acht Wochen nach der letzten Läufigkeit und können je nach Form der Erkrankung unterschiedlich deutlich ausfallen.

Bei der offenen Pyometra ist das auffälligste Zeichen ein eitriger bis blutig-eitriger Vaginalausfluss, der übel riechen kann. Tierhalter bemerken häufig Flecken auf dem Schlafplatz oder vermehrtes Lecken im Genitalbereich.

Bei der geschlossenen Form fehlt dieser Ausfluss, was die Diagnose erschwert. Stattdessen stehen unspezifische Allgemeinsymptome im Vordergrund:

  • Vermehrtes Trinken (Polydipsie) und vermehrtes Urinieren (Polyurie) – eines der häufigsten Frühsymptome
  • Appetitlosigkeit (Anorexie) und zunehmende Mattigkeit
  • Erbrechen und Durchfall
  • Aufgeblähter, druckempfindlicher Bauch durch die mit Eiter gefüllte Gebärmutter
  • Fieber, in fortgeschrittenen Fällen auch Untertemperatur als Zeichen eines Schocks
  • Dehydration und allgemeiner Verfall

Im schlimmsten Fall entwickelt sich eine Sepsis (Blutvergiftung), die unbehandelt innerhalb weniger Tage zum Tod führen kann. Eine geschlossene Pyometra ist daher immer als Notfall zu betrachten.

Diagnose

Der Tierarzt stellt die Diagnose anhand einer Kombination aus Vorbericht, klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren. Entscheidend sind folgende Befunde:

  • Anamnese: Intaktes weibliches Tier, Läufigkeit liegt einige Wochen zurück, typische Symptome wie vermehrtes Trinken und Ausfluss.
  • Klinische Untersuchung: Vaginaler Ausfluss (bei offener Form), vergrößerter und druckschmerzhafter Bauch, Fieber, Dehydration.
  • Ultraschalluntersuchung (Sonografie): Die Methode der Wahl. Die mit Flüssigkeit gefüllte, deutlich vergrößerte Gebärmutter ist sonografisch gut darstellbar. In manchen Fällen erreicht der Uterus ein Vielfaches seiner normalen Größe.
  • Röntgenuntersuchung: Zeigt eine vergrößerte, röhrenförmige Struktur im Bauchraum. Weniger sensitiv als der Ultraschall, aber zur Bestätigung hilfreich.
  • Blutuntersuchung: Typisch ist eine deutliche Leukozytose (erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen), erhöhte Entzündungsparameter sowie häufig veränderte Nierenwerte als Folge der bakteriellen Toxine. Auch eine Blutgerinnungsstörung kann vorliegen.

Behandlung & Therapie

Die Therapie der Pyometra richtet sich nach dem Allgemeinzustand des Tieres, der Form der